Neu im Schaufenster: Virginie Brac – Du hast ein dunkles Lied mit meinem Blut geschrieben

Ich mag das Buch wirklich. Nach all den Blut- und Metzelorgien, die ich mir in den letzten Tagen angetan habe, weil PsychiaterInnen drinnen vorkommen, erfüllt mich das Buch mit heiterer Leichtigkeit, denn es ist ein gewöhnlicher „Whodunnit“, nicht zu blutig, nicht zu kompliziert und unter 300 Seiten! Wenn man Bücher unter Zeitdruck liest, weil man sie bis zum 22. August in einen Artikel einbauen will, dann spielt das eine Rolle. Nicht, dass ich Blut- und Metzelorgien prinzipiell ablehne, ich hatte ja auch Daniel Kallas „Rage“ im Schaufenster, aber dann habe ich noch Ellroys „In der Tiefe der Nacht“ gelesen und mir selber die Frage beantwortet, ob Literatur sich auf die LeserInnen auswirkt: Zuviel von dem Stoff in zu kurzer Zeit schlägt sich auf meine Stimmung. Also zurück zu Virginie Brac:

„Whodunnits“ haben die Tendenz, mich zu fadisieren, man kann es mir nicht so leicht Recht machen: Zu blutig konveniert mir nicht, zu unblutig fadisiert mich. Einen „Whodunnit“ mag ich dann, wenn mich außer dem Rätsel auch noch Land und Leute interessieren, die Sprache oder wenn er ein bisschen kurios ist.

Bei Brac interessiert mich das Rätsel, es geht um eine Frau, die zehn Tage vor sie wegen „guter Führung“ aus dem Gefängnis entlassen wird, ein Baby entführt und eine Gefängniswärterin umbringt – jenseits aller Logik. Bei Brac interessiert mich die Psychiaterin, die Serienfigur „Véra Cabral“: Eine ziemlich normale Frau, intelligent, aber mit Fehlern und Schuldgefühlen und einem Privatleben. Einmal kein Genie. Einmal kein Psychopath im amerikanischen Sinn.* Und ich mag die Sprache: Sie ist wirklich simpel. Erzählt einfach und gerade eine Geschichte, die gar nicht einfach und gerade ist mit Figuren, die gar nicht einfach und gerade sind. Ich mag auch die Kulisse, ganz banal, weil ich Paris mag.

Und dann gibt es noch etwas, das man in PsychiaterInnenkrimis häufig findet und was mich langsam nervt: Die ganze Welt, jedes Verbrechen, jede Figur wird psychologisch erklärt. Zum Teil durch die PsychiaterInnen, deshalb hat sie der Autor oder die Autorin ja engagiert, zum Teil gleich durch die Erzählstimme selber, da werden sämtliche Biographien der beteiligten Personen ausgeleuchtet, weil jedes Verhalten aus der Biographie heraus erklärt werden muss. Bei Brac ist „Véra Cabral“ eine Notfallpsychiaterin, die im Rahmen ihres Jobs nach ihrer Meinung gefragt wird. Aber sie fühlt sich nicht berufen, die ganze Welt zu erklären und wir bleiben auch von einer übermäßigen Ausleuchtung von Biographien verschont. Für einen Psychiaterinnenkrimi, der von einer Psychologin geschrieben wurde, ist das Buch erstaunlich unpsychologisch. Mehr ein Krimi als eine psychologische Abhandlung mit Suspense-Elementen. Das ist auch einmal schön.

* US – Krimipsychiater tendieren dazu, sich im Verlauf der Geschichte als „Psychopathen“ zu demaskieren, sie werden auch als solche bezeichnet. Die mir bekannten US-Psychiater-Psychopathen sind übrigens ausnahmslos Männer

→Eine Rezension von Franz Schuh

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31 Responses to “Neu im Schaufenster: Virginie Brac – Du hast ein dunkles Lied mit meinem Blut geschrieben”


  1. 1 Georg August 8, 2008 um 10:11

    Hört sich gut an. Danke.

  2. 2 krimi0krimi August 8, 2008 um 10:31

    Außerdem ist das Buch schön gemacht. Während andernorts Bücher mit Pappeinband als →Hardcover herhalten müssen, haben wir es hier einmal mit einem →liebevoll gestalteten Taschenbuch zu tun. Innen wie außen.

