Man soll nicht mit Hasen schießen

Über das Bestatterweblog bin ich auf die Zwiebelfischkolumne „Grüße aus dem Jenseits“ gestoßen.

Dieser Artikel sei auch allen KrimischreiberInnen ans Herz gelegt, denn schnell ist auferstanden, wer beerdigt gehört oder getötet, wer leben soll. Ein falscher Relativsatz hier, ein flüchtiger Tippfehler dort, schon vermischen sich die Lebenden und die Toten auf gar unziemliche Weise.

Ein paar Beispiele ungewöhnlicher Todesfälle sind mir auch noch untergekommen:

Ein Krankenhausträger informiert:
Am Montag, 17. September, verstarb in der Wiener Krankenanstalt R… (Auslassung durch mich) eine 86-jährige Patientin an den Folgen einer Legionelleninfektion. Diese war bereits bei der Aufnahme der Patientin am 9. September diagnostiziert worden. Sie verstarb auf Grund eines Multiorganversagens im Beisein ihrer Angehörigen.

Gut, dass sie endlich tot ist, diese elendige Legionelleninfektion. Hoffentlich richten ihre Angehörigen keinen Schaden mehr an.

Gelesen bei der Initiative zur Abschaffung der Jagd:
Wie viele Haustiere jährlich vorsätzlich oder „aus Versehen“ bei der Jagd umkommen ist unbekannt.

Aber, aber: Die Initiative zur Abschaffung der Jagd wird doch kein Mitleid mit all den jagenden Tieren haben, wenn sie bei ihrem unseeligen Treiben umkommen. Schon gar nicht, wenn sie „vorsätzlich“ umkommen. Da sind sie doch wirklich selber schuld. Ebendort:

Am 7. November schoss ein Jäger einem anderen anstatt eines Hasen bei einer Treibjagd bei Melk, NÖ, aus 40 m Entfernung eine Schrotladung ins Gesicht.

Das will ich aber hoffen, dass er dem Mann anstatt eines Hasen eine Schrotlandung ins Gesicht geschossen hat. Als Tierliebhaberin bin ich strikt dagegen, dass mit Hasen geschossen wird.

Und zu guter Letzt ein schönes Wortspiel aus dem „Focus“
Der tragische Unfalltod des Hollywoodstars Grace Kelly machte sie unsterblich.

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2 Responses to “Man soll nicht mit Hasen schießen”


  1. 1 thewritingfranz Februar 1, 2008 um 10:45

    Empfohlene Literatur: Franz Werfel, „Nicht der Täter, der Ermordete ist schuldig“. Oder ist das Buch von Stephan Zweig? Eine andere Zeile die ich las, sie stammt aus einer Schülerzeitung, lautete: Nachdem sich meine Vater und mein Bruder nach 20 Jahren wiedersahen, klopften sie sich mit nassen Augen gegenseitig auf die Schulter. Daran muss ich jedesmal denken, wenn ich meinen Bruder treffe. A propo Schüleraufsatz: Ein Schüler schrieb bei einem Aufsatz über unsere Kaiserin: Die Periode Maria Theresias zieht sich wie ein roter Leitfaden durch die Geschichte Europas. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Oder doch noch eines, aus einem Polizeibericht über den Tatort eines Einbruches: Der Grösse des Einstiegloches nach zu schliessen, dürfte es sich um einen Einzeltäter handeln.

  2. 2 thewritingfranz Februar 1, 2008 um 10:51

    Titel ist jedenfalls falsch. Es muss heissen: Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig.Der Autor ist tatsächlich Franz Werfel. Der Titel geht auf ein albanische Sprichwort zurück, thematisch knüpft das Werk an den im Expressionismus immer wieder aufscheinenden Motiv des Vater-Sohn Konflikts an. Das Geschehen wird konvenionell aus der Perspektive des Ich-Erzählers als Vergangenheitserlebnis in chronologischer Reihenfolge wiedergegeben. Intertextuelle Querverbindungen:
    Sophokles: Ödipus Tyrannos (Hinken, Sohnesmord, Vatermord, Mutterliebe, Tyrannen¬mord). [Hinken: Ödipus heißt “Schwellfuß”; Vater ließ Füße des Sohnes durchstechen]
    Homer: Ilias IV, 164 f. (“Einst wird kommen der Tag, da die heilige Ilion hinsinkt, Priamos selbst und das Volk des lanzenkundigen Königs”). Tod des Vater-Königs.
    Weber: Freischütz (Satans Hilfe, Freischuss – Fehlschuss)
    Verdi: Aida (Liebestod)


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