Krimi-Meldungen aus Österreich

Österreich bespricht wieder Krimis. Zum Beispiel der Standard Anders Roslunds und Börge Hellströms →“Todesfalle“ Das Buch spielt in Ohio und Schweden und es gehe um Rache, Wiedergutmachung und ethische Fragen großer Tragweite, namentlich die Todesstrafe. Es handle sich um ein zorniges, ausgesprochen widerwärtiges, aber notwendiges Buch, so der Standard.

Die Rezension von Christine Graens →“Helden Sterben“ bei „Literaturhaus.at“ wirkt ein bisschen unentschieden in der der Frage, ob das Buch ein Krimi ist. „Wien, Tod, Sex“ seien jedenfalls die Ingredienzien und ein Kriminalpolizei-Oberst kommt auch vor. „Helden sterben“ beginne wie ein Krimi, um Suspense gehe es in diesem Roman allerdings nicht, des Rätsels Lösung werde auf halben Weg verraten, danach berichte die Erzählerin mit morbidem Humor von den Beziehungsgeschichten und wechselnden berufliche Erfolgen der zur Schicksalsgemeinschaft zusammengewachsenen Polizisten. Das ist jetzt natürlich wieder einmal eine extrem schwierige Frage: Ist ein Buch mit Wien, Tod, Sex, einem Polizeikomissar, aber Supense bis zur Mitte kein Krimi, auch wenn der Humor morbid ist? Der Verlag glaubt nicht daran, es steht „Roman“ auf dem Cover. Rezensent Georg Renöckl ist im Übrigen gar nicht zufrieden mit den verwendeten Austriazismen, deren Übersetzung im Glossar und überhaupt der Art und Weise wie diese in den Text eingebaut werden: Sie „verleihem die Text die Authentizität eines schlecht sitzenden Tirolerhutes zum Business-Anzug“, meint er. Außerdem sei das Lesebändchen von schlechter Qualität. Das ist natürlich schon deshalb bemerkenswert, weil es schon an und für sich bemerkenswert ist, wenn ein Buch ein Lesebändchen hat. Wir notieren also: Das Buch hat ein Lesebändchen, wenn auch ein schlechtes.

Die kleine Zeitung schreibt über einen →Elferkrimi. Die Rezension ist etwas reißerisch. Der Suspense scheint hier ganz ans Ende verschoben und hier stellt sich die Frage, ob das dann auch ein Krimi ist, wenn der Suspense praktisch erst am Ende anfängt. Aber dieses Mal steht eindeutig „Krimi“ im Titel, also wirds wohl einer sein.

Die Presse liefert wieder einmal zuverlässig eine Schlagzeile zu James Bond. Die Unglücksserie bei den aktuellen Dreharbeiten zu „Ein Quantum Trost“ reiße nicht ab: Daniel Craig habe sich →in den Finger geschnitten und sei in einem Krankenhaus bei London vorsorglich behandelt worden. Jetzt frage ich mich natürlich, welcher weitere Unfall da geplant ist und vorsorglich behandelt wurde. Der blutige Finger kanns ja nicht sein, da käme die Vorsorge zu spät.

Advertisements

1 Response to “Krimi-Meldungen aus Österreich”


  1. 1 Franz Juni 21, 2008 um 19:37

    Sogar als medizinischer Laie, aber als scharf denkender Jurist, kann ich feststellen, dass die Vorsorge den drohenden Wundbrand, eine drohende Blutvergiftung oder den drohenden weiteren Bondblutverlust und damit Geldverlust durch verlorenen Drehtage, betrifft und nicht den Schnitt an sich.

    Krimis spielen sich derzeit auch noch immer am Spielfeld ab. Siehe nur das Spiel Türkei gegen Kroatien, welches in einem Elferkrimi entschieden wurde.

    Deutschland Türkei wird wahscheinlich auch ein Krimi, wahrscheinlich aber sicher eine Schlacht auf den Straßen Berns. Burschen, rufe ich da denen zu, Burschen, es ist nur ein Spiel.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Juni 2008
M D M D F S S
« Mai   Jul »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Archive

Im Schaufenster

Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

→Journal of Medical Internet Research

→medicalblogs.de

→Alblog aus Zams


%d Bloggern gefällt das: