Österreicher gewinnen schon wieder

Kopf hoch, Österreich! Österreicher gewinnen schon wieder. Nämlich Literaturpreise.

  • Michael Köhlmeier hat gestern für sein Lebenswerk von Bundesministerin Claudia Schmied den Würdigungspreis für Literatur verliehen bekommen. Das ist allerdings ein österreichischer Preis, Österreich gegen Österreich quasi. Nachlesen kann man das beim →Hauptverband des Österreichischen Buchhandels.
  • Und dann haben wir noch Österreich gegen Deutschland und Schweiz. Der deutsche „Georg Büchner Preis“ geht an den Kärntner Josef Winkler berichtet unter anderem →der Standard. „Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist“, zitiert der →“Focus“ aus der Begründung für die Preisvergabe. Prägend für sein Werk seien seine Kindheit und die Kirche in einem archaisch geprägten katholischen Dorf gewesen. Ach, irgendwie sind es doch immer wieder die gleichen Themen für die wir im Ausland geschätzt werden. Ich gratuliere jedenfalls herzlich!

Wir warten auf das nächste Match Österreich gegen Deutschland und die Schweiz, das am vom 26. bis zum 28 Juni in →Klagenfurt.

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11 Responses to “Österreicher gewinnen schon wieder”


  1. 1 thewritingfranz Juni 17, 2008 um 19:46

    Ich gratuliere auch.
    Da Österreich vom Katholizismus durchdrungen ist, der schon kleine Kinder fest prägt, um es sanft auszudrücken – ich weiß worüber ich spreche – wundert es nicht, dass sich so viele österreichische Schriftsteller Ihr Leid und Ihre Störungen, die durch den Katholizismus verursacht wurden – ich denke hier nur ans Onanieverbot mit angedrohtem Rückgradschwund – von der Seele schreiben um dadurch zu gesunden. Das muss authentisch wirken und muss gut ankommen. Aber gut schreiben müssen die natürlich auch können und das können sie.

  2. 2 JL Juni 17, 2008 um 19:55

    klagen Sie nicht. Lesen Sie Herzmanovsky-Orlando (oder Doderer: 3 Buchstaben und so viel Sinn)!

    Beste Grüße!

  3. 3 krimi0krimi Juni 17, 2008 um 19:59

    Ja, ein bißchen Katzenjammer darf heute schon noch sein. Ich hätte auch gerne gehabt, dass Österreich ausnahmsweise einmal für das Thema „Aufstieg ins Viertelfinale“ im Ausland geschätzt wird. Aber was wir können, können wir halt. Wir sollten uns auf unsere Kernkompetenzen zurückziehen, so nennt man das glaub‘ ich in der Wirtschaft, wenn unrentable Bereiche abgestoßen werden. Kernkompetenzen.

  4. 4 thewritingfranz Juni 17, 2008 um 20:37

    Wer klagt? Ich nicht! Weder über unsere Literatur noch über unseren Fussball. Über den entarteten österreichisch-bayrischen Brauchtum-Katholizismus lasse ich mich halt manchmal aus. Stimmt, wenn ich nachdenke, dann klage ich darüber. Soll sein. Aber Fussballspielen aufgeben, nur weil man mit den Besten nicht mithalten kann, halte ich für falsch. Man kann ja auch aus reiner Freude spielen. Und man lernt aus so etwas wie der EM auch, das man nicht zu grosskopfert werden soll, nur weil man im eigenen Land zu Spitze zählt. Je kleiner das Dorf ist, um so eingebildeter ist schon der Tormann der Mannschaft, die in der untersten Klasse spielt. Und der braucht manchmal eine auf den Deckel, genauso wie der Apotheker und seine Frau.

  5. 5 krimi0krimi Juni 17, 2008 um 20:58

    Jetzt haben wir uns beide angesprochen gefühlt. Ich klagte, dass ÖsterreicherInnen immer ob der gleichen Fähigkeiten im Ausland geschätzt werden, nämlich der Begabung, die Enge einer Kindheit im katholischen Dorf oder in den Hinterhöfen Wiens mit all ihren Missbräuchen durch ein patriarchales System, deren Verdrängung samt der Verdrängung der Rolle der Großeltern während des zweiten Weltkriegs und das kollektive Wegschauen zu thematisieren.

  6. 6 Georg Juni 18, 2008 um 9:44

    Ja, was dem Iren sein katholischer Alkoholismus, ist dem Österreicher der katholische Missbrauch. Wie gut, dass ich nicht dazugehöre (zu keiner der Gruppen – auch nicht zu den Fußballguckern (obwohl, wenn ich mir Anobellas Kommentare zu den verschiedenfarbigen Leibchen ansehe, könnte ich versucht sein…).

  7. 7 krimi0krimi Juni 18, 2008 um 19:21

    Ja, da findet man wenigstens immer was zum Schreiben, sogar der Wolf Haas hats mit dem katholischen Missbrauch aufgenommen. Mit Hendlstationen auch, aber mit dem Missbrauch eben auch. Jetzt frag ich mich, da mein Regiokrimi im Salzkammergut spielt und bislang ganz ohne katholischen Missbrauch auskommt: Da das hintere Salzkammergut berühmt ist für den katholischen Missbrauch, sollte ich ihn vielleicht thematisieren, wenn ich im Ausland geschätzt werden will.

  8. 8 Franz Juni 18, 2008 um 19:58

    Als Christ beider Konfessionen hat man es halt nach dem Schänden leicht. Man geht beichten und bereut. Blöd ist das nur für katholische Priester in einem Bergdorf, wo gehen die hier beichten? Zum Protestantenpfarrer? Vergibt der auch?
    Was ist, wenn man nicht schändet und das bereut? Ist da Vergebung notwendig? Wie ist das bei der Beichte? Da müsste man sagen: Oh Gott, ich bereue, dass ich nichts getan habe.

    Im Leben ist es ja fast immer so, dass man bereut, was man nicht getan hat und nicht, was man getan hat. Hätt ich dem Rudi damals im Kindergarten den Sandkuchen kaputtgemacht, hätte Franziska mich bewundert und nicht ihn. So aber ging meine erste Liebe in die Hosen (kurz, aus Leder, vom grossen Bruder übernommen). Vielleicht denkt sie heute auch bereuend an mich? Ich war ja ein fescher Bub.

  9. 9 Georg Juni 18, 2008 um 22:41

    Du kannst natürlich auch berühmt werden, indem dass dein steiermärkischer Krimi ganz ohne Missbrauch auskommmt. Mal was Neues!

  10. 10 thewritingfranz Juni 18, 2008 um 23:10

    Es wäre ein oberösterreichischer Krimi. Aber man schreibt halt am leichtesten das, was sich so in der Nähe abspielt. Da könnte man natürlich auch über einen Gamsbartdiebstahl schreiben. Der Gamsbart lässt sich kaum schänden.

  11. 11 krimi0krimi Juni 19, 2008 um 0:45

    Ja, und der Bestohlene muss ich für die verlorene Ehre rächen. Über den Gamsbart als Phallussymbol ist ja schon viel geschrieben worden. Ein gutes Mordmotiv.


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