Alligatoren mit Niveau

Nachdem ich am Wochenende auf dem Boulevard unterwegs war, brummt mir immer noch der Kopf, die Glieder schmerzen, mir ist schlecht und ich kann es schier noch nicht fassen, was mir da alles begegnet ist. Ich muss mich erholen und bewege mich heute in nüchternen Gefilden.

→“Schimansiki ist der beliebteste Tatort-Komissar“ schlagzeilt der Standard. Das wundet uns doch sehr, denn vor wenigen Tagen durften wir berichten, dass die Standard-LeserInnen „Frank Thiel“ zum beliebtesten Komissar gekürt haben; das war aber ein kurzer Ruhm. Doch der Standard bezieht sich heute auf eine Umfrage, die „Bild am Sonntag“ durchgeführt hat, die eigene Umfrage ist inzwischen verschwunden. Beliebteste-Tatort-KommissarInnen- Abstimmungen (mit Bindestrich!) scheinen im Trend zu liegen, wir berichteten erst gestern von zwei unabhängigen Abstimmungen in Österreich. Heute können wir nachtragen, dass →“tv-media“ und „News“ heute Harald Krassnitzer als beliebtesten Tatort-Kommissar aller Zeiten (aktiv und pensioniert) gekürt haben. Die →“Kleine Zeitung“ liefert tagesaktuelle Ergebnisse, gestern führte Alex Prahl, heute ist es Ulrike Folkerts, dort werden die Pensionisten allerdings nicht berücksichtigt. Das erinnert langsam an die berühmten „15 Sekunden Ruhm“.

Henning Mankell präsentiert seinen „Chinesen“ Morgen im Burgtheater und kommt natürlich auch überall vor, zum Beispiel →hier und →hier. Interessanter wird es sicher erst hinterher, im Moment kann man ja nicht viel mehr als ankündigen.

Interessanter ist auch das: →“Wer oder was ist Franz Schuh?“, fragen die Oberösterreischen Nachrichten und empfehlen uns damit seine Memoiren. Dass diese Frage darin wirklich beantwortet wird, versprechen uns die Oberösterreichischen Nachrichten zwar nicht, sie verraten uns aber, dass sich Franz Schuh selber als „Essayist“ bezeichnet. Das irritiert natürlich, dachte ich doch immer, er sei →Krimirezensent. Wer es genau wissen will, kann sich heute Abend um 19:30 im „Walker“, Hauptplatz 31 einfinden und ihn selber fragen, denn dort liest Franz Schuh aus seinen Memoiren. Leider verraten uns die „Oberösterreichischen Nachrichten“ nicht, in welcher Stadt.

Advertisements

21 Responses to “Alligatoren mit Niveau”


  1. 1 thewritingfranz Mai 19, 2008 um 20:53

    Ich hoffe, es geht dir heute besser. Der beste und einzige Originalkommissar im Tatort ist Erich Ode. So wie Sean Connery der einzige wahre James Bond war und ist.

  2. 2 thewritingfranz Mai 19, 2008 um 20:53

    Wupps, war Ode vielleicht der Alte?

  3. 3 dpr Mai 19, 2008 um 21:28

    Erik Ode war „der Kommissar“. Die Serie von Herbert Reinecker, mit der das ganze Elend der grübligen Gesellschaftskrimis anfing. Es wäre einmal interessant, den Einfluss dieser Reihe auf die Entwicklung der deutschen Kriminalliteratur zu untersuchen. Er dürfte immens gewesen sein – und immer noch sein. Ich sags ja nicht gern: Aber der beste deutschsprachige (naja) Fernsehserienheld ist weiterhin der Mayor Kottan.

    bye
    dpr

  4. 4 dpr Mai 19, 2008 um 21:29

    Na, immer noch MAJOR Kottan…

  5. 5 thewritingfranz Mai 19, 2008 um 22:49

    Jedenfalls konnte Ode den Faust auswendig. Dafür ist er zu loben.

  6. 6 krimi0krimi Mai 20, 2008 um 0:18

    Mein Lieblingstatortkommissar ist der Kampfhund, der gestern dann auch prompt den Fall gelöst hat. Aber für den kann man nicht abstimmen. Wahrscheinlich weil er keine ordentliche Polizeiausbildung hat.

    Außerdem ist mein Lieblingskommissar außerhalb des Tatorts immer noch Kommissar Rex, auch wenn ich dem Teeny-Alter entwachsen bin, aber bei diesen Augen wird man einfach schwach. Und immerhin hat sein Herrl einen Oskar gewonnen, seither muss ich mich auch nicht mehr genieren, wenn ich das zugebe, wegen dem Niveau und so.

