Posts Tagged 'krimi'

Erschienen

ist der Artikel „Kollege Hannibal Lecter“ von Margit Breuss, Renate Gross, Susanne Maislinger und Wilhelm Kantner-Rumplmair in →“ClinicumNeuorpsy.“

Jede Menge Krimi-Ausschreibungen …

… sind mir via →Uschtrin-Newsletter in die Mailbox geflattert:

Die  →Zeitschrift Gong sucht bis zum 31. März 208 einen unveröffentlichten Kriminalroman eines Autors oder einer Autorin, der oder die noch keinen Kriminalroman veröffentlicht hat. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winken ein Vertrag mit dem Piper Verlag und 10000 Euro Honarar. Wer jetzt genau mitmachen darf, wird allerdings nicht ganz klar. „Gong und der Münchner Piper Verlag suchen Deutschlands besten Krimiautor“, steht dort. Weiter unten heißt es dann: „Bewerben kann sich jeder Autor, der bisher noch keinen Kriminalroman veröffentlicht hat (sonstige Veröffentlichungen möglich). Der Roman muss in Deutsch geschrieben sein und zumindest teilweise in Deutschland spielen.“ Das klingt dann also so, als könnte auch jemand der Timbuktu ansässig ist, Deutschlands bester Krimiatautor werden, solange der Krimi deutsch ist und zum Teil in Deutschland spielt. Das finde ich wirklich gut und angemessen im Zeitalter der Gobalisierung.

Während Georg über →Legomännchenkrimis philosophiert, schreitet der Odenwaldkreis zur Tat und schreibt den nächsten Themenkrimiwettbewerb aus. Gesucht werden – ganz nach dem Motto „→Apfelkomp(l)ott“ – Kurzkrimis zum Thema „Apfel“.  Der Wettbewerb ist eine Sektion für Erwachsene und eine für Jugendliche unterteilt und läuft bis zum 2. März 2009.

Etwas für Spezialisten ist der „→Deutsche Kurzkrimipreis Tatort Eifel“. Hier wird Rego- mit Themenkrimi kombiniert. Die Regio  ist „Eifel“, das Thema  „Abgehauen – Untergetaucht“. Die Siegertexte sollen beim Krimifestival „Tatort Eifel“ gelesen werden, zudem winken Geldpreise und die Veröffentlichung in einer Anthologie. Einsendeschluss ist der 31. März 2009. So, und jetzt flüstere ich etwas, was nicht im Uschtrin-Newsletter steht: Auf der Tatort-Eifel Seite gibt es noch eine Reihe anderer Wettbewerbe: Einen →Krimi-Kurzfilmwettbewerb für Studierende an Filmhochschulen und Nachwuchsfilmemacher, eine →Krimistoffbörse, und einen „→Roland“ für Kriminalfilme, für den man aber, wie es scheint, nicht selber Filme einreichen kann. Für junge SchriftstellerInnen gibt es dort den  „→Junior Award“ für Leute zwischen neun  und zwanzig. Achtung: Bis zum 15.1. anmelden!

Termingerecht schneit via Uschtrin-Newsletter die Ausschreibung zum Weihnachtskrimi-Wettbewerb der „edition karo“ herein. Die geplante Anthologie wird zwar erst nächstes Jahr erscheinen, die nächsten Wochen sind aber sicher sehr inspirierend in Belangen der zwischenmenschlichen Gehässigkeiten. Da kann man gut recherchieren. Allerdings müssen die Krimis rund um das Schloss Charlottenburg spielen. Es handelt sich also wieder um einen Vertreter der beliebten →Regio-Themenkrimis. Einsendeschluss ist der 14.3.2009.

Robert Pucher – Katerfrühstück

Ich wurde schon per Mail drauf aufmerksam gemacht, dass ich hier ständig Bücher großer Verlage erwähne, während ich eigene Rubriken für Kleinverlage führe, was auf ein gewisses Interesse für kleine Verlage hinweisen könnte. Ich gelobe Besserung, zumindest für heute und stelle Robert Puchers „→Katerfrühstück“ ins Schaufenster. Das Buch ist im Prolibris-Verlag erschienen, der einen Schwerpunkt auf Regiokrimis hat, spielt in Wien und erfüllt die gängigen Kriterien für einen Regiokrimi – schlechter Stil, ausufernde Ortsbeschreibungen, Null-Acht-Fuchzehn-Handlung -, allesamt nicht.

Es ist die Geschichte eines brotlosen Schriftstellers, der eines Tages seine Lektorin ermordet in seiner Badewanne findet. Die Geschichte einer Geschwisterbeziehung zwischen Fürsorge und Missbrauch. Die Geschichte eines gescheiterten Boxers, das ist ein Mensch und kein Hund. Auch die Geschichte eines Rechtsradikalen, damit liegt Pucher im Trend, diese Leute kommen in österreichischen Krimis sehr häufig vor. Und es ist die Geschichte eines Katers, der eine Schlüsselrolle spielt.

Nur die Taubengeschichte am Anfang hätte ich nicht gebraucht, erstens sehe ich keine Bezug zu den anderen Geschichten, zweitens lese ich keine Krimis, die aus der Perspektive von Vögeln erzählt sind, die denken und fühlen wie Menschen. Aber gut –  eine fallende Taube – vielleicht ist das ja eine Allegorie. Ich lerne gerade „Allegorie“ und sehe jetzt überall Allegorien. Jedenfalls ist der Spuk mit den humanoiden Vögeln schon auf der ersten Seite vorbei, der später auftretende Kater benimmt sich dann wie ein Kater.

An anderer Stelle habe ich die Hypothese aufgestellt, dass momentan kein Autor, der etwas auf sich hält, den Fall am Ende auflöst. Pucher macht das auch nicht, er löst den Fall gleich in der Mitte. Man muss aber trotzdem weiter lesen, denn die Polizei ist mit ihren Ermittlungen an dieser Stelle noch lange nicht fertig. Außerdem geht die Bruder-Schwester Geschichte noch weiter und die Rechtsradikalengeschichte und Boxergeschichte und die Katergeschichte. Ich habe also zu Ende gelesen und das, obwohl ich den Krimi eigentlich nach 10 Zeilen in die Ecke schleudern wollte, als die Taube ihren Zenit erreichte. Und das gerne. Also: Ab ins Schaufenster

Friedrich Glauser

Friedrich Glausers Todestag jährt sich akurat heute zum 70. mal. Der Schweizer Nimbus-Verlag würdigt Glauser diesen Herbst gleich mit zwei Büchern: Einmal mit einem →Gedichtband, der alle erhaltenen Gedichte enthält. Wie der der Homepage des Verlags zu entnehmen ist, erscheinen die Gedichte überhaupt das erste Mal in Buchform. Dann ist es wenigstens nicht so peinlich, dass ich gar nicht gewusst habe, dass Glauser Gedichte geschrieben hat.

Und mit einer →Briefsammlung: Der Verlag veröffentlicht Glausers Briefe an „Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde“. Nach seiner Flucht aus der Psychiatrie in Münsingen sei Glauser in einer Künster-Wohngemeinschaft in Ascona untergekommen. Dort habe er seine erste große Liebe Elisabeth von Ruckteschell kennengelernt, die ihm nach einem Rückfall und einer erneuten Einweisung in die Psychiatrie unter abenteuerlichen Umständen zur Flucht verholfen habe. Diese Zeit sei von einem regen Briefwechsel begleitet gewesen, die in diesem Band erstmal publiziert werden. Auch das kann man der →Verlagshomepage entnehmen.

Tiroler Krimi mit Gewinnspiel

Frisch gefunden bei der →Krimicouch: Der soeben erschienene Krimi „Die Zahl“ von Daniela Larcher. Daniela Larcher ist in Vorarlberg geboren und lebt in Wien, der Krimi spielt in Tirol und beschäftigt einen Wiener Chefinspektor. Das ist dann also kein Regiokrimi, sondern mehr ein Krimi der Regionen. Ich werde das Buch selbstredend lesen. Auch wenn mir in Tirol nicht direkt ein Dorf namens Landau bekannt ist. Was sich diese Autorinnen heutzutage auch für Freiheiten herausnehmen!

Zuvor werde ich allerdings versuchen, das Buch beim →Preisrätsel, das der Fischer-Taschenbuchverlag zur Feier des Buches veranstaltet, zu gewinnen.

Links:

→Die Homepage der Autorin.

Ein Interview mit der Autorin von →Crimicouch-TV. Interessant. Daniela Larcher möge keine Bücher, in denen es 13 Seiten lang darüber gehe, wie jemand ein Brot schneidet.

Eine Rezension gibt es schon einmal bei der →Büchereule.

Hinweise: Krimi- und Grusellesungen in Innsbruck

„Apokalypse, Gruseln, Krimi“ steht da im Betreff einer Email. Und die kommt – nein, nicht aus einem großen deutschen Verlag, auch nicht von Amazon, sie kommt von →Cognac & Biskotten. Da staune ich aber. Cognac & Biskotten also. Das ist jene Literaturzeitschrift, bei der ich einst mitarbeitete, und die mit trivialen Dingen wie Krimis wirklich gar nichts am Hut hatte. Lyrik ja, Romane ja, postmoderne Prosa ja, →Fußball ja. Aber Krimis: Na.

Ich freue mich, das zu hören und verbreite hier gerne die entsprechenden Ankündigungen, die Apokalypse ist leider schon vorbei:

16.11. Sonntag 19.00 Uhr, Kulturgasthaus Bierstindl, Klosterg. 6, Innsbruck
Lesung: Bierstindl Wilde Gschichtn – Christian Kössler „Stadtplan des Grauens“; Cognac & Biskotten Raritäten Nr. 9: Unsere Landeshauptstadt Innsbruck werden Sie in Christian Kösslers mysteriös-düsteren Lesung (u.a. Autor des erfolgreichen Buches: Bestialisches Innsbruck) von ihrer gruseligen, unheimlichen Seite kennenlernen.

