Alligatoren an Leib und Leben bedroht – und andere Meldungen

Gar Erschreckendes hat dieses Wochenende der Standard zu berichten: →Tigerpythons verdrängen im Süden der USA die Alligatoren von der Spitze der Nahrungskette. Doch nicht nur das: Sie verspeisen auch dann und wann einen kleinen oder größeren Alligator. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, das dort zitierte →Bild des Pythons, das es nach dem Genuss eines Alligators zerrissen hat, zu recherchieren. Doch Achtung: Das ist nichts für empfindliche Alligatorenmägen. Die Pythons sollen von Terrarianern in die USA eingeschleppt worden sein. Da wir unseren mitteleuropäischen Alligatoren und Alligatorinnen dieses Schicksal ersparen wollen, fordern wir alle PythonhalterInnen auf, ihre Tiere an der Leine spazieren zu führen.

Bessere Nachrichten gibt es für Fans von Stefan Slupetzky. Bei →“Heute“ werden täglich Auszüge aus Slupetzkys „Das Schweigen des Lemming“ veröffentlicht. Und noch bessere Nachrichten gibt es aus Cannes: Bei der Presse erfahren wir, dass ein →verknallter Detektiv mit dem „Studentenoskar“ ausgezeichnet wurde. Der Schweizer Reto Caffi, Absolvent der Kunsthochschule Köln erhielt den Preis für den besten ausländischen Film für seine Abschlussarbeit „Auf der Strecke“.

Der Kurier widmet sich derzeit vor allem dem Film: Der Marvel Comic-Verfilmung →“Iron Man“ – Multimillionär Tony Stark geht als Iron Man auf Verbrecherjagd -, und dem Western-Thriller →“No Country for Old Men“ der Oskargewinner Joel und Ethan Coen. Beim Kurier erfahren wir auch, dass der →neue Film des Österreichers Götz Spielmann „Spannung und Emotion in perfekt ausbalancierten Verhältnis“ biete, er sei „kein verpatzter ‚Tatort‘ wie viele Leinwandkrimis, sondern echtes Kino.“ Allerdings gebe es kleine dramaturgische Ungeschicklichkeiten, die zur Schadenfreude reizten. Bei der Presse erfahren wir sogar, dass jener Film „→Revanche“ heißt, das hätte uns eigentlich beim Kurier schon interessiert. Nachdem der Presse der Film so gut gefällt, dass sie ihn sogar beim Namen nennt, fällt auch die Kritik weniger verhalten aus: „Endlich wieder ein heimischer Film, der zur ganz großen Erzählung ausholt“, erfahren wir da, von einem „gelungenen Krimidrama“ ist die Rede. Da werde ich mir die Revanche wohl ansehen müssen.

Das wichtigste Thema dürfte derzeit aber wohl die „kulturelle Matrix“ sein. „Die kulturelle Matrix, aus der Josef F. hervorging“, wurde von der →“Times“ entdeckt: Sie glaubt, in der Österreichischen Literatur von Nestroy bis Jelinek die fiktiven Vorfahren des Josef F. entdeckt zu haben. In zahlreichen Werken sei „der Faktor der patriarchalen Autorität“ und ihres Missbrauchs zu finden. Es wäre wohl besser gewesen, den kritischen Stimmen der Literatur mehr Aufmerksamkeit zu schenken, statt ihre „monströsen und grotesken Charaktere“ als Karikaturen abzutun, wird die „Times“ in →“Standard“ und →“Presse“ zitiert.

Den verstörenden Romananfang von →“Teufels Küche“ der →Innsbrucker(!) Autorin S. Groschup könen wir ebenfalls bei der „Presse“ lesen. Es geht darin um eine Komissarin im Frisiersalon, einen stummen Jungen und einen Keller. Keller sind ja sehr sensibel derzeit. Da der Roman Ende Mai bei Czernin erscheint, gehen wir davon aus, dass er schon länger fertig ist und demnächst von der Times erwähnt werden wird.

So, zu Boulevard und Regionalzeitschriften komme ich jetzt nicht mehr, ich melde mich im Lauf des Wochenendes wieder. Bis dahin empfehle ich allen Leserinnen und Lesern, sich die Zeit mit internationalen Meldungen bei →Bernd Kochanowski und deutschen bei →Ludger Menke zu vertreiben. Dpr hat sich in den Betriebsausflug verabschiedet, jedoch nicht ohne einen →Hinweis auf die Ausstellung →“Blutige Geschichten“ in der Österreichischen Nationalbibliothek zu hinterlassen.

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3 Responses to “Alligatoren an Leib und Leben bedroht – und andere Meldungen”


  1. 1 thewritingfranz Mai 17, 2008 um 14:54

    Spekulanten an der Chikagoer Börse trieben den Krokodilpreis hinauf. Pythons reagieren panikartig und versuchen sich mit Krokodilen einzudecken. Florida sperrt Krokodilexport. Pythons in der ganzen Welt verzweifelt. Nil-Aktien steigen.

  2. 2 thewritingfranz Mai 17, 2008 um 22:07

    Habe jetztn gerade den Timesartikel überflogen. Das sind schon starke Parallelen zur Realität zu finden in unserer Literatur. Aber dass ausgerechnet Adalbert Stifter schon so obskure, skurille und gruselige Gedankengänge hatte, hat mich sehr erstaunt. Hat F. den A. Stifter gelesen? Wurde er von ihm beeinflusst? Das ergibt eine neue Verteidigungsstrategie.

  3. 3 thewritingfranz Mai 17, 2008 um 22:10

    Willst Du den Herrn Stifter wegen Anstiftung mitanklagen?


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