Wissenschaftspreis – Steinlaus

Für meinen Vogelfängerkrimi recherchiere ich gerade über die Steinlaus. Denn was treibt eine Wienerin ins Salzkammergut? Richtig. Forschung. Bekanntlich werden in den dortigen Salzstollen allerhand Wesen über die Jahrtausende konserviert, so auch der Mann im Salz. Meine Wienerin interessiert sich aber nicht für gesalzene Männer, sondern für fossile Steinläuse, die einst in großen Mengen in den Höhlen des Dachsteins gelebt haben sollen.

Und was sehe ich da? Es gibt ein eigenes →Blog über die Steinlaus und die Redaktion des medizinischen Wörterbuchs Pschyrembel lobt sogar einen →Wissenschaftspreis aus. Die beste wissenschaftliche Arbeit über die Steinlaus wird im nächsten Pschyrembl veröffentlicht.

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19 Responses to “Wissenschaftspreis – Steinlaus”


  1. 1 skhor November 28, 2008 um 19:09

    Witzig, die kleine Laus. Das Blog hatte ich schon mal in einem Kommentar der Hypnosekröte (http://www.hypnose-kroete.de) entdeckt auf http://krankenschwester-blog.de/2008/11/wie-die-steinlaus-in-den-pschyrembel-kam/

  2. 2 krimileser November 29, 2008 um 19:06

    Quatsch ! (bei den Krankenschwestern)

    Die Steinlaus ist doch kein Nagetier („Die Nagetiere (Rodentia) sind eine Ordnung der Säugetiere (Mammalia)“ laut Wikipedia).

    Das kleinste lebende Säugetier wiegt etwas über 2 g, sowas will ich nicht in meinen Harnleitern haben und dürfte auch viel viel größer als eine Laus sein.

    Aber, liebe Margit, wenn Du die Laus stimmig in deinem Buch unterbringst, woran ich nicht wirklich zweifle, lege ich mich Dir zu Füßen.

  3. 3 krimi0krimi November 30, 2008 um 11:14

    Doch!

    Die Steinlaus sei nach dem Erstbeschreiber ein Nagetier. Sie soll max. 3 mmg lang werden, der Kopf habe einen max. Innendurchmesser von 0,5 mmg, das Tier passt also locker in einen Harnleiter.

    Weißt eh, wie das ist: Flughunde sind keine Hunde und Beutelratten sind keine Ratten. Meerschweinchen sind auch keine Schweine. Auf deutsche Bezeichnungen kann man sich nie verlassen. Es lebe Latein!

  4. 4 krimi0krimi November 30, 2008 um 11:23

    Ja, jetzt wird es also ein Tierkrimi. Steinläuse und Vögel. War eigentlich nicht geplant.

  5. 5 krimileser November 30, 2008 um 12:06

    Du hast recht !

    So steht es geschrieben.

    Ich hatte noch das Bild aus dem Pschyrembel im Kopf. Auf diesem ist allerdings ein segmentiertes achtbeiniges Wesen mit Fühlern zu sehen, das unmöglich zu den Nagetieren gehören kann.

    Kein Wunder also, dass Kollege Dr. Wolfgang E. Krumbein, das Tier den Milben zuordnet.

  6. 6 thewritingfranz November 30, 2008 um 12:37

    Es wurde Zeit, dass sich wer des Phänomens der Dachsteinhöhlen im Zusammenhang mit der Steinlaus annimmt. Wie sonst sollen denn die Dachsteinhöhlen entstanden sein? Offensichtlich drang aber durch die enorme Kälte in 2000m Höhe Eis in die Höhlen ein und – so mein Gedanke – die Steinläuse erfroren. Ich gehe davon aus, dass Millionen von St. noch im Eis der Höhlen eingeschlossen sind. Warum wird das aber verheimlicht?

    Noch eine idee plagt mich. Kann es sein, dass Salz in Urzeiten aus dem Salzberg mit Hilfe von Steinläusen gewonnen wurde?

  7. 7 krimileser November 30, 2008 um 15:15

    Lieber Franz,

    es handelt sich dabei um eine Abart der Steinlaus mit dem wissenschaftlichen Namen Halophager breussi, Neue wissenschaftliche Vorstellungen gehen dahin, dass einige Halophager in abgeschiedenen Gebieten überlebten und sich zum Wolpertinger weiter entwickelten.

  8. 8 thewritingfranz November 30, 2008 um 20:42

    Der Halophager Breussi treibt zur Zeit seine Beisserei in Tirol. Wie lange wird die Nordkette noch stehen?

  9. 9 pschyrembel Dezember 1, 2008 um 12:21

    Lieben Dank für den Hinweis auf unser Blog. Bei all der Kreativität hier würden wir uns sehr über den ein oder anderen Beitrag für unseren Wettbewerb freuen. Sie haben ja schon viele tolle Ansaätz.

    Ihre Steinlaus-Redaktion

  10. 10 krimi0krimi Dezember 1, 2008 um 17:35

    Ja, ich arbeite eh schon am Falldarstellungen steinlaus-assoziierter psychiatrischer Störungen: Petrophagophobie und Uretherozooenwahn. Aber Wissenschaft ist ein gar schwieriges Gebiet, das braucht seine Zeit.

