Ich lese die Menschenfreunde …

… und dokumentiere ab jetzt und hier meine Leseeindrücke.

→→→ Ab ins Schaufenster damit.

„Menschenfreunde“ von Dieter Paul Rudolph, Shayol 2008

__________

Nachtrag am 7.9.2008:

Das Buch ist gelesen, das Lesen dokumentiert. Entstanden ist ein höchst subjektives Sammelsurium von Zitaten, Lieblingsstellen, Ärgernissen und Interpretationen. Ein fragmentarisches Gebilde, ein Haufen virtueller Notizen, unsortiert und persönlichen Interessen geleitet. Mehrmals wurde moniert, dass man die Handlung des Buches nicht daraus ablesen könne, ich dachte, das wird noch, aber es wurde nicht. Dieses Art der Dokumentation, dieses einfach herausschreiben, was einem im Moment so in den Sinn kommt, eignet sich nicht für eine Darstellung von Zusammenhängen. Das hätte auch von vornherein klar sein können: Wie soll man einen Zusammenhang darstellen, den man im Moment des Schreibens noch gar nicht kennt?  Muss ich das jetzt nachholen und eine Rezension schreiben? Ich denke nicht, das haben schon andere getan. Eine besonders schöne gibt es bei →Georg. Da erfährt man auch, worum es geht.

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78 Responses to “Ich lese die Menschenfreunde …”


  1. 1 krimi0krimi September 5, 2008 um 17:24

    Seite 8

    „Sollte sie einmal in einem Buch lesen, in einem Film sehen, dass man Sekretärinnen solcherart als Selbstbefriedigungsmaschinen darstellte, sie würde ohne zu zögern bitterböse Leserbriefe schreiben, das sei doch wohl das Letzte, die Würde der Frau pp.“

    Da bin ich aber froh, dass die Figuren selber Leserbriefe schreiben und mir das abnehmen. Ich wollte nämlich gerade einen Leserbrief schreiben. Für einen Krimi, der als Frauenkrimi angekündigt wurde, ist der Beginn arg verstörend. Ich erwarte mir langhaarige, birkenstocktragende Grün-linke Feministinnen, keine Selbstbefriedigungsmaschinen.

  2. 2 krimi0krimi September 5, 2008 um 17:58

    „sprotze“

    Kommt in die Sammlung seltener Wörter.

  3. 3 krimi0krimi September 5, 2008 um 18:03

    „Dass er nach den Spielen unter die Dusche musst, um sich den Schweiß abzuwaschen, den er nicht vergossen hatte …“

    Dass Ersatzspieler, die gar nicht Fußball gespielt haben, nach dem Spiel duschen müssen, gehört zu den Dingen, die ich echt nicht gewusst habe. Ein Bildungsbuch also.

  4. 4 thewritingfranz September 5, 2008 um 21:16

    Im Schweiße ihrer Angesichter hat er das Spiel mitverfolgt.

    Wieso tragen Feministinnen Birkenstöcke und kein Dirndl? Bitte eine Frage: Was tut man mit Birkenstöcken als Frau??? Ich habe noch nie eine Frau mit Birkenstock gesehen.

    Sprotze: a) kleiner Fisch in der Nord- oder Ostsee
    b) angeben, gesund sein; „Er sprotzte vor Kraft“
    c) Umgangssprachlich für Fernseher
    d) Feuerwehrgerät zum Löschen
    e) Die „Hand“ eines Bären
    f) Ordinärer Ausdruck für weiblichen Geschlechtsteil

  5. 5 dpr September 5, 2008 um 21:18

    Na und? Wie weiter? Letzter Eintrag 18 Uhr 03. Du hast doch das Buch nicht etwa aus der Hand legen können? Das konnte bisher noch niemand! Immer wieder merkwürdiges Österreich! Also weiter. Ganz Krimideutschland wartet.

    bye
    dpr

  6. 6 thewritingfranz September 5, 2008 um 21:19

    Als Jurist bestehe ich auf die Definition von „Frauenkrimi“. Ist da eine Frau das Opfer, ist sie Kommissarin, ist sie Richterin? Oder schrieb den krimi eine Frau?

  7. 7 krimi0krimi September 5, 2008 um 21:20

    Nein: „So als sprotzte die Kaffeemaschine ihr letztes Wasser in den Filter.“

    Manche Feministinnen tragen Dirndl. Frauem im Dirndl laufen aber immer Gefahr, missverstanden zu werden. Sagte doch seinerzeit Karl Moik zu einer Juristin im Dirndl: „Stehn Sie auf, Frau Doktor. Sehen Sie, meine Damen und Herren, so schön kann eine Frau Doktor sein.“ Das tut weh. Ist eine Frau Doktor jetzt von Natur aus schiach, dass das extra hervorgehoben werden muss? Oder darf eine schöne Frau im Dirndl keine Frau Doktor sein? Oder wie soll man das verstehen?

  8. 8 krimi0krimi September 5, 2008 um 21:26

    @ dpr: Nein, ich legte es nicht aus der Hand. Ich hielt es, während ich bügelte, telefonierte und Fischwasser wechselte. Aber mit einer Hand das Buch halten, mit der Anderen den Wasserschlauch und mit der dritten Bloggen, das geht halt nicht.

  9. 9 krimi0krimi September 5, 2008 um 21:28

    Schlüpfrig. Genau. Denk ich mir die ganze Zeit. Und dann ist nur der Rasen schlüpfrig.

    @ Franz: Der Autor behauptet seit Wochen, das sei ein Frauenkrimi ohne es zu definieren. Jedenfalls ist die Leiche eine Frau und die Kriminalhauptkomissarin.

