Kriminachrichten aus Österreich

Der Standard rezensiert wieder einmal kurz und bündig. Dieses Mal Garry Dishers →“Niederschlag“, „rau und eigenständig, dazu noch im handlichen Kleinformat“ meint Ingeborg Sperl. Letzteres habe ich recherchiert, das Buch hat laut Amazon 243 Seiten und die Maße 17,4 x 11 x 2,4 cm. Ist das jetzt besonders klein? Das Cover gefällt mir jedenfalls ganz außergewöhnlich gut.

→“Agatha Christie ist wie Sudoku“ ist der kryptische Titel eines Artikels, den Patricia Käfer für den Standard verfasst hat. Sie berichtet über eine britische Doku um einen geheimen Code, der zum Erfolg der Bücher geführt haben soll. Dabei kommen reichlich bizarre Details ans Tageslicht, so sei der Mörder in Agatha Christies Werk in Romanen mit weniger als 55000 Wörtern immer männlich. Außerdem versuche ein NLP-Trainer zu entlarven, dass die Autorin ihre LeserInnen kontrolliere, indem sie Kennwörter drei Mal pro Absatz wiederhole. Es sei wie beim Sudoku, zitiert Frau Käfer die Doku: Nach der Auflösung komme es zu einer Serotonin-Überflutung des Gehirns – „und dann müssen wir noch eins lesen“.

Ebenfalls bei der Presse wird die Zeitschrift „SuperIllu“ zitiert, wo Donna Leon festgestellt habe, dass alle Politiker →professionelle Lügner seien. Nur Angela Merkel mache einen guten Job.

Und schon wieder bei der Presse berichtet Barbara Petisch über Torsten Körners →Biographie des Schauspielers Götz George, seines Zeichens Kommissar „Horst Schimanski“ bei Tatort. Und Peter Oberdorfers Erstling →“Kreuzigers Tod“ wird jetzt auch bei der Presse besprochen, Florian Asamer ist sehr angetan: „präzise, unaufgeregt, aber fesselnd erzählt – besticht durch überraschende Stimmungswechsel…“

Ach, und das Buchportal „Lemeus“ – wie konnte ich das so lange übersehen – veranstaltet gerade →“Krimiwochen im Juli“. Markus Fischer verliert ein paar Sätze über →Janwillem de Wetering,* bitte beachten Sie aber die Korrekturen des Herrn Georg in den Kommentaren. Außerdem gibt es bei Lemeus ein Buch des Tages (aktuell gerade →Der Chinese von Henning Mankell, rezensiert von Markus Fischer), ein Buch des Monats (→“Tacheles“ von Stefan Pittner, rezensiert von Lisbeth Hesse) und eine Autorin des Monats: →Eva Rossmann, interviewt von Lisa Lager. Und dann auch einen Hinweis auf den „Schreib-Weiter-Krimi“ bei →Thalia.at. Kein Geringerer als Sebastian Fitzek hat einen Kurzkrimianfang geschrieben und Thalia sucht Fortsetzungen. Die besten drei werden auf der Thalia-Homepage veröffentlicht und Hauptpreis ist „ein mörderisches Wochenende für zwei in Berlin“. Wieder einmal. Ein mörderisches Wochenende. Wenn der Gewinner überlebt, kann er sich jedenfalls auf ein Abendessen mit Sebastian Fitzek freuen und das sollte das Risiko doch Wert sein.

*geändert, ursprünglich: Neben dem obligaten →Nachruf auf Janwillem de Wetering (von Markus Fischer)

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13 Responses to “Kriminachrichten aus Österreich”


  1. 1 Georg Juli 21, 2008 um 8:31

    Das ist doch kein Nachruf. Das ist ein schlechter Witz. Und wer hat bitteschön eigentlich den Schwachsinn mit dem „namenlosen“ Commissaris aufgebracht? Erstens hat er einen Namen und zweitens wird er auch einmal genannt, was grammatisch und logisch zwei verschiedenen Sachen sind. (Na gut, es ist sein Vorname, aber der wird genannt.) Nirgendwo wird gesagt, er sei namenlos.

  2. 2 krimi0krimi Juli 21, 2008 um 8:42

    Äh, ja, kein Nachruf. Aber wie soll ich denn sonst nennen? Ich kann ja nicht schreiben: „neben einem schlechten Witz auf Janwillem de Wetering“…

    Vielleicht: „Merkus Fischer verliert ein paar Sätze über Janwillem die Wetering, bitte beachten Sie aber die Korrekturen des Herrn Georg in den Kommentaren“… Wäre das angemessener?

  3. 3 Georg Juli 21, 2008 um 9:00

    Sehr viel angemessener. Danke. Nochnoch angemessener wäre: Bitte beachten Sie Herrn Georgs Korrekturen…“ Küssdihond

  4. 4 krimi0krimi Juli 21, 2008 um 10:41

    Ich hab’s geändert. „Des Herrn Georg“ bleibt aber, denn ich habe mir doch viel Mühe gegeben mit diesem Genetiv. Wie mir der Schnabel gewachsen ist, tät‘ ich nämlich schreiben: „Die Korrekturen vom Herrn Georg.“

    Man sagt doch auch nicht: „Werthers Leiden, als er noch jung war“, sondern „Die Leiden des jungen Werther“ oder „Frau Hürschs Villen“, sondern „Die Villen der Frau Hürsch.“

  5. 5 Georg Juli 21, 2008 um 10:57

    Doch, Frau Hürschs Willen sagt man. Es sei denn, man ist austriakisch.

  6. 6 krimi0krimi Juli 21, 2008 um 11:02

    „Die Abenteuer des Tom Sawyer“
    „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“

    Tssss.

  7. 7 thewritingfranz Juli 21, 2008 um 11:50

    Die Geschichte der Josefine Mutzenbacher
    In den Schluchten des Balkan

  8. 8 Georg Juli 21, 2008 um 12:37

    Was macht ihr denn hier? Die Listen mit Lieblingsbüchern war doch woanders. Respektive anderswo. Anderschtwo, sagt man hier auch.

  9. 9 krimi.krimi Juli 21, 2008 um 13:01

    Wir beweisen hier, dass wir korrekte Genitive verwenden und untermauern dies anhand literarischer Beispiele.

    Der korrekte Austriazismus in Deinem Beispiel ist nämlich nicht: „Frau Hürschs Willen“, sondern „der Wille von der Frau Hürsch“. Und eigentlich auch nicht: „Die Korrekturen vom Herrn Georg“ das ist schon eingedeutscht, sondern gaanz korrekt: „Die Korrekturen von dem Herrn Georg.“

  10. 10 krimi.krimi Juli 21, 2008 um 13:06

    Und eigenlich machen wir das Dir zuliebe. Ich dachte, Du legtest Wert auf gutes Deutsch.

  11. 11 krimi0krimi Juli 21, 2008 um 17:01

    Ich sollte noch erwähnen, dass das mörderische Essen mit Sebastian Fitzek nur der Hauptpreis beim Thalia-Wettbewerb ist. Außerdem gibt es Bücher und Fußmatten zu gewinnen. Das ist wirklich einmal innovativ. Fußmatten als Preis bei einem Literaturwettbewerb sind mir noch nie untergekommen.

  12. 12 Georg Juli 22, 2008 um 1:32

    I dank au recht schön.

  13. 13 thewritingfranz Juli 22, 2008 um 21:24

    Autoren sind die Fussmatten, auf denen VerlegerInnen ihre gierigen Füße abstreifen.

    Dem Werther seine Leiden
    Dem Diwan sein West-Osten
    Dem Musa Dagh seine 40 Tage
    Dem Goethe seine gesammelten Werke
    Der Menschheit ihre Sternstunden
    Dem Triomphe sein Arc


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