  3. 3 Georg August 8, 2008 um 10:45

    Pappeinband sagt gar nichts. HARDCOVER GIBT ES IN DEUTSCHLAND NICHT! (Musst mal schreien… Entschuldigung.) Das Piper-Buch ist wahrscheinlich eine Klappenbroschur. Broschur. Broschiert. Englische Broschur. Hart ist daran gar nichts. Hard auch nicht. Hart ist nur, dass nicht einmal mehr die Verlage wissen, was was ist.

  4. 4 krimi0krimi August 8, 2008 um 10:57

    „Hardcover“ steht auf der Homepage von Frau Mischke! Siehe meinen Link! Und ich habe geglaubt, wenn die Autorin es sagt, dann wird es wohl stimmen, die muss es doch wissen.

    Wenn Du schon schreist, wie heißen nachher die deutschen Bücher, die einen Einband haben, der nicht aus Pappe ist und den man nicht verbiegen kann? Wenn Du es mir sagst, werde ich es auch nie, nie, nie mehr falsch machen.

  5. 5 Georg August 8, 2008 um 11:06

    „Gebunden“ heißt es, in Leinen oder Leder, Halbleder gibt und noch einige Varianten. Sie alle sind „gebundene Bücher“.

    Ach, Autoren… Aber vielleicht ist das Buch von Frau Mischke ja auch ein gebundenes? Ich kenne es nicht, aber ich kenne die Piper-Bücher. Mein Augenschein sagt mir: Broschur.

  6. 6 krimileser August 8, 2008 um 12:40

    Lass Dir nichts einreden !

    Natürlich sagen viele bei uns Hardcover (der Georg ist halt ein Hardliner (altdeutsch: Linientreuer)).

    Und Tinius stimmte mir auch zu, wenn ich sagte, das Teil wird ein Paperback sein.

  7. 7 krimi.krimi August 8, 2008 um 14:59

    Das beruhigt mich aber, Bernd. Ich dachte schon, ich hätte ein Delikt in der Größenordnung begangen, Georgs Katze zu überfahren. Oder so ähnlich. Falls er eine Katze hat.

    Georg, ich habe nur ein paar Bücher in Leinen und keins in Leder oder Halbleder. Trodzdem sind etliche hart. Ganz normale Bücher eben. Das gibt es doch nicht, dass Deine ganzen Bücher aus Leinen oder Leder sind.

    Mischkes Buch ist Broschur, ich habe es zu Hause. Aber ohne Klappen. Der Verlag nennt es →“kartoniert“.

  8. 8 krimileser August 8, 2008 um 16:57

    Ich habe keine Ahnung von der Herstellung von Büchern, aber ich wenn ich es richtig verstehe, dann werden sowohl Taschenbücher als auch Hardcover gebunden. Beim Taschenbuch heißt es dann Klebebindung. Also wäre der Begriff des gebundenen Buches historisch korrekt, aber sonst doch eher außergewöhnlich unpräzis.

    Und noch zwei Sätze: „Die geläufige Bezeichnung für einen festen Einband lautet Hardcover“ und „Die einfachste Art des Bucheinbandes ist die Broschur“ (aus dem zweiten Zitat). Und die Broschur ist nichts anderes als ein kartoniertes Buch.

    Ansonsten, das muss man dem Georg schon zugestehen (und das meine ich jetzt ganz ironiefrei), dürfte die Verwendung der Wörter wie Du und Ich es tun, beim Georg gelegentlich schon die Missempfindungen hervorrufen, die der spitze schrille Schrei einer Katze erzeugt, wenn sie angefahren wird.

  9. 9 Georg August 8, 2008 um 17:14

    Meine Bücher, um mal die Doppeldeutigkeit aufzunehmen, sind in Leinen gebunden, fest gebunden, in Leder habe ich auch keine. dann habe ich Taschenbücher. Gelumbäckt, wie der Fachausdruck heißt, also am Rücken verklebt. Und die sind auch kartoniert. Ganz einfach kartonierte habe ich auch. Das ist die intrikate Trennung zwischen Taschenbuch und kartoniert: Alle Taschenbücher sind kartoniert, aber nicht alle kartonierten Bücher sind Taschenbücher. Da hat man sich irgendwann mal halbherzig darauf geeinigt, dass Taschenbücher die sind, die in einer eigenen Reihe mit Reihentitel (rororo oder Wagenbachs Andere Taschenbücher oder Goldmanns Gelbe Taschenbücher oder Reclams Universalbibliothek oder Becksche Schwarze Reihe) und fortlaufender Nummer veröffentlicht wurden. Dann habe ich recht viele in englischer Broschur, ein paar wenige in französischer Broschur. Noch viel weniger in etwas, das ich mangels Fachausdruck mit japanischer Bindung bezeichnen möchte, antiquarisch gekauft.

    Ist doch eigentlich ganz einfach. Bis ein paar Werbefuzzis kamen, die meinten, alles müsste einen englischen Namen haben und Hardcover erfanden (was ja auch nichts über die Bindeart aussagt). Seither weiß keiner mehr, was was ist.

    Nein, ich habe keine Katze. Die hat dpr schon überfahren (hat ihm gut geschmeckt, hat er gesagt).

    Tinius?? Wer ist Tinius? Who the f…?

  10. 10 thewritingfranz August 8, 2008 um 21:47

    Nach all diesen Erklärungen kenne ich mich weniger aus als zuvor.
    Für mich gibt es die Bücher, die man nicht biegen kann und die Bücher, die man biegen kann, das sind dann die Taschenbücher.
    Noch eine Unterscheidung mache ich: Wenn ich ein buch in eine Tasche an meiner Kleidung stecken kann, ist es ein Taschenbuch, sonst ist es keines. Aber was es dann ist, weiß ich auch nicht, weil man es vielleicht doch biegen kann. Hoffentlich muss ich nie einen Prozess führen, in dem ein Taschenbuch eine Rolle spielt. Mit einem Taschenbuch, ein Buch also, das man biegen kann, kann man niemanden erschlagen. Mit einem Buch, das man nicht binden kann, schon. Vielleicht wäre dies auch eine Definition?
    Jedenfalls stimmt, was gesagt einst wurde: Hart ist hart und weich ist weich, aber immer weich ist auch hart.

  11. 11 thewritingfranz August 8, 2008 um 21:48

    „…das man nicht biegen kann…“ muss es heißen natürlich

  12. 12 thewritingfranz August 8, 2008 um 21:53

    2 Sachen muss ich noch in Deinem vorzüglichen Artikel kritisieren:
    1. Jeder sagt, dass er nicht beeiflusst wird, von Büchern, die er gehäuft über ein Thema liest. so auch Leser unzähliger blutiger Geschichten. Das ist wie beim Alkoholiker, der auch sagt, der Alkohol würde ihm nicht schaden. Ich möchte nicht mit einer intensiven Krimileserin in einen Raum gesperrt werden oder Auto fahren.
    2. Eine normale Frau ist nicht intelligent, mit Fehlern und Schuldgefühlen. Frauen haben keine Schuldgefühle, insbesondere die nicht, die mich jemals verliessen. Und Fehler geben sie keinen zu. Welche Fehler hast Du?

  13. 13 thewritingfranz August 8, 2008 um 21:55

    Kannst du z.B. eine Batterie vom Auto wechseln?

  14. 14 JL August 8, 2008 um 22:58

    „Die ganze Welt, jedes Verbrechen, jede Figur wird psychologisch erklärt“: ja, aber steckt in diesen Krimis nicht auch die Erinnerung daran, daß die Psychologie wesentlich als Kriminalpsychologie (seit dem Ende des 18. Jh.) groß geworden ist? (‚tschuldigung für den Themenwechsel, aber ich sitz‘ grad an Foucault … und will nicht weiter stören). Beste Grüße!

  15. 15 krimi.krimi August 9, 2008 um 8:05

    @ Georg: Bei mir sind die meisten der Unverbiegbaren aus einem Material, das ich nicht weiter definieren kann, vermutlich eine beschichtete, abwaschbare Papierart. Das →hier meine ich: Die zweite der abgebildeten Einbandarten, ich trau mich das Wort gar nicht in den Mund zu nehmen.