  10. 10 thewritingfranz September 5, 2008 um 21:28

    Wieso ist Österreich merkwürdig? Deutschland ist merkwürdig. Dort isst man Schnitzel mit Marmelade, die dort Konfitüre genannt wird. Und man hat seit 500 Jahren keine Antwort darauf gefunden, warum der Rhein so schön ist.Ein merkwürdiges Land, wo ein Fluss verehrt wird, in dem die Lorelei scharenweise Schiffer umbringt. Wo Winnetou – dem bekanntesten Protagonisten der deutschen Literatur – noch kein Denkmal gesetzt wurde. Wo Mozart, unser Mozart, zum berühmtesten Deutschen gewählt wird. Wo man immer noch nicht einsieht, dass Beethoven eigentlich ein Österreicher war. Wo schon in kleinen Städten, wie Bad Tölz, jede Woche Morde passieren. Und wo man Cordoba nicht vergessen kann.

  11. 11 thewritingfranz September 5, 2008 um 21:33

    Eine Frau Doktor ist immer schön, weil Intelligenz schön macht. Es gibt aber auch jene Frauen Doktoren, die einen doktor geheiratet haben und ein Dirndl benötigen um schön zu sein. Eine Frau Doktor hat ein Dirndl so zum drüberstreun und manche verdeckt vielleicht ein Bäucherl damit. Andererseits ist ein Dirndl auch ohne Frau Doktor schön, einfach, wenn es so da hängt. Am schönsten ist aber, wenn das Dirndl eine Frau Doktor ist.

  12. 12 thewritingfranz September 5, 2008 um 21:37

    Und jetzt erzähl schon, wie geht der Krimi weiter. Die Sekretärin will nicht. Wird sie deshalb ermordet? Seichtes Plot!

  13. 13 thewritingfranz September 5, 2008 um 21:42

    Und jetzt erzähl schon, wie geht der Krimi weiter. Die Sekretärin will nicht. Wird sie deshalb ermordet? Seichtes Plot!

    Ich aber habe Kopfweh, weil ich auf engstem Raum eine Stunde lang einem Dudelsackorchester zugehört habe. und wie der Dudelsacklehrer erklärte, können Dudelsäcke nur G-Dur-Töne produzieren. Ein ziemlich Eintöniges Erlebnis ist daher so ein Konzert. andererseits haben wir darüber gesprochen, dass diese Säcke ursprünglich nicht für Konzerte gedacht waren sondern zum Vorherziehen vor den schottischen Kriegern im Kriege und dass der Feind durch ungeheur leute G-Dur-Töne alleine schon Angst bekam und dass wir Österreicher natürlich gegen eine schottische Armee mit unseren Seitlpfeifen, die vor unseren Kriegern hermaschieren, keine Chnace hätten. Deshalb wohl besser tu nube Austria. Aber wer will schon den Molterer ins Bett?

  14. 14 krimi0krimi September 5, 2008 um 21:49

    Bitte, nur im Salzkammergut ist eine Frau im Alter einer Frau Doktor noch ein Dirndl. Wahrscheinlich auch noch, wenn sie siebzig ist. Wobei in diesem Krimi ein Herr Doktor dreiundzwanzig ist. Ist ein Informatikstudium in Deutschland so einfach? Und nennt man den jungen Mann im Salzkammergut dann „Buam“?

    Der Krimi wird dann ziemlich kompliziert, er jongliert mit Summen von vier Millionen Euro auf drei Jahre verteilt aus den Töpfen der EU und des Bundeshaushaltes. Die Rechnerei bremst natürlich die Lesegeschwindigkeit. Jedenfalls wurden jetzt bereits zwei mögliche Mordmotive eingeführt: Gratissex oder vier Millionen.

  15. 15 krimi0krimi September 5, 2008 um 21:51

    .. und noch einmal zwei Millionen Euro, gar nicht gerechnet die Folgeaufträge, die Gelegenheiten auf Kongressen, Messen und Projektvorstellungen weitere Aufträge an Land zu ziehen.

  16. 16 krimi0krimi September 5, 2008 um 21:54

    Was sind Schubtüren? Entweder schieben oder Türln. Aber beides? Bitte, gibt es hier einen Tischler? Oder eine Tischlerin?

  17. 17 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:01

    „Auf die Kacke hauen.“

    * notiert Germanizismen. Da sind Austriazismen nix dagegen.

  18. 18 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:05

    Ha! „Die Bahlke hätte es niemandem gestattet, sie Mädchen zu nennen.“ Die Bahlke ist die Komissarin. Da könntets Euch brausen gehen, es Salzkammerguter, bei der Bahlke.

    Und sie dreht sich doch. Die Welt steht wieder richtig.

    * für alle deutschen MitleserInnen: „Dirndl“ ist salzkammerguterisch für „Mädchen“.

  19. 19 thewritingfranz September 5, 2008 um 22:06

    Gratissex, der von der EU mit 4 Millionen bezahlt wird, ja das ist schon was.

    Schubtüren, das dürfte eine Ausdruck der Deutschen für Schiebetüre sein. Eine Schiebtüre ist eine Türe, die man durch nach links oder nach rechts schieben aufmacht, im Gegensatz zu der Normaltür, die man durch Drücken oder Ziehen öffnet.

  20. 20 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:09

    Ach so, ein Möbelgermanizismus.

  21. 21 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:16

    Ha! Es spielt in einem „saarländischen Kaff“! Ein Regiokrimi.

    * Verzückt

  22. 22 Georg September 5, 2008 um 22:30

    Ha! „Dirndl“ ist verdorbenes Norddeutsch. Es heißt nämlich „Deern“. Besonders heißt es „soute deern“. Aber nicht bei euch.

    * Möbelgermanizismus!
    ** was nicht noch alles

  23. 23 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:33

    Und was ist „soute“?

    * Braucht ein Wörterbuch

  24. 24 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:38

    Gendergerecht geschrieben: „Russen und Russinnen“.

