Kriminachrichten aus Österreich

Im Standard bespricht Ingeborg Sperl dieses Wochenende →“Der Nebel von gestern“ von Leonardo Padura, übersetzt von Hans-Joachim Hartstein: Der ehemalige Polizist Mario Conde trifft im Havanna der 50er Jahre auf das Schicksal einer verlorenen Bolerosängerin, das er zu ergründen versucht. „Die Enttäuschung über die politische Entwicklung in der Gegenwart ist der Kontrast, vor dem die Geschichte zu leuchten beginnt“, schreibt Frau Sperl.

Nach der Verhaftung des Dr. Karadzic sei er in nur zwei Tagen vergriffen gewesen: der Roman →“Prvi, drugi, treci covek“ der Belgrader Autorin Mirjana Djurdjevic. Es handle sich um einen Agententhriller über einen Kriegsverbrecher, der in seiner Ordination nicht nur Patienten, sondern auch Agenten verschiedener Geheimdienste empfange. Derzeit würden auch über die Rechte für eine deutsche Übersetzung verhandelt, erfahren wir ebenfalls beim Standard.

In der Presse finden wir eine Besprechung des Psychothrillers →“Unter Kontrolle“ der Regisseurin Jennifer Lynch. Es handle sich um einen „durchwachsenen, aber frischen Psychothriller“, einige der „stilistischen Spompanadeln“ gingen zwar nicht auf, aber es tue aber wohl, eine eigenständige, noch dazu weibliche Stimme im so normierten Genrekino zu vernehmen.

Der →Kurier schreibt derzeit lieber über die Salzburger Festspiele, um den dürfen wir diese Woche also einen Bogen machen. Dafür finden wir in den →Oberösterreichischen Nachrichten eine Krimibesprechung – wie in der Presse über Lnychs Film „Unter Kontrolle“. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ finden sie und meinen damit Frau Lynch, die mit dem Publikum „spannend und grausam“ Katz und Maus spiele, ganz wie Papa David Lynch („Twin Peaks“).

Und bei den Eselsohren hat Werner Schuster →“Der Fahrer“ von Andrew Vachss rezensiert, ein schon älteres Buch eines Autors, der von Beruf Anwalt sei, der ausschließlich Kinder und Jugendliche vertrete und sich vor allem Kindesmisshandlung und sexuellen Missbrauchs von Kindern annehme.

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4 Responses to “Kriminachrichten aus Österreich”


  1. 1 thewritingfranz August 4, 2008 um 8:28

    Ob Karadzic noch den akademischen Titel tragen darf?

  2. 2 krimi.krimi August 4, 2008 um 20:53

    Ich glaube schon. Ich hätte noch nie gehört, dass man durch Verbrechen irgendwelche anstudierten Titeln aberkannt bekommt. Ehrentitel vielleicht ja, aber anstudierte Titel? Ich meine, so ein Titel sagt ja nichts drüber aus, ob jemand ein Verbrecher ist, sondern nur, was er studiert hat und daran ändert auch das Verbrechen nichts. Und man kann ja auch im Gefängnis studieren, insofern denke ich, dass Titel und Verbrechen wirklich strikt getrennt gehandhabt werden. Zumindest im Film ist das so. Zu Herrn Dr. Lecter sagen sie auch „Herr Dr. Lecter“. Aber so sicher bin ich mir auch nicht. Ist das jetzt nicht eine juristische Frage?

  3. 3 thewritingfranz August 4, 2008 um 22:52

    Das ist eine juristische Frage, die ich nicht beantworten kann. Aber es gibt so etwas wie eine Aberkennung, habe ich in Erinnerung. Genaues weiß ich aber nicht.

  4. 4 krimi0krimi August 4, 2008 um 23:14

    Ja, es wird gerade viel aberkannt, aber wegen Delikten wie Abschreiben und Kopieren von Diplomarbeitsteilen aus dem Internet. Daaaas ist natürlich etwas Anderes.


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