Kriminachrichten aus Österreich

Wien bekommt jetzt auch eine Buchmesse. Sie findet vom 20. bis zum 23. Dezember auf dem Messegelände statt. Die →Wienerzeitung kündigt sie an.

→Der Kurier berichtet von der Aufführung des Theaterstücks „Gomorra“ nach dem gleichnamigen Roman von Robert Saviano im Rahmen des „Italienischen Theaterherbstes“ an der Volksbühne in Berlin. Mit Fotos! Waren die Kurier-Leute jetzt wirklich dort oder haben sie deutsche Spione geschickt? Wie die Aufführung war, erfährt man immerhin nicht.

→Bei der Presse rezensiert Peter Roos einen Steinfest: 177 Seiten, Umschlag abwaschbar, die Seite unter 10 Cent. Den Titel möchte er gerne geheimhalten, denn er findet, der Autor habe dieses Buch nur für ihn verfasst: Nach eigenen Angaben ein Piefke in Wien. Schließlich erfahren wir doch, dass es sich um die „Gebrauchsanweisung für Österreich“ handelt. Liest sich anscheinend wie ein Krimi, denn Herr Roos habe das Buch schon 3x geschrieben und 7x verschenkt. Wer verschenkt denn sonst eine Gebrauchsanweisung öfter als fünf Mal?

Einen anderen Steinfest, den aktuellen Krimi „Mariaschwarz“ rezensiert Ingeborg Sperl →beim Standard. Sie meint: Steinfests Unberechenbarkeit, was vohersehbare Entwicklungen anbelangt, mache die Lektüre amüsant. Daselbe Mariaschwarz hat Georg Renöckl beim →Literaturhaus rezensiert. Renöckl hat sich offenbar weit weniger amüsiert und vor allem Probleme mit dem letzten Drittel des Buchs, das er als eine Art „Nachspiel“ nach der eigentlichen Klärung des Falles betrachtet. Handlung und Figurenzeichnung des Falles würden dort völlig beliebig, meint er und stellt die Frage, ob das Mitteilungsbedürfnis des gutgelaunt, aber einsam vor sich hin monologisierenden Erzählers allein ausreicht, um die Leser von Mariaschwarz nach Abschluss des Falles noch bei der Stange zu halten. Da ich neuerdings gerne  Rezensenten rezensiere, stelle ich die Frage, ob man „den Fall“ wirklich nach zwei Dritteln des Buches schon als abgeschlossen sehen kann. „Welchen Fall?“ möchte ich da fragen, denn eigentlich sind es mehrere Fälle und nach meiner Lesart werden nicht einmal alle innerhalb des Buchs gelöst. 

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