    * zufrieden

  25. 25 krimi0krimi September 5, 2008 um 22:41

    „Schlosskirche Saarbrücken“

    Ein weiteres Regioelement

  26. 26 Georg September 6, 2008 um 7:12

    Süße. Gesprochen: saute.

  27. 27 krimi0krimi September 6, 2008 um 9:14

    Aha. Danke, Georg.

    Posttraumatische Symptome, sehr schön auf Seite 49.

    * wartet auf die Psychiaterin, da es ein Frauenkrimi ist, wird es wohl eine Frau sein.

  28. 28 krimi0krimi September 6, 2008 um 9:16

    „StudentINNNEN“. Steht so da. Da kann ich einpacken mit meinem Binnen-I.

  29. 29 krimi0krimi September 6, 2008 um 9:20

    Geeehhhhh! Müssen gebildete Frauen als so dumme Trutschn dargestellt werden, die sich wundern, dass der Drucker nicht geht, wenn er gar nicht eingeschaltet ist? Pfffffft!

  30. 30 JL September 6, 2008 um 10:23

    ‚Druckerstauberaterin‘ ist hierorts ein anerkannter Ausbildungsberuf. Deshalb ist es (arbeitsmarkt-)politisch korrekt, über den Druckerstatus nicht Bescheid zu wissen (vorzugeben). Wie man hört, ist ‚Menschenfreunde‘ ein Bildungsroman.

    Beste Grüße!

  31. 31 krimi0krimi September 6, 2008 um 10:41

    Ach so. Das bestätigt dann also, dass die Menschenfreunde ein Bildungsroman sind. Man lernt etwas über neue Ausbildungsberufe.

    Ein Lieblingszitat:

    Da hockte ein verängstigter Mann, der keine Nudeln mochte, und aß Nudeln, nur damit ihn ein anderer Mann, der Nudeln über alles liebte, nicht verließ.

    Allerfeinste Psychologie

  32. 32 krimi0krimi September 6, 2008 um 10:58

    Die Polizei schickt hier Leute von der „Trachtengruppe“ aus.
    Fraunz? Frahaaanz? Wo bist Du? Das ist etwas für Dich.

  33. 33 krimi0krimi September 6, 2008 um 11:39

    Plastiksäckchen oder Baumwollsäckchen? Das ist jetzt die Frage? Womit trainieren Fußballer die von Georg schon ausführlich beschriebene Spucktechnik?

    Einmal spucken sie in ein von der Decke baumelndes Baumwollsäckchen und einmal in ein Plastiksäckchen, dann ist es wieder Baumwolle.

    Ich plädiere für Plastik, aus hygienischen Gründen, das lässt sich leichter reinigen. Baumwolle graust mich nur. Muss man sich einmal bildhaft vorstellen. Elf Leute „schießen ihren Rotz“ in Baumwolle.

    Ich fühle mich schon wie bei Charlotte Roche.

  34. 34 krimi0krimi September 6, 2008 um 11:51

    Wichtiges Zitat über Krimiautoren:

    „im ‚Viertele‘ hockten also diejenigen, die ihre Hartz-IV Anträge auch auf Latein hätten ausfüllen können, die von der wirtschaftlichen Dominanz ihrer Frauen gefrusteten Hausmänner, die arbeitslosen Soziologen, Krimiplots austauschend, mit denen sie auf leichte Art zu literarischem Ruhm, sprich zu Geld kommen wollten.“

  35. 35 krimi0krimi September 6, 2008 um 11:57

    „Das Gegenüber prustete einen Schwall Jauche übern Tisch.“

    Sag ich doch. Frau Roche kann hier abschreiben. Solche Körpersäfte kennt sie nicht. Jauche.

  36. 36 krimi0krimi September 6, 2008 um 12:12

    „Wenn man das aufschreibt, wird es unwahr.“

    Bildungskrimi. Ein erkenntnistheoretisch bedeutsamer Satz.

    Weise wie das →Paradoxon des Epimenides.

  37. 37 dpr September 6, 2008 um 12:33

    Ja Servus, Frau Hofrat. Jetzt sieht sich der Autor in der verzwickten Lage, einer Österreicherin etwas über Profifussball erzählen zu müssen. Darüber, dass erfolgreiche Fußballmannschaften natürlich immer mehrere Garnituren von einer Sache haben, Trikots, Schuhe – und auch Spuksäckchen, die der ZEUGWART nach Gebrauch reinigt und zum Trocknen aufhängt. Der Clou: Während die baumwollenen oder plastiknen Säckchen quasi nicht genutzt werden können, kommt die zweite Garnitur zum Zug. Also mal die baumwollene oder die plastikne. DAS ist Berufsfußball! Einem deutschen Leser, einer deutschen Leserin braucht man das nicht zu erklären, Professionalismus wird bei uns mit der Muttermilch verabreicht. Hat man eine solche Philosophie, verliert man auch nicht gegen diese Faröer-Inseln dort oben. Oder gegen ein formschwaches Deutschland. Sollte „Menschenfreunde“ eine zweite Auflage erleben, ist übrigens eine „special version“ für Alpenländer geplant. Mit Worterklärungen.

    bye
    dpr

  38. 38 krimi0krimi September 6, 2008 um 12:42

    Bitte in der Österreichversion nur Plastiksäckchen verwenden. Rotzgefüllte Baumwollsäckchen sind einfach zu ekelhaft. Oder besser: Einwegsäckchen aus abbaubaren Biopolymeren.

    In Büchern gab es auch immer beabsichtigte Druckfehler.

    Aha, das ist also ein Suchkrimi. Könnte das nicht am Anfang stehen? Dann geh ich jetzt in die Sonne hinaus und fang später von vorne wieder an, Fehler suchen. Was bekommt der- oder diejenige, die am meisten Fehler findet?