    Du hast schon recht, ob ein Buch hart oder weich ist, sagt nichts über die Art der Bindung aus, aber für mich als Normalleserin einiges über das Buch. Wie genau es jetzt gebunden ist, ist mir zum Beispiel nicht so wichtig wie die Unterscheidung ob es 25,80 kostet oder 8,90. Oder ob es ein würdiges Geburtstagsgeschenk abgibt. Oder ob ich es zur Unterstützung unter ein durchhängendes Regalbrettl stellen kann, weil ein zu schweres Aquarium draufsteht. Also, ich bleibe dabei, Bücher in harte und weiche zu unterscheiden, weil es mir einfach mit einem Wort viele Eigenschaften umreißt, die mich interessieren. Aber ich werde Dir zuliebe das Wort „Cover“ vermeiden.

    „Tinius“ ist der Besitzer des wunderbaren Blogs →“Reading Ease“.

  16. 16 krimi.krimi August 9, 2008 um 8:09

    @ Franz:

    1. Das Problem bei Deiner Taschenbuchsdefinition ist, dass sie von der Größe der Taschen und somit von der vorherrschenden Mode abhängt. Wenn ich jetzt im Sommer Röcke trage, die gar keine Taschen haben, gäbe es dann folglich gar keine Taschenbücher mehr.

    2. Ich habe natürlich keine Fehler.

    3. Ich kann eine Autobatterie wechseln.

  17. 17 krimi.krimi August 9, 2008 um 8:49

    @ JL: Da mögen Sie schon Recht haben, das war nur eine ganz private Unmutsäußerung, keine irgendwie theoretisch fundierte Bewertung. Es ist ja auch nicht sehr überraschend, dass Bücher, die sich der Figur des Psychiaters und der Psychiaterin bedienen, einen psychologischen Zugang haben. Das ist zu erwarten. Trotzdem finde ich es ermüdend. Da spießen sich eben das Interesse an der Aufgabe, die ich mir selber gestellt habe und das private Bedürfnis, auch einmal etwas Anderes zu lesen.

    Wobei ich es im Detail schwierig finde, die psychologischen Zugänge theoretisch zuzuordnen. Häufig (in den USA) finde ich zum Beispiel die Erklärungslinie: Kindheitstrauma – Psychopath – Brutaler Killer

    In den europäischen Büchern fehlt der alles erklärende Begriff „Psychopath“, aber das verbrecherische Verhalten wird ebenfalls gern durch ein Trauma in der Kindheit erklärt. Und nicht verbrecherisches Verhalten wird auch häufig durch ein Trauma erklärt. Das macht mich schon ganz krawutisch. Gibt es eigentlich etwas, das man nicht durch ein Trauma erklären muss?

    Aus welchem Geist das entspringt, kann ich natürlich nicht einfach so aus den Büchern heraus beurteilen, wenn sie es nicht explizit hinschreiben. Verhalten aus einem Kindheitstrauma heraus zu erklären, erinnert an Freud (wobei Freud etwas anderes damit gemeint hat als ein Kind, das misshandelt wird und sich dann schnurstracks zum „Psychopathen“ und Serienmörder entwickelt oder zum FBI-Agenten. Schon der Begriff „Trauma“ war völlig anders, „Psychopath“ sowieso.)

    Ich vermute einmal, dass Teile verschiedener psychologischer und psychoanalytischer Theorien einfach zu „Common Sense“ geworden sind, unabhängig von den parallelen wissenschaftlichen Entwicklungen.

  18. 18 krimi0krimi August 9, 2008 um 8:54

    @ Bernd: Entschuldigung, ich habe Dich in meinem Spamfilter gefunden. Mit mir selber. Diese Blogs entwickeln wirklich eine Eigendynamik. Vermutlich gehört „Georg“ zu den indizierten Wörtern.

  19. 19 Georg August 9, 2008 um 10:14

    Das ich nach Tinius frug, war rhetorisch gemeint. Pardon.

    Dass du jetzt Hartbuch und Weichbuch sagst, finde ich in Ordnung. (Immerhin gibt es ja auch Hartkäse und Weichkäse.) Das musst du natürlich auch bei deinen Buchhändlern durchhalten, bitte.

  20. 20 Georg August 9, 2008 um 10:15

    Dass ich nach Tinius frug… Pardon noch einmal.

  21. 21 krimi0krimi August 9, 2008 um 10:27

    Ach so, ich habe mich schon gewundert. Wegen Tinius. Ich gehe heute Hartbuch kaufen als Geschenk. Ich fürchte, ich werde zu meiner Buchhändlerin sagen: „Des do“ und mit dem nackten Finger drauf zeigen.

  22. 22 JL August 9, 2008 um 10:41

    Liebe Krimi.Krimi,

    darf ich noch schnell auf das Thema zurückkommen: ‚Brutaler Vater — Psychopath — Killer‘? Da geht es vermutlich um lang tradierte ‚Kriminalbilder‘ (der Ausdruck ist nicht von mir, man kann an hoch verdichtete, gleichsam verkapselte Deutungsmuster denken, die von den Diskursen und den Medien unabhängig werden). Gewalt gebiert Gewalt — auch in der Generationenfolge, also Vaterversagen in der Gewaltvariante. Und die Umkehrung: Trauma sucht Trauma, die Verletzung kann auf eine frühere Verletzung verweisen, der Täter war vorher Opfer (dazu Mark Seltzer, einige Aufsätze finden Sie über JStor; zum Vater-Sohn-Bild soll’s einige Anmerkungen von mir geben, aber die stecken in einer Pipeline …). Jedenfalls scheint mir die Psychologie (zumal in den populären, literarisierten Varianten) den alten Mustern/Bildern gegenüber sekundär zu sein und hauptsächlich ’neue‘ Sprechweisen zu liefern. Popularisierung funktioniert am zuverlässigsten, wenn sie auf die alten Bilder aufsetzen kann.

    Schönes Wochenende!

  23. 23 Georg August 9, 2008 um 10:42

    „Aans von dene do. – Naa, ka Hoartkawwa. Des derf i ned. Da Schorsch hots vabotn.“ Ich seh’s schon vor mir.

  24. 24 krimi0krimi August 9, 2008 um 11:42

    @ JL: Danke, dass Sie mich mit Begrifflichkeiten zu meinen losen Beobachtungen versorgt haben. Vor allem mit den „Kriminalbildern“ kann ich viel anfangen.

  25. 25 tinius August 9, 2008 um 17:51

    Ich mische mich mal – nicht nur angesichts des überschwenglichen Lobes und gewisser rhetorischer Fragen – in die Diskussion ein : Wenn, Du, hochgeschätzter Georg (und auch das ist wirklich ernst gemeint, nicht ironisch), heutzutage noch über eine erkleckliche Anzahl leinengebundener Bücher verfügst, solltest Du Dich glücklich schätzen. Das was heute als „gebunden“ benannt wird, nennt sich allgemein inzwischen eher „Pappeinband“ und ist meistens genau das. Von daher beschleicht mich doch ab und an Wehmut ob der verlorenen „gebundenen“ Bücher mit Fadenheftung, Lesebändchen und dem guten alten Tiefdruck. Nicht nur die Sprache hat sich da nivelliert, sondern durchaus auch die Buchherstellung. LG tinius

  26. 26 Georg August 9, 2008 um 18:04

    Von Tiefdruck kommt man natürlich leicht zu Nivellierung.

    * seufzt mit dir
    ** besieht sich die Leinenbände in der Bibliothek
    *** seufzt noch einmal
    **** schnappt sich eine englische Broschur und legt sich in die Sonne

  27. 27 thewritingfranz August 9, 2008 um 20:16

    Wie hart immer auch der Einband ist, weich ist billiger und erlaubt vielen Menschen Bücher zu kaufen, die sie sonst nicht gekauft hätten, weil die meisten ohnehin an einem Überschuss an Geldmangel leiden. Oder Mangel an Geldüberschuss. Merkwürdig ist, ich habe meinen Goethe weich und hart und in beiden Arten steht das Selbe. Das am besten gebundene Buch ist leider ein „Goethe für die deutsche Jugend“, herausgegeben von Baldur von Schirrach. Das fand ich in einer Kiste bei einer Tankstelle und da hat mich die Verpackung interessiert, der Inhalt ist auch OK, was aber hat Goethe Nazis zu sagen???? Was ich damit sagen will ist, dass erstens der Einband wohl wenig zählt und es auf den Inhalt ankommt und zweitens so mancher Schriftsteller missbraucht werden kann.

  28. 28 Georg August 10, 2008 um 0:51

    Nö.

    (Anobella liebt meine kurzen Antworten.)

    So!

  29. 29 krimi0krimi August 10, 2008 um 7:00

    Äh? Wahrscheinlich ein Irrläufer. Gehört zu Anobella hinüber.


  1. 1 giorgione.twoday.net Trackback zu August 8, 2008 um 10:09

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