Das Zitat des Tages

Sie war innerhalb der ärztlichen Kollegenschaft die Fahnenträgerin der Ernsthaftigkeit. Dazu passte, dass sie sich seit mehr als einem Jahr mit dem Aufbau einer Hopsizstation befasste – obwohl sie in Hinblick auf den Tod keine traumatischen Kindheitserlebnisse vorzuweisen habe, wie sie Horn gegenüber immer wieder betonte.

aus: Paulus Hochgatter, Die Süße des Lebens, Deuticke 2006

Dazu passt meine Idee, dass man sich heutzutage schon rechtfertigen muss, wenn man ein Verhalten nicht durch ein Trauma erklären kann.

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9 Responses to “Das Zitat des Tages”


  1. 1 Micha August 12, 2008 um 21:12

    … das heißt, wenn ich hier also einen Kommentar hinterlasse, dann kam ich früher wohl nicht ausgiebig genug zu Wort. Unterdrückt, mundtot gemacht. Irgendwie jedenfalls. Schließlich ist Bloggen ja auch kein Spaß, höchstens Therapie.

  2. 2 krimi0krimi August 12, 2008 um 21:17

    Ja, mundtot trifft es. Es sollte schon ein Trauma sein, nicht nur so ein neurotisches Geplänkel wie eine bevormundende Mutter oder sowas. Etwas Dramatisches halt.

    →Bloggen →als →Therapie? →Ja!

  3. 3 thewritingfranz August 12, 2008 um 21:44

    Wahrscheinlich hat sie ein Trauma mit Fremdwörtern und hat deshalb eine HOPSIZstation gegründet obwohl sie einen Hochsitz wollte?

  4. 4 krimi0krimi August 12, 2008 um 21:46

    Ohje. Sie wollte eine Hospizstation gründen.

  5. 5 thewritingfranz August 12, 2008 um 21:48

    Ersuche höflich um die Definition von „Trauma“. Weil hier meint man, wenn ich sage, ich habe ein Traum-a, ich hätte auch einen Traum. Jibt es ein deutsches Wörtchen dafür?

  6. 7 krimi0krimi August 12, 2008 um 21:53

    Es ist nicht so leicht zu erklären, deshalb tu ich jetzt lieber so arrogant als müsste das jeder wissen und verlinke es nur, anstatt dass ich mir selber die Mühe mache.

  7. 8 krimileser August 13, 2008 um 7:28

    Vielleicht hat das mit der Heilserwartung des Menschen zu tun (mit dem Kausalitätsbedürfnis sowieso). Es gibt die Hoffnung auf perfekte Welt. Wenn denn nur alle ordentlich traumafrei durch’s Leben kämen, dann gäbe es kein Leid und keine Gewalt.

  8. 9 krimi0krimi August 13, 2008 um 19:13

    Ja, das mag gut sein. Wobei ich Kausalitätsbedürfnis ja immer auch als Kontrollbedürfnis verstehe. Wenn man eine Ursache hat, dann kann man etwas theoretisch auch kontrollieren.

    Wobei ich mich schon die längste Zeit frage, warum ich mich eigentlich so darüber wundere und teilweise auch genervt bin, dass Verhalten zumindest in den Krimis, die ich gerade in der Reißn habe, so stark aus Biographien heraus erklärt wird. Da ich tiefenpsychologisch ausgebildet bin, ist mir das jetzt nicht sehr fremd. Wobei „erklären“ jetzt ein großes Wort ist. Wir sehen Zusammenhänge. „Erklären“ wäre doch ein bisschen unbescheiden. Was mich nervt, ist wohl weniger das Konzept, dass unser gegenwärtiges Sein etwas mit unserem Leben davor zu tun hat, sondern das Strickmusterartige. Ja, und eben, ich erlebe es als „erklären“: Hier Schläge – dort Mörder. Kausalität, da hast Du schon Recht.


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