  39. 39 krimi0krimi September 6, 2008 um 12:49

    Das ganze Zitat ist übrigens sehr schön:

    In Büchern gab es auch immer beabsichtigte Druckfehler. Nur der ironische Umgang mit dem Makellosen gibt Dir ein Gesicht, wusste er. Wenn Du keine Schwächen mehr hast, bist Du tot.

  40. 40 dpr September 6, 2008 um 12:53

    Es gibt beabsichtigte Druckfehler. Und unbeabsichtigte. Und solche, die keine sind. Und solche, die besser welche wären.

    bye
    dpr
    *sichert sich nach allen Seiten ab

  41. 41 krimileser September 6, 2008 um 12:56

    Margit, lass Dich von Georg nicht verbockshornen !

    Von wegen „soute Deern“ oder „saute Deern„, „seute Deern“ ist es.

  42. 42 krimileser September 6, 2008 um 12:57

    Liebe Margit,

    schaust Du mal in den Spamordner. Danke !

  43. 43 krimi0krimi September 6, 2008 um 13:13

    „Seute Deern“ also. Baujahr 1939. Interessant.

  44. 44 thewritingfranz September 6, 2008 um 17:58

    Wir reden hier von zwei Sorten von Dirndl. einmal meinen wir damit die schöne, junge oft noch jungfrauliche Maid. die ihr Deern nennt. Ihr sexuelles Gegenüber ist der Bua. Das ist wohl bei euch der Junge.
    Zum Zweiten wird darunter eine Tracht verstanden, das Dirndlkleid, abgekürzt das Dirndl. Oft trägt also ein Dirndl ein Dirndl. Das Dirndlkleid benötigt keine Jungfrau. Leider wird es oft auch von alten fetten Vetteln getragen, die dann glauben, wieder schön zu sein und jungfräulich.

    Den Hohn auf unseren Fußball verbitte ich mir. Cordoba, denkt an Cordoba!!!
    Unsere Fußballer sind auch nicht so grauslich, in ein Säckchen zu spucken. Sie spucken auf den Boden! Aber das mit den Säckchen ist wieder typisch deutsch. Sind die durchnummeriert und jedem Spieler zugewiesen und ist die Zeit genau eingeteilt, wann man wieviel spucken darf?

    Vom krimi habe ich das Plot bisher immer noch nicht erkannt. Offensichtlich geht es um eine unbefriedigte Sekretärin, die keine Sexmaschine sein will und Schwierigkeiten mit dem Drucker im Büro hat. Daher ruft sie den Druckerstaudienst. Und dann verliert sich die Handlung in eine mir unbekannte Region, wo Frau Roche wohnt. Was ist noch zu erwarten?

  45. 45 thewritingfranz September 6, 2008 um 18:00

    Einen schönen Gruß von krimi.krimi. Ihr Internetanschluss streikt derzeit. Bei Streikende meldet sie sich sofort.

  46. 46 dpr September 6, 2008 um 22:10

    Glaub ich nicht. Es ist passiert, was bisher allen passiert ist: Sie kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Auch nicht, um einen Computer zu bedienen. Ich wusste, dass es so kommen würde. Danke, Frau Krimi.

    bye
    dpr

  47. 47 Georg September 6, 2008 um 23:06

    * liest das Buch zum dritten Mal
    ** tippt nur noch mit einer Hand

  48. 48 Georg September 6, 2008 um 23:07

    Und „saute“ etc. (hat auch ins Portugiesische abgefärbt – saudade, aber das nur nebenbei): da kommt es halt drauf an, wo man herkommt und welchen Dialekt man spricht…

  49. 49 krimi0krimi September 7, 2008 um 10:44

    Es stimmt zwar, dass man das Buch nach der Seite 155 praktisch nicht mehr aus der Hand legen kann, aber es ist mir immerhin noch gelungen, den Computer neu aufzusetzen und die Weltmeisterschaftsqualifitkation Österreich gegen Frankreich anzuschauen: 3:1 für Österreich

    Soviel zum Thema Fußball.

    So, ich muss jetzt ein Virenschutzprogramm installieren.

    Das Buch ist fertig gelsen, aber ich habe bunte Zetteln hineingelegt, wo ich etwas bloggen will. Das kommt noch.

  50. 50 dpr September 7, 2008 um 11:04

    3:1 gegen ein erschreckend schwaches, Ribery-loses Frankreich. Deutschland hingegen: 6:0 gegen ein gigantisch über sich hinauswachsendes Liechtenstein. – Und wieso erst nach Seite 155?

    bye
    dpr
    *versteht die Österreicher immer weniger

  51. 51 krimi0krimi September 7, 2008 um 11:57

    Weil das eine extrem starke Stelle ist, die mit dem Baustellenschild. Vorher ist es mehr Whodunnit und raten kann ich selber, auch beim Geschirr spülen und anderen anregenden Tätigkeiten. Ich habe geglaubt, jetzt wird eben bis zum Ende der Fall gelöst, kompliziert genug. Aber ab 155 war klar: Da passiert noch einmal was und zwar mehr als ein blöder Streich. Blanker Thriller. Na gut, Whodunnit auch noch. Beides.

  52. 52 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:16

    Dieses neu installierte Windows XP will mir ständig und in penetrantester Art und Weise eine Tour aufdrängen. Weiß jemand zufällig, wie man das los wird?

    Gut, dann schaue ich jetzt also, wo ich überall Zetteln hineingesteckt habe.

    Krimitheorie:

    Durch die Blume mitteilen, man habe keine Ahnung. Das wiegt sie in Sicherheit, eine falsche Fährte.

    und wieder Psychologie:

    Sie können überreden, weil sie über einen hinwegreden können, eine Welle, die Dich mitreißt.

