„The Murder Farm“ – Reaktionen

Da schau her: Ganze vier Tage ist die englische Version von Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ jetzt schon auf dem Markt. Und wir können feststellen: Erstens, es ist schon ein „internationaler Bestseller“. Das steht nämlich auf dem →Cover. Ergo muss es schon ein internationaler Bestseller gewesen sein, als sie es gedruckt haben. Da es vorher nur deutsch war, nehme ich an, dass sich „international“ auf Deutschland, Schweiz, Österreich und Liechtenstein sowie Auslandsdeutsche, AuslandsösterreicherInnen, Auslands schweizer- Innen und AuslandsliechtensteinerInnen bezieht. Da gibt es also wirklich keinen Grund zu jammern für all die deutschschreibenden AutorInnen, die nicht übersetzt werden. Ein „internationaler Bestseller“ kann ein Buch also auch auf Deutsch werden.

Zweitens: Bei Amazon ist es schon verbilligt. Liegt das jetzt dran, dass für englische Bücher die Buchpreisbindung nicht gilt oder wollen sie es schon verramschen? Drittens: Amazon.de behauptet, sie hätten nur noch ein letztes Exemplar. Wers glaubt. Das ist sicher nur eine Finte, schnell zuzuschlagen vor man in eine Buchhandlung spaziert und es dortn kauft.

Rezensionen sind noch rar. Eine gibt es schon auf →Eurocrime. Es sei ein „creepy little book“ aber auch „a rhythmic, ritualised poem conveying the seething emotions involved.“ Das hört sich ja gut an.

Schneller als der Rest der Welt war wieder einmal die →Times, die hat das Buch schon im Mai rezensiert. Es sei eine „remarkable, sparse, chilling novella“ meint die Times, Frau Schenkel, da gratulieren wir aber. Es wäre aber nicht die „Times“, wenn sie nicht bestimmte Aspekte heraus arbeiten würde: Schenkel nehme ein Ereignis und untersuche es „forensisch“, wird da ausgeführt. Aber nicht – wie so viele moderne „Detective Stories“ -, indem sie die Indizien in allen Einzelheiten zusammentrage, sondern ähnlich wie es ein Journalist tun könnte: Sie spreche mit den Zeugen.

Doch diese Zeugen seien mehr „Nicht-Zeugen“, Menschen, die sagen, sie wüssten von nichts, aber in Wirklichkeit alles wissen: Die Psychologie, die schmutzigen Familiengeheimisse, das verzerrte Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen. Es seien Menschen wie die drei weisen Auffen, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen, aber unter der Oberfläche alles wissen.

Schenkels Zugang zu dem psychologischen und versteckten, fast kühlen und profanen Horror mache die Geschichte zu einem europäischen literarischen Äquivalent des „Blair Whitch Projekts“, meint die Times weiter. Nun muss man freilich wissen, was das „Blair Whitch Projekt“ ist. Das verrät uns die →Wikipedia. Es handle sich um einem 1999 gedrehten Horrofilm in Form einer Pseudo-Doku. Der Film täusche dokumentarischen Charakter vor und habe zu anhaltenden Diskussionen geführt, ob es sich nun um eine Dokumentation oder einen Spielfilm handelt.

Schenkels Geschichte sei, so die Times, nicht nur geografisch, sondern auch zeitlich ganz stark im Deutschland Mitte der 50er Jahre verhaftet, als „Was hast Du im Krieg gemacht, Papa?“ die große unausgesprochene Frage gewesen sei. Dennoch sei „Murder Farm“ keine abgedroschene Geschichte über Nazis oder Neo-Nazis, sondern eine Geschichte über eine Gesellschaft in der zugelassen wurde, dass eine bestimmte Krankheit andauere und schwäre. Außerdem sei dies nicht notwendig deutsch. Es sei leicht, sich ein entsprechendes Szenario in der Provinz der Appalachen vorzustellen: eine geschlossene Ecke der Welt, wo Inzucht die anerkannte aber unausgesprochene Norm sei.