  11. 11 Wildschützfranz Dezember 1, 2008 um 20:49

    Ich arbeite gerade an einer neuen Theorie der Wildschützen. In meinen Feldforschungen bin ich schon recht weit gekommen, bis ich hier über die Steinlaus las. In Bezug auf Stein konnte man bisher sagen, die wildschützen in diesem Gebiet hier schießen Steinböcke. Dazu verwendeten sie den sogenannten Stutzen. Der Stutzen war in Urzeiten der Wilderei mit Gewehren ein sehr kurzes Gewehr. Im Gegensatz dazu verwendet der Jäger eine Büchse, die lang ist. Bei meinen Forschungen fand ich aber auch Gewehre von Wilderern, die ganz, ganz, ganz klein waren. Bisher konnte ich mir nicht erklären, wofür diese verwendet wurden. Jetzt weiß ich es: Für Steinläuse. Ich werde in diese Richtung neues Material sammeln.

  12. 12 krimi,krimi Dezember 1, 2008 um 21:29

    Du solltest auch eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben. Ich glaube, die Einladung des Pschyrembel ging an uns alle.

  13. 13 pschyrembel Dezember 1, 2008 um 21:34

    Ja, die ging an alle! Wir sind schon ganz gespannt!!

  14. 14 krimi0krimi Dezember 1, 2008 um 21:36

    Ich frage mich allerdings, ob Bernd nicht „Hallophager“ meint. „Halo“ heißt, soviel ich weiß, „Lichtschein“. Dann wäre ein Halophager ein Lichtfresser, also der Urheber der schwarzen Löcher, die fälschlich dem CERN angelastet werden.

  15. 15 Wildschützfranz Dezember 1, 2008 um 21:41

    Aha, ich begreife. Hall = Salz, phager muss irgendwie etwas mit Fressen zu tun haben, ist mir jedoch mit meinem Juristenlatein ein unbekanntes Wort. Dann wäre das ganze zusammengesetzt ein Salzfresser. Das ist wirklich gut und witzig.
    Bin ich ein Totusphager? frage ich mich da.
    Ansonsten kommt das Wort „phager“ nirgends vor, jedenfalls nicht in meinem Umkreis.

  16. 16 Wildschützfranz Dezember 1, 2008 um 21:53

    Eine Verwandte von der Steinlaus dürfte auch die Niko-Laus sein. Die taucht aber nur an einem Tag im Jahr auf. Ist sie als Eintageslaus zu bezeichnen? Wo ist sie den Rest des Jahres? Jedenfalls hat die Niko-Laus eine positive Wirkung auf das Gesicht von Kindern. Diese strahlen beim Anblick der Niko-Laus. Wenn man Niko-Läuse züchten und so dressieren könnte, dass sie das ganze Jahr über in Kinderzimmern blieben, könnte man viele Kinderkrankheiten verhindern. Ich melde vorsichtshalber schon jetzt und hier mein Patent auf die Ganzjahresniko-Laus an.

  17. 17 krimileser Dezember 2, 2008 um 9:37

    Liebe Margit,

    es müsste tatsächlich Halo nicht Hallo lauten.

    Meine Frau hatte früher diese Keime, Halobacterien angezüchtet, die gehören zur Klasse Halobacteria und zur Ordnung Halobacteriales und sind (wie Vibrionen übrigens auch) eindeutig halophil und nicht hallophil.

    Der Lichtfresser (? Luxophager) hätte auch was. Von wegen Kugelgestalt der Erde. Seit Anbeginn der Zeit sind Tag und Nacht nichts anderes als der Ausdruck des ewigen Kampfes zwischen Luxophager und Tenebraedispellens promethei.

  18. 18 Wildschützfranz Dezember 2, 2008 um 15:21

    Das sagt Wikipedia dazu:
    „Das Halobacterium ist eine Gattung der Ordnung Halobacteriales, der zahlreiche Arten angehören. Man nennt sie (wie z. B. alle anderen Halobakterien) extreme halophile Euryarchaeen, weil sie zum Wachsen mindestens 9% Salzgehalt benötigen, und sehr hohen vertragen (15-30%). Sie wachsen hauptsächlich dort, wo hohe Salzkonzentrationen zu finden sind, etwa in Salzseen, Salinen oder eingesalzener Nahrung. Die Gattungen Halobacterium und Halococcus haben die größten Plasmide unter den extrem halophilen Archaeen“.
    Da diese Bakterien sehr vom Salz abhängig sind, dürfte das „Hal“ in ihrem Namen doch „Salz“ bedeuten.
    Aber wozu dienen diese Viecher? Kann ich mich damit anstecken und so zum Hal-stätter werden?
    Meine Theorie wird dahingehend ausgebaut,dass mit Halobacterien befallene Steinläuse in Urzeiten in den Salinen zum Salzbergbau verwendet wurden.

  19. 19 krimi,krimi Dezember 2, 2008 um 19:29

    Dank Euch beiden, wieder was gelernt.

    Ich war so in Hallstatt und Hallein verhaftet, dass ich dachte, es bräuchte ein zweites „l“ und das Halobacterium war mir schlicht umbekannt, obwohl ich nicht weiß, ob das jemand, der einstmals Medizin studiert hat, zugeben darf.

    Übrigens habe ich die längst Zeit gelesen, Bernds Frau hätte Halobacterien angezündet (statt angezüchtet). Ich dachte schon: Jetzt ist das Öl in Deutschland draußen schon so teuer, dass man Bakterien verfeuern muss.


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