  53. 53 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:21

    Seite 113: Jetzt kommt zum ersten Mal der Psychiater ins Spiel

    Leider, sehr am Rande:

    „Du solltest wirklich mal zum Arzt.“
    Das war es. Diese Empfehlung, die nicht in Wut, nicht voreilig ausgesprochen war, sondern wie der Rat eines besorgten Freundes. Zum Arzt. Zum Irrenarzt. Zum Psychiater. Und vielleicht stimmt das sogar.

    Wird sogleich auf ein Karteikärtchen notiert und abgelegt unter dem Register: „Zuweisungsmodi in der Weltliteratur des Jahres 2008“

  54. 54 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:29

    Dieser Bildungskrimi deckt ja sehr viele Fachgebiete ab: Psychologie, Gendertherie, Soziologie, Literaturwissenschaft, Sportwissenschaft.

    Und natürlich Erziehungswissenschaft, Sozialarbeit, Ökonomie und Politikwissenschaften („Instrumente der Arbeitsmarktpolitik“), auch Informatik. Darauf bin ich hier noch wenig eingegangen, das sind aber explizite Inhalte des Krimis. Fast eine Enzyklopädie, dieses Buch. Auf Seite 116 werden wir wieder in Literaturwissenschaft unterrichtet. Es geht um die Frage: Was ist ein gutes Buch?

    „Was für Bücher sind das?“
    Sie guckte sich noch einmal um.
    „Gute Bücher. Die meisten jedenfalls.“
    „Und was ist ein gutes Buch?“
    „Eins, das mir Dinge sagt, die ich noch nicht wusste. Eins, das mich zum Denken bringt. Nicht zum Nachdenken. Ich denke niemals nach, ich äffe niemals nach, ich spreche niemals nach. Und jetzt fragen Sie mich, wo ich meine Fußballpokale habe.“

  55. 55 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:36

    Um hier nicht nur Spezialperspektiven einzubringen, sondern auch einmal etwas zu zitieren, das zum zentralen Thema das Buches gehört, weil sich Franz sonst natürlich nicht auskennen kann:

    Man brauchte auch Arbeiter, das wusste Kevin, das sagten sie ihm auch daheim, das sagten sie ihm in der Schule, das wurden die Fußballreporter nicht müde zu behaupten, auch Arbeiter, nicht nur Künstler, denk bloß an den Müll, der muss ja auch irgendwie weg von der Straße.“

    Darum geht’s.

    Hübsch übrigens:

    „Hast Du einen Kevin in der Mannschaft?“
    Gupphorst gluckste.
    „Einen? Fünf!“

    In welches Forschungsgebiet fällt das jetzt? Soziologie?

  56. 56 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:40

    Im Mittelpunkt des Schaubildes, wie es sich ein wenig unscharf auf dem Mattweiß der Wand zeigte, stand ein stilisiert gezeichneter Mensch, dessen Geschlecht wegen des Fehlens entsprechender Merkmale (Haare, Kleidung) nicht bestimmt werden konnte.

    Wer das Geschlecht nach Haaren und Kleidung bestimmt, kann aber mitunter einfahren.

  57. 57 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:48

    Ah, ja, das fällt mir auf Seite 143 auf. Das Buch ist auch super für Sammler und Sammlerinnen. Hierher haben sich ja vor kurzem Leute gegoogelt, die Wörter gesucht haben, die auf „nf“ enden. Die Leute sammeln wirklich alles heutzutage, sogar Wörter, Silben und Endungen. Dieses Buch ist etwas für Leute, die Wörter sammeln, in denen „-otz“ vorkommt. „Sprotze“, „Rotz“ und hier gleich zwei in einem Satz: „… beglotzte sie die strotzende Natur.“ Vielleicht gibt es noch mehr, „protzte“ würde auch gut ins Buch passen, aber ich habe bislang nicht darauf geachtet und es vielleicht überlesen. Ich bin ja keine Sammlerin, so etwas entgeht mir.

  58. 58 dpr September 7, 2008 um 14:48

    Du kennst aber solche Piktogramme? Auf WC-Türen zum Beispiel. Frauen werden als Rockträgerinnen oder Langhaarige ausgewiesen. Männer haben meistens gar nichts an und auch keine Haare.

    bye
    dpr

  59. 59 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:50

    Ja lass mich halt lästern. Du hast doch selber nach einem Verriß gerufen, davon bin ich noch weit entfernt.

  60. 60 dpr September 7, 2008 um 14:55

    Darfst du! Wenn du mich verreißt, wird jeder sagen: Das macht die nur, weil der dpr die Österreicher immer so aufzieht. Wenn du mich lobst, wird jeder sagen: Na, was soll sie auch anderes tun, ist halt ein Klassebuch. Also kanns mir eh wurscht sein.

    bye
    dpr
    *kennt sich aber aus mit Klotüren!

  61. 61 krimi0krimi September 7, 2008 um 14:57

    Das ist übrigens ein ungeklärtes feministisches Problem: Ein feministisches Thema sind ja die Ampelmännchen, die natürlich diskriminierend sind. Deshalb wurden inzwischen schon Ampelweibchen entworfen. Die wiederum werden kritisiert, weil sie unzeitgemäße weibliche Attribute aufweisen.

    Hinter der banalen Powerpoint-Präsentation des Pädagogen Siegmann verbergen sich also tiefgründige gesellschaftliche Problemstellungen und Siegmann weiß es nicht einmal. Für was (sic! Ad Georg) haben wir den studieren lassen, den Siegmann?

  62. 62 krimi0krimi September 7, 2008 um 15:01

    →Das Ampelweibchen: Praktisch ein Dirndl im Dirndl.

  63. 63 krimi0krimi September 7, 2008 um 15:14

    blümerant

    So ein ästhetisches Wort. Und schon fast vom Aussterben bedroht. Schön, dass ein Exemplar gerettet wurde. Seite 163.

  64. 64 krimi0krimi September 7, 2008 um 15:23

    Zurück auf Seite 122, da habe ich etwas übersprungen. Das kommt davon, wenn man nicht mehr live bloggt, sondern praktisch eine Aufzeichnung.

    Da putzt sich die Kommissarin die Zähne mit der Zahnbürste dieses Fußballtrainers. Wääääääh! Außerdem kotzt sie noch auf derselben Seite. Zuerst mit dem Kopf fast am Boden der Kloschüssel, dann auf sich selber.

    Da fischt der Autor ganz offensichtlich im Pool der 700 000 Roche-Leser und Leserinnen. Eine klare Konzession an die Zielgruppe. Hat der Wörtche wohl übersehen. Aber mir entgeht nix.

    „Kotzt“, übrigens wieder ein schönes „-otz“-Wort, siehe weiter oben.

  65. 65 krimi0krimi September 7, 2008 um 15:38

    Wer verkündet, dass es sich um einen Frauenkrimi handelt, muss auch damit rechnen, dass das Buch unter diesem Aspekt gelesen wird:

    Und plötzlich fing sie an zu kichern. Gänzlich unmotiviert, dachte Siegmann, der ob des ungewohnten Ellergeräuschs zusammengezuckt war und sich die Dame aus dem Augenwinkel betrachtete. Beim Friseur war sie auch gewesen, das bemerkte er erst jetzt. Aufgelockerte Fönfrisur, das nahm ihr etwas von der Strenge, mit der sie doch durchaus reüssieren konnte, gerade bei diesem Steißpaukern. So wie sie kicherte, würde der Bildungsbock meckern, wenn das mit den Audiodateien erst einmal funktionierte. Gestern abend hatten sie das nicht hingekriegt, das Meckern klang wie kaskadisches Furzen in einem Blecheimer.

    Ja eh. Diese Art der Darstellung von Frauen erwartet man natürlich in einem Frauenkrimi.

  66. 66 krimi0krimi September 7, 2008 um 16:21

    Ich habe mich entschlossen, an dieser Stelle ein ausführliches und zugleich das Schlusswort zum Thema Frauenkrimi loszuwerden. Franz hat ja hier schon die Frage gestellt, →was ein Frauenkrimi ist und ich würde es jetzt einfach einmal von den Leserinnen her definieren, ähnlich wie es JL vor geraumer Zeit mit dem Wort „Krimi“ gemacht hat. Ein Frauenkrimi ist ein Krimi, der von LeserInnen dafür gehalten wird. Da ich jetzt die einzige Leserin hier bin, definiere ich es einfach selber und zwar angelehnt an Frau Laudan, Herausgeberin der Ariadne-Reihe bei Argument, nachzulesen im obigen Link zur „Zeit“: „Frauenkrimis“ sind Krimis, in denen Frauen als eigenständige, ernst zu nehmende, komplexe Personen dargestellt werden.

    Schauen wir uns jetzt einmal die drei wichtigesten Frauen an:

    – Da gibt es die ermordete Sekretärin. Im Buch selbst als „Selbstbefriediungsmaschine“ dargestellt. Sie ist Dienstleisterin in allen Belangen. Das reflektiert sie zwar, es ändert aber nichts dran.

    Eine Frau, die sich einen Mann auf den Schoß setzte, etwas über sich ergehen ließ, so wie andere ein Leben lang Fließband über sich ergehen lassen, eine Registrierkasse, ein paar Handgriffe, die Abfolge von Tastenkombinationen. Seite 178

    – Und dann die Kommissarin: Eine gut ausgebildete Frau, anders als die Sekräterin gehört sie mehr auf die Seite des Handelns und der Macht. Diese Frau ist zunächst einmal ein Blaustrumpf, hochgradig sexuell unbefriedigt und sie leidet unter jahrelangen Schlafstörungen, die sich natürlich schlagartig bessern als sie endlich flachgelegt wird.

    Höflich ausgedrückt: Diese Frauenbilder kenne ich doch irgendwo her? Woher nur?

    – Die Dritte im Bunde ist die Eller aus dem oben angeführten Zitat. Bis zu diesem Punkt im Buch ist sie eher eine Nebenfigur, Teammitglied in einem Team, das E-Learningprogramme entwickeln soll. Sie wird zunehmend immer wichtiger. Dennoch scheint sie bis hierher einmal die Einzige zu sein, die auf eigenen Füßen steht und nicht nur auf denen männlicher Projektionen.

    Jetzt sagt dpr ja an anderer Stelle*, dass sich erst ganz zum Schluss herausstellt, dass es ein Frauenkrimi ist. Das kann ich sogar nachvollziehen, ohne mich weiter darauf einzulassen, weil ich sonst womöglich das Ende verraten müsste.

    Man kann mir jetzt entgegenhalten, dass auch Männer ähnlich dargestellt werden: Als Träger kumulierter, zu einer Rolle gehörender Eigenschaften, die ihre jeweilige Position verschärfen und auf die Spitze treiben. Und als Opfer der Umstände.** Man kann mir alles Mögliche entgegenhalten. Ich kann dazu nur sagen: Das Buch unter dem Aspekt „Frauenkrimi“ zu lesen, erhöht nicht gerade das Lesevergnügen. Bis ganz zum Schluss vielleicht, aber dahin ist es ein weiter Weg. Einfach nur als Krimi gelesen, ist das Buch jedenfalls weitaus vergnüglicher.

    * Ich finde das beim besten Willen nicht mehr, sonst würde ich es verlinken. Ich weiß nicht einmal mehr auf welchem Blog das war.

  67. 67 krimi0krimi September 7, 2008 um 16:31

    Die Bahlke ging ungeduldig auf und ab, rauchte, dabei war sie viel zu früh dran.
    „Du bist zu früh dran,“ sagte sie.

    Das ist noch einmal eine jener Stellen, die ich sehr mag, weil sie in ihrer Einfachheit soviel aussagen über die Situation.

  68. 68 krimi0krimi September 7, 2008 um 16:57

    So. Ende. Weiter geht es hier nicht, weil es schon gefährlich nah zum Ende geht und man möchte sich ja nicht verplappern. Franz kennt sich sicher immer noch nicht aus und andere Leute, die das Buch nicht gelesen haben auch nicht. Ich werde jetzt trotzdem keine Rezension schreiben, es gibt ja schon einen Haufen, ich wüsste nicht, was ich Neues beitragen könnte.

    Eine Abschlussbemerkung soll aber schon noch sein: Es ist ein wirklich spannendes Buch voller unerwarteter Ereignisse, das einen bis zur letzten Seite mitfiebern lässt. Nicht angenehm, es ist ein böses Buch, dennoch voller Esprit und Wortwitz.

    Dann kann man nur sagen: Kaufen! Und zwar bei Amazon! →Weil der Autor es will!

    Obwohl Amazon von kleinen Verlagen eh nur 50% Rabatt plus 5% für die Lagerhaltung und 49,90 Jahresgebühr nimmt.

    Da fällt mir ganz zufällig ein hübsches Zitat ein:

    „Ich bin ein Opfer der Verhältnisse.“

    aus: Menschenfreunde. von Dieter Paul Rudolph, Shayol 2006

  69. 69 dpr September 7, 2008 um 17:13

    Och, schon wieder kein Verriss… Über das Thema „Frauenkrimi“ oder generell Frauenbild / Männerbild in Kriminalromanen hätte ich natürlich eine Menge zu erzählen, werde es aber aus naheliegenden Gründen nicht tun, da ich ja nicht mein eigenes Buch verteidigen will. Die Definition von „Frauenkrimi“ halte ich aber nicht nur für bedenklich, ich halte sie für falsch, weil unliterarisch: „“Frauenkrimis” sind Krimis, in denen Frauen als eigenständige, ernst zu nehmende, komplexe Personen dargestellt werden.“ Was wären dann Männerkrimis? “Männerkrimis” sind Krimis, in denen Männer als eigenständige, ernst zu nehmende, komplexe Personen dargestellt werden.“ Oder? Ich verstehe den Einwand „Ja, aber Frauen werden eben meistens NICHT als eigenständig pp dargestellt!“ Ich glaube nicht, dass das stimmt. Nein, ich weiß, dass es, in der Literatur, überhaupt nicht stimmt und müsste nicht bei Madame Bovery anfangen und irgendwo in der Jetztzeit aufhören. Aber generell: Will man überhaupt eine Spezies / ein Geschlecht / eine Rasse / eine Berufsgruppe in dieser Form „darstellen“? Ich nicht. Ich erzähle Geschichten. Eine davon handelt von Frauen und wie sie leben. Unter anderem. Aber jetzt hör ich damit auf.

    bye
    dpr

  70. 70 dpr September 7, 2008 um 17:26

    Aber drei Sachen muss ich noch loswerden:
    1. Schönen Dank für die Mühe. Ist doch mal was anderes. Und interaktiv. Der Autor kommentiert die Kommentare der Leserin.
    2. Amazon: Nein, das ist so ein Gag. Kauft das Buch beim Buchhändler oder direkt beim Shayol Verlag.
    3. „Das Buch unter dem Aspekt “Frauenkrimi” zu lesen, erhöht nicht gerade das Lesevergnügen.“ Das ist absolut korrekt. So ist es auch gar nicht geschrieben worden. Aber so im gedanklichen Nachgang fand ich eben doch, dass…

    bye
    dpr
    *hofft, dass sich Österreich für die WM qualifiziert

  71. 71 krimileser September 7, 2008 um 18:00

    „Frauenkrimis” sind Krimis, in denen Frauen als eigenständige, ernst zu nehmende, komplexe Personen dargestellt werden.”

    Stimmt dpr, das geht überhaupt nicht.

    Es ist natürlich gut gemeint, aber es soll ja Frauen oder Menschen geben, die sich in Lebenssituationen usw befinden, so dass sie nicht als „eigenständige, ernst zu nehmende, komplexe Personen“ agieren können.

    Und in der Tat, Margit, hat mir sehr gut gefallen !

  72. 72 krimi0krimi September 7, 2008 um 18:48

    Will man überhaupt eine Spezies / ein Geschlecht / eine Rasse / eine Berufsgruppe in dieser Form “darstellen”?

    Ich erzähle Geschichten. Eine davon handelt von Frauen und wie sie leben. Unter anderem.

    Ja eh. Das sehe ich genauso. Zweifach. Was Dein Buch betrifft und noch ein zweites Nicken für mich selber: Ich würde auch keinen Frauenkrimi schreiben, sondern daselbe wie Du. Geschichten von Frauen und Männern und wie sie leben. Aber den Begriff hast Du selber ins Spiel gebracht. Wiederholt und mehrorts.

    Der Begriff zieht dann eben gewisse Zuschreibungen und Erwartungen nach sich, ob literaturwissenschaftlich richtig oder falsch. Die meisten LeserInnen sind keine LiteraturwissenschaftlerInnen, schreiben aber trotzdem zu und erwarten. Ich habe die obige Definition eingebracht, weil ich damit etwas anfangen kann, habe sie aber bei Weitem nicht erfunden. Gut, wenn ich jetzt eine Umfrage in meinem Umfeld mache, vermute ich einmal ganz stark, dass Ingrid Noll herauskommt. Also Krimis über Frauen, die ständig Männer unter die Erde bringen.