Es sei weiters schwierig, dieses Buch zu lesen, ohne in den finsteren Schatten der österreichischen Familie zu geraten, die ein halbes Leben in einer Zelle verbracht hat. Wie dieses Buch betone, sei dies eine Welt in der Gnade oder deren Abwesenheit von der Menschlichkeit der menschlichen Wesen abhänge.

It is hard to read this book without coming under the sinister shadow of the Austrian family incarcerated in the cellar for half a lifetime. As this book emphasises, this is a world in which grace, and its absence, depend on the humanity of human beings.

Noja. Der letzte Satz ist mir jetzt ehrlich gesagt, schon etwas zu allgemein. Vielleicht ist es schlecht übersetzt und sie wollen eigentlich die Willkür (als Abwesenheit von Gnade?) betonen. Die Willkür mit der manche Leute Verbrechen an anderen begehen. Aber das ist hineininterpretiert und steht im Prinzip nicht da. Und wörtlich genommen könnte man unter diesem Satz trefflich Äpfel mit Birnen vergleichen, denn die Sichtweise, dass Gnade von der Menschlichkeit der menschlichen Wesen abhängt, kann man wohl auf sehr unterschiedliche  Situationen anwenden.

 

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28 Responses to “„The Murder Farm“ – Reaktionen”


  1. 1 Reinhard Juni 9, 2008 um 0:43

    Was du alles ausgräbst, Margit, alle Achtung. Ich hätte mich schon mit der Originalausgabe der Nacherzählung – der Originalkopie sozusagen – der Tann-Öde niemals abgegeben, geschweige denn mit der Trivialpsychologie der Times.

    Das hier habe ich aber gern gelesen, wo es schon so schön zusammengestellt ist.

    Danke dafür.

  2. 2 Franz Juni 9, 2008 um 7:26

    Willkür ist nicht Abwesenheit von Gnade. Willkür ist Handeln ohne einen Massstab für die Entscheidung anzulegen.
    Über Gnade las ich einst, dass es nicht das ist, was die Christen darunter verstehen. Der Christ sagt, die Gnade muss man sich verdienen oder Er hat sich Gnade verdient. Wenn man sich Gnade verdienen muss um z.B. Verzeihung zu erlangen, ist es keine Gnade sondern ein Recht. Gnade ist etwas Unverdientes. Vergleichbar mit der Liebe.

  3. 3 Franz Juni 9, 2008 um 7:27

    Gnade ist es z.B., wenn ein Schiedsrichter einen ganz offensichtlichen Elfmeter für die Österreicher gegen die Kroaten nicht gibt.

  4. 4 krimi0krimi Juni 9, 2008 um 7:39

    Also, die Besprechung des Buchs an sich finde ich nicht trivial. Ich tu mir nur immer dann schwer, wenn ein Muster herausgearbeitet wird, das dann auf gaaanz viele andere Situationen passt. Gut, vielleicht ist es das gerade das, was die Literatur am Leben hält, die Abstrahierbarkeit, die dem Buch dann eine Gültigkeit gibt, die nicht am Buchdeckel endet. Sonst würde es wohl kaum einen interessieren, Leute suchen doch in Büchern etwas, das sie irgendwie betrifft. Das sollte man jetzt auch nicht verallgemeinern, aber viele Leute lesen nun einmal gern etwas, das sie betrifft, Stichwort Regiokrimi, da ist es konkret. Ich lese gerne Psychiatriekrimis. Aber auch lange nicht jeden. Gern, meine ich. Ich lese sie, aber manche auch ungern. Aber dieses „betreffen“, muss natürlich nicht mit der Regio- oder Berufskeule daherkommen, das kann viel subtiler sein.

    Aber es wird so viel abstrahiert, dass ich langsam wieder Lust nach Unterschieden kriege. Warum kann ein Appalachen-Krimi nicht etwas anderes sein als Amstetten oder Tannöd? Gut, es ist für meine Begriffe konsistent argumentiert, aber es ist eine Frage der Perspektive. Abstrahiere ich so lange, bis ich ein Muster finde, das auf alles passt, oder kann ich eine Lupe verwenden, die noch Unterschiede zulässt. So, das waren meine 2Cents.

  5. 5 krimileser Juni 9, 2008 um 10:17

    Ich versteh die fragliche Passage ähnlich wie Franz. Tannöd zeige, so der Autor, dass der Mensch „Grace“ (oder „nicht-Grace“) nur erfahre, wenn diese von einem anderen Menschen durch seine Menschlichkeit gewährt wird. Mit andere Worten die Welt ist ohne menschliche Handlung weder weiß noch schwarz, sondern leer.

    Es scheint mir kein Widerspruch zu sein, dass Tannöd auf einer Ebene wie ein Appalachen-Krimi daher käme, schließlich hat so ein Buch ja mehrere Ebenen und liegt dort nicht etwas zutiefst humanes, wenn man betont, dass die Grundbedingungen menschlichen Geistes und menschlicher Handlungen ähnlich/gleich sind ?

  6. 6 Reinhard Juni 9, 2008 um 10:25

    Wenn der Ausgangspunkt schon trivial ist, wirds dahinter nicht besser.

    Dieser besagte Ausgangspunkt war ja nur in der Literatur neu, im Fernsehen gabs das schon: Zimmermann mit seinen von Laienschauspielern nachgestellten Szenen von ungeklärten Verbrechen. Unsere Protagonistin hat das in die Bücherwelt übertragen und damit ein neues Genre geschaffen, den nacherzählten Gerichtsakt, oder Aktenzeichen XY für Bücherfreunde.

    In einem Volk, das im Reality-TV Streifenpolizisten beobachtet, die Verkehrssünder anhalten und in oberlehrerhaftem Ton die STVO erklären, muss das ankommen.

    Ansonsten spüre ich beim Abstrahieren auch immer den Oberlehrer neben mir. Wie Ansel Adams, mein fotografischer Mentor, so treffend sagte: Extrahieren ist mir lieber als Abstrahieren.

    Es ist ein neuer Gipfelpunkt der Beliebigkeit, nichts weiter.

  7. 7 krimi0krimi Juni 9, 2008 um 10:35

    Also, dass Tannöd ein neues Genre ist, weil sich das Buch auf ein reales Verbrechen bezieht, hat soweit ich sehe, weit und breit niemand behauptet. Ich weiß jetzt nicht, was Du mit Ausgangspunkt meinst, Reinhard. Wenn Du Tannöd meinst: Da sähe ich schon das Problem, dass Du ein Buch für trivial erklärst, das Du nicht gelesen hast.

    @ Bernd: Da muss ich jetzt länger drüber brüten, vor ich etwas hinschmiere.

  8. 8 Reinhard Juni 9, 2008 um 10:45

    Nun, Margit, ich habe es behauptet.

    Den Hinweis mit Hinschmieren habe ich natürlich verstanden und gehe aus Höflichkeit aus der Diskussion hinaus, um sie denen zu überlassen, die nachdenken.

  9. 9 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 15:28

    Geh Reini, sei nit glei beleidigt. Wer weiss, ob es auf dich gemünzt war? Ich habe einmal von Jemandem zu einem sehr bescheidenen Menschen sagen gehört:“Geh, mach dich nicht so klein, so gross bist du auch wieder nicht.“
    Übrigens, der bekannteste Roman, der sich auf ein wirkliches Verbrechen bezieht, ist ausser der Bibel, NT (ungesetzlich Kreuzigung eines Rebellen), „Kaltblütig“ von Truman Capote und verfilmt mit Humphrey Bogart, wenn ich mich nicht irre.
    Soviel Kommentar von einem krimimässig nicht zuständigen Leser, der auch behauptet, dass der erste Krimi „Hamlet“ war.

  10. 10 Reinhard Juni 9, 2008 um 16:29

    Hi Franz, ich bin gar nicht beleidigt. Ich sehe nur, wenn meine Ansichten die Diskussion stören oder killen, und das will ich nicht.

    Von wegen Film, „Im Jahr des Drachen“ glaube ich war die Vorlage für die obige Szene. Da sitzen die alten Bosse, der Youngster kommt herein und übt Kritik. Der alte Capo verabschiedet sich mit den Worten, es wäre unhöflich, zu bleiben.

  11. 11 krimi.krimi Juni 9, 2008 um 17:30

    Hallo Reinhard,

    das mit den „Hinschmieren“ war definitiv nicht auf Dich gemünzt. Das ist aus meinem eigenen Impuls heraus gekommen, schnell etwas zu schreiben, obwohl ich nicht wirklich Zeit hatte. Ich habe mich dann dagegen entschieden.

    Das andere ist, dass ich Wert drauf lege, dass jemand etwas kennt, vor er negative Etiketten drauf klebt. Die Firma Haudrauf sind wir hier nicht. Sonst könnt ja auch jeder kommen und in die Welt posaunen, dass Dein Thriller trivial sei, obwohl er ihn gar nicht kennt. Aber einen alten Capo tät‘ das vermutlich überhaupt nicht stören.

  12. 12 Reinhard Juni 9, 2008 um 18:03

    Der Capo war ein Chinese, und die sind nicht wie der Wankell meint schmerzhaft, sondern höflich. Der beisst ins Schmerzkeks und kennt sich aus.

    Ich kleb halt meine Etiketten, und nachdem ich nun lese, seit ich lese kann, am Tag nicht unter zwei Stunden, bin ich da so wie ein Weinkenner, was Bücher betrifft. Der Weinkenner sieht sich das Etikett an und weiss schon ziemlich viel, auch wenn so eine Feststellung den Wissenschafter entsetzt.

    Also schau ich aufs Etikett, schon weiss ich, dass sich das Dekantieren nicht lohnt, und nehme eine Kostprobe, woraufhin ich es abgeschlossen habe.

    In meinem alten Bortz habe ich im Vorwort den Popper gefunden, der meint überhaupt, dass wir die Pfeiler nicht in den Grund treiben, bis sie festen Boden erreichen, sondern nur so weit, bis sie das zu errichtende Gebäude tragen.

    Das war jetzt nur verfahrenstechnisch, denn die Qualitätsdiskussion überlasse ich ja denen, die den Dingen auf den Grund gehen. Über mich kann übrigens jeder lästern, wenn er/sie halbwegs prominent ist bringts mir aber mehr.

  13. 13 Franz Juni 9, 2008 um 18:09

    No oiso, alles geklärt. Und Mafiaboss bist du noch lange nicht. obwohl, im Jahr des Drachen, das klingt eher nach chinesischen Gangstern. Du willst Chinese sein? Die haben auch einen anderen Ehren-Dingsbumms. Codex! Nein, nicht Harakiri, das sind die Japaner. Aber wenn ein Chinese den Zopf verlor, dann war das eine Riesenschande und er musste sich umbringen. oder auch nicht. Wer kennt schon die Chinesen. Deinen neuen Riman werde ich lesen, sobald ich einmal wieder zum Lesen zeit habe. Worum gehts denn? Ist Sex drinnen oder nur Crime? Wahrscheinlich handelt er in Innsbruck und es geht um Bestechung beim Bau der Berg Isel Schanze. Der Täter flieht in die Berge, wird vom Hüttenwirt verraten und die Franzosen erschiessen ihn oder so. Kommt mir bekannt vor. Lass Deine Fantasie walten und die Schanze von einer Frau entwerfen, die sogar Türkin ist. Sowas fällt sonst niemandem ein.

  14. 14 krimi0krimi Juni 9, 2008 um 18:39

    @ Reinhard: Ich kenne da Bücher eines gewissen Verlags, der mit S. anfängt, die wahrscheinlich kein Mensch kaufen würde, wenns ums Etikett ginge. Hat was mit Schriftzügen in schmuckloser Serifenschrift auf gagelebraunem Hintergrund zu tun.

    @ Bernd: Ja, schon, ich kann es drehen und wenden wie ich es will, es ist kein Widerspruch. Nur scheint es mir nicht sonderlich interessant, Bücher auf einer Ebene zu beschreiben, dass sie alle unter einen Hut passen. Das ist wohl keine Sachdiskussion, sondern nur eine Neigungsdiskussion. Dass ich eine andere Vergrößerung bevorzuge, die Unterschiede kenntlich macht. Sonst mag ich nur mit den Schultern zucken und wenn es englisch ist, was ich lese, denk ich mir: „So what“.