19.11. Mittwoch 20.30 Uhr, Treibhaus, Angerzellg. 8, Innsbruck
Aufgrund des großen Erfolges Wiederaufnahme der schrägwitzigen, szenischen Krimi-Kabarett-Lesung: Kommissar Prohaska – Fall 1: Der Tibeter mit der Stricknadel von/mit Der Koschuh, Thomas Schafferer, Daniel Suckert feat. Christian Kössler, Ines Stockner. Sound: Viktoria Dornauer – Orchester. Weitere Termine 26.11./03.12./10.12.!

Krimi ohne Mord und ohne Ermittler, jedoch mit Psychiater

Weil das Genre ja stets im Wandel bleiben muss und das gar nicht so leicht ist mit dem immergleichen Personal aus ErmittlerInnen und Opfern und MörderInnen, will ich hier extra drauf hinweisen, dass in Kabelkas Krimi „dünne Haut“ nicht gemordet, nicht geklaut, nicht geraubt, eigentlich fast nichts verbrochen wird. Ein Verbrechen wird vereitelt und eins „geoutet“, zum Aufklären bleibt keins übrig. Der Kommissar ist mit den Nerven am Ende und weilt in einer Psychosomatik. Dass ihn dort die Leichen der Vergangenheit einholen, fällt mehr einer therapeutischen Klärung anheim als einer polizeilichen.

Das wäre an sich schon kurios für einen Krimi, noch kurioser sind aber die Psychiaterfiguren, die so reden, als quelle direkt ein Psychotherapielehrbuch aus ihrem Mund. Das klingt dann so:

Wenn ich Ihre Geschichte höre, Ernst, sehe ich, wie Sie durch die Forderungen und Ansprüche Ihrer Eltern in eine permanente Übererregtheit gedrängt wurden. In eine Art von Aktionismus, der sich – vielleicht auch beruflich bedingt – bis heute ständig gesteigert hat. Wo ihnen jede Entspannung fremd ist und Sie sie deshalb abwehren. Nur wenn Sie aktiv sind, am besten auf einer öffentlichen Plattform, glauben Sie, mit sich selbst deckungsgleich zu sein. Aber merken Sie eigentlich, Ernst, dass Sie mit dieser Haltung dem Leistungsdenken mehr verhaftet sind als mancher Kapitalist, den Sie auf der Kabarettbühne bekämpfen?

Ernst ist übrigens nicht der Kommissar, um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Ernst ist von Beruf Wiener Kabarettist, er weilt ebenfalls in besagter Psychosomatik. Sagen wir es so: Wenn meine Studierenden in den Gesprächsführungsseminaren so daherreden würden, hätten sie ein echtes Problem hinsichtlich der Prüfung. Weil’s doch die Aufgabe jeglicher ärztlicher und therapeutischer Kommunikation ist, Kontakt herzustellen und Verständnis und da wird man schon so reden müssen, dass es die Leut‘ auch verstehen. Ehrlich gesagt: Ich musste das zwei, dreimal lesen, um ungefähr zu kapieren, was damit gemeint ist. Als gesprochene Intervention gegenüber PatientInnen ist sowas undenkbar. Aber die Psycholeute in diesem Buch übertreiben es auch in anderen Dingen gern. Den Vogel schießt eine Therapeutin ab, die die längste Zeit „mit verzogener Schulterpartie und schiefem Kopf“ ihrem Patienten gegenübersitzt, um ihn zu „spiegeln“.

Persiflage, könnte man jetzt denken, das ist Kabarret. Die Psychos werden einfach völlig übertrieben. Aber dann auch wieder nicht. Wenn sie miteinander reden, wirken sie mitunter plötzlich ziemlich normal. Nur den PatientInnen gegenüber wissen sie nicht, wie sie sich aufführen sollen. Und der Rest des Buches kommt jetzt auch nicht sehr satirisch daher, vieles ist sehr naturalistisch dargestellt. Am ehesten wird der Kaberettist „Ernst“ noch auf die Schippe genommen. Einerseits durch seinen Namen und andererseits durch einen Auszug aus seinem Programm, das auch mehr ernst ist als satirisch. Psychiater, die völlig abgehoben sind, ein Kabarettist, der Ernst ist und dessen Programm ernst ist. Und das kommt alles ziemlich ernsthaft daher. Ehrlich gesagt, ich kenn‘ mich nicht aus. Was ist das? Teilsatire?

Franz Kabelka: Dünne Haut, Haymon 2008

Rezension:

von Ingeborg Sperl beim →Standard


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Im Schaufenster

Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

→Journal of Medical Internet Research

→medicalblogs.de

→Alblog aus Zams