    Mm. Bovary glaube ich Dir selbstredend. Ich kann jetzt nicht literaturwissenschaftlich argumentieren, weil ich es nicht kann. Blöd jetzt. Ich muss es halt freihändig probieren. Als nicht literaturwissenschaftlich gebildete Leserin würde ich aber auch der Quantität eine gewisse Bedeutung zumessen. Also nicht nur: Gibt es Frauen, die so oder anders dargestellt werden, sondern auch: Gibt es wiederkehrende Muster? Ich weiß gar nicht, wieviele Bücher (neue!) bei mir herumkugeln, in denen eine professionell ausgebildete Frau durch eigene Blödheit, Unvorsicht und Unprofessionalität in Lebensgefahr gerät. Und dann durch einen Mann gerettet wird. Der möglicherweise nicht einmal ein Profi ist, sondern lediglich ein Held. Das spricht keinesfalls gegen Mm. Bovary. Dennoch fällt auf, dass das nicht nur ausnahmsweise passiert, sondern ständig. Wessen Lebenswelt wird da jetzt abgebildet? Das erinnert doch eher an alte Heldengeschichten, bei denen man sich schon die Frage erlauben darf, ob sie noch zeitgemäß sind. Insbesonders, da aus der blonden Prinzessin inwzischen eine bestens ausgebildete Agentin oder Pathologin geworden ist, am Ende ist aber auch die Agentin oder Pathologin dumm und hilflos. Und solange diese Darstellungen florieren, werden sich Frauen (und Männer) drüber verständigen: „In diesem Buch sind Frauen aber anders dargestellt.“ Ob man das Etikett „Frauenkrimi“ draufpicken muss, ist die andere Frage.

    Wahrscheinlich ist der Begriff eine Sackgasse, wenn er aber auftaucht, weckt er auch Assoziationen. Klar, magst Du Dein Buch nicht verteidigen und ich mag Dich auch nicht weiter bedrängen, aber eins wüßte ich schon gern: Wenn Du sagst, Dein Buch ist ein „Frauenkrimi“, was meinst Du dann damit?

  73. 73 krimi0krimi September 7, 2008 um 18:52

    Ach so, das hat sich jetzt überschnitten. Ich habe lang drüber nachgedacht.

    @ Bernd: Ja. Menschen. In dprs Buch sind es Frauen und Männer, die sich in solchen Situationen befinden, zu seiner Verteidigung.

    Die Frage hat sich wohl auch erübrigt. Wenn es gar nicht als Frauenkrimi geschrieben war.

  74. 74 krimi0krimi September 7, 2008 um 19:13

    Und: Danke für die guten Fußballwünsche!

  75. 75 dpr September 7, 2008 um 19:30

    Das mit dem Frauenkrimi ist ganz einfach.
    1. Ich halte den Begriff für ziemlichen Blödsinn. So wie „Afrikakrimi“ oder „Fußballkrimi“.
    2. Ich habe – im geistigen Nachgang, wie gesagt – einfach gemerkt: Holla, in diesem Buch gibt es mehr Frauen mit „Tiefgang“ als Männer mit einem solchen. Will sagen: Ich glaube, dass das psychische Bild der Frauen ein differenzierteres, auch irritierenderes is als das der Männer. Das ist ganz subjektiv und natürlich kein qualitatives Argument FÜR das Buch… Ist mir halt aufgefallen, war nicht beabsichtigt.
    3. Mir fällt, was „Frauenbilder“ angeht, gerade der „Siebenkäs“ von Jean Paul ein. Das halten viele für die erste realistische Darstellung des Lebens sogenannter kleinbürgerlicher Leute in der deutschen Literatur. Jedenfalls gibt es dort zwei Frauen: Einmal Lenette, die Ehefrau des Titelhelden, und dann noch so ein ätherisches Wesen, dessen Namen ich vergessen habe. Lenette ist die Realistin, die Frau mit der Hausarbeit, die Nörgelnde, die Verzweifelnde. Und was macht der Gemahl? Er flüchtet vor diesem „realistischen Frauenbild“ in die Arme seiner anämischen Schönen, also dorthin, wo sich Frauen seit Jahrhunderten eben medial AUCH aufhalten: hübsch und lieb und ein bissel doof. Vielleicht sind wir tatsächlich genetisch wo gepolt. – Lesetipp. Ist auch ein Krimi. Versicherungsbetrug.

    bye
    dpr

  76. 76 dpr September 7, 2008 um 19:31

    Und ja doch: Österreich zur WM! Und dann in die deutsche Gruppe! Das sind drei sichere Punkte!

    bye
    dpr

  77. 77 thewritingfranz September 8, 2008 um 20:58

    Österreich war grossartig. Auch wenn den Franzosen Ribery fehlte. Wo war der denn? Hatte er Angst? 3:1!!! Wir werden Weltmeister!
    Beim Krimi kenne ich mich noch immer nicht aus. Wird die Sekretärin jetzt befriedigt oder nicht? Ihr geht es nicht um Befriedigung = Frauenkrimi. Sie will unbedingt befriedigt werden = Männerkrimi. Sie wird nicht befriedigt = Männerkrimi, sie wird befriedigt = Frauenkrimi. Oder habe ich etwas nicht verstanden?
    Und bei der Kommissarin würde mich noch interessieren, was „hochgradig“ unbefriedigt bedeutet. Hochgradig erregt, das habe ich schon erlebt bzw. gelesen. Aber hochgradig unbefriedigt noch nicht. Aber es könnte natürlich genau das sein, was unsere alten Lehrerinnen im Gesangsverein so unerträglich macht. Bei Männern gibt es das nicht, weil die saufen sich nach dem Singen nieder um Befriedigung zu erlangen, was die Frauen – zumindest in der Öffentlichkeit – nicht dürfen. Ausnahmen von dieser Regel sind Engländerinnen in Malia, aber die saufen und kotzen aus anderen Gründen.
    Eine Unterscheidung wäre noch:
    Frauen kommen besser davon – Frauenkrimi
    Frauen kommen schlechter davon – Männerkrimi
    Frauen kommen manchmal schlechter, manchmal besser davon – Leben


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