  15. 15 Reinhard Juni 9, 2008 um 19:09

    So einen gewissen Verlag kenne ich auch, und immer besser, ich ich noch will. Die wenigen, die das kaufen, die halten auch den Ring durch, am Stück. Gaggelebraun ist noch sehr nachsichtig ausgedrückt.

    Und Franz, in meinem nächsten Roman befreit der Jaga-Toni die Förster -Liesl aus den Fängen des Wilderer-Toni, sie heiraten im Kapellele ober dem Silberwald und leben tann glücklich glücklich am Zweiödhof bis ans Ende ihrer Tage. Wenns droben kalt eis macht ihnen des gar nix.

    Und zuletscht, Bestechung ist nicht nötig, wenn nur Erwartung erfüllt wird. Stell dir folgenden Fall vor:

    Behörde schreibt Autos aus und legt die Ladehöhe hinten auf den Zentimeter genau fest. Zufällig – wie das Leben so spielt – passt der Kombi der Marke X genau. In der Firma ist der Herr Y Geschäftsführer, der zufällig in der Stadtführung ist. Honni soit qui mal y pense.

  16. 16 krimileser Juni 9, 2008 um 20:38

    Wunderbar multivalente Diskussion.

    1. Ich bin ein gewisser Weinkenner was Weine betrifft und würde fast nie einen Wein aufgrund des Etiketts vorbewerten; ich würde einen Wein nicht einmal mit Kenntnis der Urteile bekannter Kenner vorbewerten.

    2. Viele Bücher sind anders als ich es aufgrund des Klappentextes erwarten würde, gelegentlich sind sie deutlich besser.

    3. Ein Buch ist ein Buch und hat etwas mit Sprache zu tun, ein guter Autor mag also auch über das Liebesleben eines Bierdeckels schreiben und mich begeistern – unter der Gefahr österreichisches Staatsheiligtum zu besudeln, W. Haas ist so ein Fall.

    4. Liebe Margit, deshalb bist Du Psychiaterin und ich Mikrobiologe. Aber ernsthaft: Ich finde es ziemlich faszinierend, dass Menschen in Oberbayern, Oberpfalz, Oberösterreich oder in den Appalachen so sehr ähnlich sind. Das ist angesichts der menschlichen Geschichte von Tod und Zerstörung keineswegs trivial.

    5. Mein persönlicher Ausgangspunkt ist dabei die Diskussion um Fritjof Capra. Ich weiß nicht, ob Du den kennst. Ist ein österreichischer Physiker der die Esoteriker dieser Welt mit zwei Büchern beglückte, in denen er die Parallelität von östlichen Philosophien und moderner Physik beschrieb … nun, der erste Gedanke der einem zu den Büchern kam, hängt an der schlichten Tatsache, dass beide so unterschiedlichen Denksysteme vom gleichen menschlichen Gehirn stammen.

  17. 17 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 20:45

    Dein Roman, der nexte, klingt sehr nach Realität und Gerichtsakten.
    Das mit der Bestechung, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
    Über die Appalachen bin ich mehrmals drübergeflogen. Und wenn man von der Luft die einsamen Gehöfte und Häuser sieht, zu denen lange Strassen führen, durch den Wald und nur zu diesem Gehöft, dann kann man sich schon vorstellen, dass es dort anders zugeht, als nicht in den Appalachen. Das muss ja der Wahnsinn sein, dort zu wohnen. Die Bewohner dieses Gebietes werden auch von Rest-USA angesehen, wie früher bei uns die Albaner, weit weg, nicht zu erreichen und wenig ausgebildet und arm, einfach weg von der Welt, wie wir anderen sie kennen, wobei ich ein schlechtes Gefühl habe dies zu sagen, weil ich aus einem ähnlichen Gebiet komme, das es aber nicht weiß, dass es so ein Gebiet ist. Es kommt eben auf die perspektive an, wie folgende Geschichte beweist. Ein Bauer aus Unteholzing gewinnt bei einem Preisausschreiben eine Reise nach nach Paris. Er bricht also auf und geht zu Fuss nach Oberholzing. von dort geht der Bus nach Hinterholzing und von dort nimmt er die Bahn nach München, wobei er aber noch zweimal umsteigen muss. Von München aus fliegt er nach Paris, sieht sich dort um, geniesst es und fliegt eine Woche später wieder zurück. Der Rückweg ist genauso kompliziert wie der Hinweg, mit Bahn, Bus und zu Fuss. Zu hause angekommen fragen ihn seine Freunde, wie denn Paris gewesen sei. Darauf antwortet er: “ Sehr schön, sehr interessant, aber halt sehr, sehr,sehr abgelegen.“