    Außerdem natürlich Dr. Watson!

  7. 7 krimi0krimi Mai 20, 2008 um 0:22

    Der einzige James Bond ist Daniel Craig! Der einzige, der in Feldkirch gedreht hat. Der einzige!

  8. 8 Reinhard Mai 20, 2008 um 0:25

    da war noch der australische Dressman, der nur einen Sommer tanzte, mit der Diana Rigg. In der Schweiz von Blofelds Bösewichten verfolgt sagte er, das nächste Telefon sei in Feldkirch. Da fuhr er dann auch hin um zu telefonieren.

  9. 9 krimi0krimi Mai 20, 2008 um 0:36

    Wahnsinn. Das imponiert mir. Feldkirch als Technikhochburg. Kein Telefon in der Schweiz. Aber Feldkirch hat eins. Das ist freilich besser als eine kleine Verfolgungsjagd, die gibt es überall. Aber ein Telefon!

  10. 10 Reinhard Mai 20, 2008 um 1:10

    Da staunst du, klar. Während sie in Graubünden noch Buschtrommeln und Alphörner hatten, verwendeten die Gsi schon Telefon. Da war der Craig noch in der Krabbelstube.

  11. 11 thewritingfranz Mai 20, 2008 um 21:42

    George Lazenby hiess der Australier und war, so weit ich mich erinnere, vor seiner Rolle als Bond ein Fotomodel oder eben Dressman. Der schlechteste Bond, den es je gab. „Fieldchurch“ wird er im Original gesagt haben.

  12. 12 krimi0krimi Mai 20, 2008 um 21:44

    Also, ein Bond, der in Feldkirch telefoniert, kann kein schlechter Bond sein.

  13. 13 Reinhard Mai 20, 2008 um 21:47

    Nicht nur fieldchurch, er glaubte auch, dass die gsi zu Jesus Dornbirn sagen.

  14. 15 thewritingfranz Mai 20, 2008 um 21:51

    Die gsi glauben auch die Geschichte, das Jesus vom Kreuz herunter zu Petrus gesagt haben soll, von da oben könne er sein – des Petrus‘ – Haus (s’Hüsli) sehen.

  15. 16 Reinhard Mai 20, 2008 um 21:54

    Bevor mich die krimi.krimi geisselt, ich weiss schon, dass die gsi dorabira sagen. Aber der Plazenten* wusste es nicht.

    * das schlug die Rechtschreibprüfung für Lazenby vor.

  16. 17 thewritingfranz Mai 20, 2008 um 22:01

    Lazenby ist jetzt mit einer Tennisspielerin verheiratet und hat zwei Kinder. Aber die Verknüpfung mit Plazenta (Mehrzahl Plazenten?)ist doch etwas weit hergeholt. Schlage vor, neues Programm zur Prüfung verwenden und keines aus gsi. Ausserdem sollte man wirklich nicht verraten, dass J.B. schon einmal in gsi war. Die sind doch jetzt so stolz und glücklich wie eine Jungfrau nach dem ersten Mal. Offenbar haben sie es seinerzeit übersehen.

  17. 18 Reinhard Mai 20, 2008 um 22:39

    Lazenby (jetzt schlägt er Katzenbär vor) kommt zweifellos von lazy bee, was nur eine Drohne sein kann, und der Craig ist mit dem Auto durch gsi gedröhnt, ohne dass ihn die Polizei geschnappt hat. Damit ist die Kontinuität gegeben.

  18. 19 thewritingfranz Mai 21, 2008 um 23:40

    Wahrscheinlich gibts dort keinen Polizisten, der Englisch kann. Und dann gibt es noch den Witz, wo ein Polizist zum anderen sagt: „Du den können wir nicht bestrafen, das ist ein Kollege. Hast Du nicht sein Kennzeichen gesehen? GB, Geheimbolizei!“

  19. 20 Reinhard Mai 22, 2008 um 0:07

    Hau weg, sagt er, ana von uns, Griminalbolizei…

  20. 21 thewritingfranz Mai 22, 2008 um 8:49

    Richtig, Griminalbolizei. Tange für die Gorregdur.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Mai 2008
M D M D F S S
« Apr   Jun »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Archive

Im Schaufenster

Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

→Journal of Medical Internet Research

→medicalblogs.de

→Alblog aus Zams


%d Bloggern gefällt das: