Übersetzung

Beim dpr drüben wollten sie vor kurzem Bücher ins Amerikanische übersetzt haben. Ich will auch, dass mein Salzkammergut Regio-Krimi ins Amerikanische übersetzt wird. Weil es aber so wenige ÜbersetzerInnen gibt, die direkt vom Salzkammerguterischen ins Amerikanische übersetzen, habe ich selber einmal angefangen. Allerdings habe ich mir eine leichte Stelle ausgesucht, ich kann nämlich besser Vorarlbergerisch. Es handelt sich also um die Stelle, an der das Vorarlberger Ehepaar Erna und Heinzi urlaubend am Grunde eines Salzsees eine Leiche findet und dies dem einheimischen Polizisten (in der Folge nur noch „EP“ genannt) meldet.

Erna zitternd: Und denn hat er uffagluagt mit großa Oga. – And then he looked up with big eyes.

EP: Ho. – What the fuck do they want? – There’s football on TV-Salzkammergut.

Heinzi zu Erna: Du muascht vo vorna afanga, sunscht verschtoht der di net. – You must begin in the beginning, othwerwise he don’t understand you.

EP: He (kratzt sich hinter dem Ohr). – I hope FC Bad Goisern will beat this loosers from Ebensee, where the hell is Ebensee?

Heinzi zu Erna: Und Du muasch dütsch reda, mir sind do net dahoam – And you must speak German, we are here not at home.

Erna (in ihrem besten Deusch): Herr Komissar, mir hond a Lich gfunda. – Agent Starling, we have found a dead body.

EP: Hmpf. – Superagent! Always these foreigners.

Heinzi (ergänzt übereifrig) – z’Znüne scho, aber der Appetit ist uns vergangen – At Nine-o-Clock-meal-time already, but appetite went from us.

EP: Ha! – I am already hungry. I will call my Olde to bring me some dumplings.

Heinzi (ebenfalls im besten Sonntagsdeutsch, sehr betont): Guat denn, Herr Wachtmeister, wenn Sie no eppas wissen müssen, denn rüafan Sie oafach a. – Well then, if you want to know anything more, then you just call on.

Heinzi und Erna gehen ab.

EP: Tor! – Well done, Guy, but you should have kicked at this dirty Ebenseer, when the referee looked in the other direction.

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4 Responses to “Übersetzung”


  1. 1 dpr April 18, 2008 um 9:43

    Und wenn dann die amerikanisch-englische Version fertig ist, gehst du an eine Übersetzung ins Deutsche, ja? Aber die wird viel schwieriger. Beispiel?

    Österreichisch: „EP: Ho“
    Deutsch: „Der EP war außer sich. Gerade erst hatte er bei der Betrachtung eines Fußballspiels seinen Weltschmerz zu vergessen versucht, aber das Fußballspiel hatte ihn an die Fußballeuropameisterschaft erinnert und an das garantierte Versagen der österreichischen Mannschaft, seine Gedanken waren zu den Olympischen Spielen und der Situation in Tibet geflogen, von da aus zurück zu Marianne, seiner Marianne, die vor zehn Jahren nach einem Fußballspiel von rechtsradikalen Hooligans erschlagen worden war. Und während dessen war auch noch der Toast angebrannt und sah aus wie sein Vater, der „braune Erwin“, Obersturmführer damals, an dem er, der EP, sich hatte abarbeiten müssen, nazimäßig…“ Und so weiter. Das ergibt die gesellschaftlich-individualpsychologische Fundamentierung, ohne die du auf dem deutschen Markt chancenlos bist.

    bye
    dpr
    *hilft gerne
    **sogar Österreicherinnen

  2. 2 krimi.krimi April 18, 2008 um 15:06

    Was für eine schöne Übersetzung, Vielen Dank! Eine drastische und böse Geschichte ist das.

  3. 3 krimi0krimi April 20, 2008 um 15:48

    Nachdem Georg auf seinem Blog →korrigiert hat, habe ich die Korrektur übernommen. Drei Sprachen waren mir wohl doch etwas zu viel.

  4. 4 Reinhard Mai 19, 2008 um 19:09

    Shy’s drag.

    Das mit dem Nazibezug ist zweifellos unverzichtbar, denn der Widerstand gegen Hitler wächst, je länger er tot ist.

    Allerdings sollte der Held auch dreiviertel der Geschichte lang an sich zweifeln und dann von seiner Vergangenheit eingeholt werden. Vollständig ist sie aber erst, wenn er eine erwachsene Tochter hat, mit der er nicht klar kommt und mindestens an Diabetes leidet. Dann ist auch die menschliche Komponente berücksichtigt.


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