  18. 18 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 21:07

    Mit dieser Geschichte sind also die Appalachen als Gegend und Wohngebiet, nicht als Berge, bestens beschireiben, ebenso auch die Einwohner von dort und deren Gemüt, geistige Haltung und Gewohnheiten. Unterholzing ist aber nicht nur in den Appalachen, sondern überall. Es ist kein Ort an sich, sondern eine geistige Haltung, wobei diese natürlich mit geographischen Punkten zusammenhängen kann. Aber in erster Linie ist die Untererholzingerei im Geiste zu Hause. Also auch im 1. Wiener Bezirk oder im Zentrum von Paris oder der Bronx. Worauf in der Geschichte nicht eingegangen wurde, ist der Blickwinkel der Unterholzinger beim Reisen, z.B. nach Paris. Der echte Unterholzinger sieht alles aus der Perspektive des Unterholzingers und so ist der Eiffelturm nur ein störendes Etwas auf einem Felde, das leider nicht bebaut wird und ohne Arc de Triomphe bräuchte man keinen Kreisverkehr und die 8 Strassen, die dor zusammenkommen könnte man mit Ampeln regeln oder mit einem Kreisverkehr ohne Triumphbogen, wie es die engländer machen. Der Triumphbogen ist der grösste Blödsinn, den ein Unterholzinger jemals gesehen hat. Und wenn man in Unterholzing einen Triumphbogen errichten würde, dann würde man dort nicht 8 Strassen hinleiten und überhaupt braucht niemand so viel Strassen, nur die deppaden pariser, damit sie einen Triumphbogen errichten können und Deutsch können sie auch nicht.

  19. 19 krimi0krimi Juni 9, 2008 um 21:11

    Hallo,

    Vom Haas habe ich alle Krimis begeistert gelesen und dieses Wetterbuch auch, das finde ich köstlich. Nur die Formel Eins Sache kugelt angelesen herum, das ist nicht meins. Komischerweise ist mir der Haas aber mit der Zeit zu psychologisch geworden. Mir! Ich habe das Gefühl gehabt, der vergisst jetzt vor lauter Psychologisieren den Krimi zu schreiben, kanns den nicht endlich weitergehn? Falls Reinhard sich ekelt, wenn es um Psychologie in Krimis geht: Das ist Haas-Psychologie, mit Wissenschaft-Psychologie hat das nix zu tun. Ist also nicht so eklig wie es klingt.

    „Liebe Margit, deshalb bist Du Psychiaterin und ich Mikrobiologe.“

    Das ist super in diesem Zusammenhang. Wenn die Smilies inzwischen nicht doch abgeschalt wären, weil sie mir ständig die Leute belästigt haben, würde ich eine ganze Reihe enfügen. Ich zerkugel mich vor Lachen.

    Mit Fritjof Capra hat uns der Biologielehrer kurz vor der Matura beglückt, ich muss ihn noch irgendwo im Dachboden haben. Aber erinnern kann ich mich beim besten Willen nicht mehr. Blaues Cover, glaub ich, mehr weiß ich nicht mehr.

    Franz, ja, ich finde auch, dass Du aus so einem Gebiet kommst, weit weg, nicht zu erreichen und wenig ausgebildet und arm, einfach weg von der Welt, wie wir anderen sie kennen.

  20. 20 Reinhard Juni 9, 2008 um 21:12

    Aber Franz, was hast denn jetzt geraucht?

  21. 21 Reinhard Juni 9, 2008 um 21:25

    Der einzig nicht ausgebildete hier bin ich, somit bin ich auch Not-Arzt, unter anderem. Trotzdem kann ich psychologisierende Autoren und Rezensenten von echten Psys auseinander halten. Letztere stellen Honorarnoten und kommunizieren dahingehend vornehmlich mit deren Empfängern.

  22. 22 krimi0krimi Juni 9, 2008 um 21:33

    Ich kenne das aber anders. Da waren die Unterholzinger in Ischl, und meinen, das sei so gut wie Paris, denn Paris kennen sie nur von Bildern. Aber da stehen sie in Ischl vor so einem prächtigen Kreisverkehr und denken, das ist die große weite Welt, so muss Paris sein, die lange Reise dahin muss man sich gar nicht antun, wenn wir hier so etwas Schönes haben. Und ganz begeister sind sie von den vielen Autos, die da lustig herumblinken, so begeistert, dass sie selber einen Kreisverkehr haben wollen in Unterholzing. Dann nämlich muss man nicht einmal mehr nach Ischl fahren, wenn man die große weite Welt sehen will. Da bauen sie sich also selber einen Kreisverkehr und alle kommen zu spät zur Arbeit, weil man im Kreisverkehr die Traktoren nicht überholen kann, da hilft alles Blinken nichts. Das täten die Wissenschaftler dann Transferproblem nennen, wenn man etwas, das hier funktioniert, nicht so ohne Weiteres ins Dortn verpflanzen kann. Aber Wissenschaftler werden die Unterholzinger eh keine mehr. Früher hat noch der eine oder andere herausgefunden aus Unterholzing bis in die Uni hinein, aber jetzt sind sie so beschäftigt mit Im-Kreis-fahren und blinken, da kommt keiner mehr raus.

  23. 23 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 21:45

    Zu Margit.
    Du da in Innsbruck. Da muss ich zuerst mit dem Zug nach Attnagn-Puchheim, Wenn nicht gleich ein Zug geht, zuerst mit dem bus nach Ischl, und von dort mit dem Zug nach Attnang-Puchheim, von dort mit dem Zug nach Salzburg, von dort mit dem Zug nach Innsbruck und dort finde ich dich nicht, wenn du mich nicht abholst. Du lebst verdammt abgelegen und willst dich über mich mokieren?

  24. 24 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 21:49

    Hallo Du da in Innsbruck. Wenn ich dich anrufe, bitte schliesse das Fenster. Die Fanmeile ist jetzt derartig laut, dass ich sie durchs Telefon bis Goisern hören kann, insbesondere dieses laute Pfeifen. Wie kannst du das nur überleben?

  25. 25 krimi0krimi Juni 9, 2008 um 21:54

    Ich pfeife mit, wenn sie aufs italienische Tor schießen. Sonst gehts eh nicht. Jetzt trompeten sie aber. Trompeten kann ich nicht.

  26. 26 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 22:00

    Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht usw.? Lauter Kummerl unter den Fans?

  27. 27 thewritingfranz Juni 9, 2008 um 22:05

    Eine herrliche Diskussion zur Zeit der EM. Wir beginnen mit hochgeistigen Kommentaren zur göttlichen und menschlichen Gnade und den Gnadebegriff an sich, sinken dann leicht herab in geographische Fragen betreffend die Appalachen und Paris und enden schliesslich wieder bei der Fussballeuropameisterschaft. Hier ist die letze Niederung errciht. Fällt euch das nicht auf? Hinauf, hinauf ihr Denker und Dichter! Hinauf in die Höhen des Geistes, wohin nur noch ein hoher Ausschuss von Lehmann folgen kann, aber sonst keiner. Wie steht denn Frankreich gegen Rumänien?

  28. 28 Reinhard Juni 9, 2008 um 23:37

    Nur leises Trauern
    dringt noch an das Ohr
    das Spielfeld wird nach und nach still
    unter Trümmern kriecht langsam
    ein Azzurro hervor
    der längst nicht mehr spielen will

    Frei nach Reinhard Mey


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