Das Kirchenschlafprojekt

Im inoffiziellen Blog-Wettstreit um die skurillste Ausschreibung hat derzeit wohl das Hinternet die Nase vorn. Das konnte ich nicht so einfach hinnehmen und ich habe gegoogelt bis die oo’s aus dem Google gesprungen sind. Dabei bin ich auf eine Ausschreibung gestoßen, die zwar nicht direkt KrimischreiberInnen anspricht, Krimis nach meiner Lesart aber wohl zulässt: Das Kirchenschlafprojekt.

http://www.kirchenschlaf.de/projekt.html

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal sucht in Zusammenarbeit mit dem Großsstadtpoeten nach künstlerischen Äußerungen (Kurzgeschichten, Fotos, Filme, Skulpturen…) zum Thema Kirchenschlaf. Erwünscht sind ausdrücklich auch provokative Beiträge (als Beispiel wird ein jungendfreies Aktfoto einer auf einer Kirchenbank schlafenden Person genannt).

Da sind doch auch Krimischreiber gefordert: Der Gottesdienst ist aus, einer bleibt schlafend in der Bank, der Priester will ihn wecken, der Mann ist tot. Der Tod ist ja bekanntlich Schlafes Bruder wie wir seit Robert Schneider wissen.

Oder: Ein junges Paar schießt in einer doch nicht so ganz unkonservativen Kirche irgendwo in einem Bergthal ein Nacktfoto für diesen Wettbewerb. Der Messner kommt betrunken vom Feuerwehrfest und verliert ob dieses Frevels die Contenance. Er wendet sich gegen den jungen Fotografen, der verliert das Gleichgewicht, stolpert und stürzt mit dem Kopf gegen die Kirchenbank wie man es in gepflegten Tatort-Kreisen sieht (dort stürzt dann der Hausherr gegen das Klavier). Die junge Frau ist Zeugin und muss auf irgend eine Art ruhig gestellt werden.

Je länger ich nachdenke, desto mehr komme ich zum Schluss, dass es sich doch um einen Krimiwettbewerb handelt.

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1 Response to “Das Kirchenschlafprojekt”


  1. 1 thewritingfranz Januar 31, 2008 um 9:13

    Zum Thema Kirchenschlaf fällt mir irrsinnig viel ein. Eine Interpretation wäre, daß die Kirche schläft. Welche? Katholische? Evangelische? Islam wohl nicht. Der Mesner erwacht aus seinem Messweinschlaf durch das Glockengeläute, das merkwürdig dumpf ist. Am Glockenklöppel ist ein Ministrant angebunden, dessen Kopf jedesmal, wenn der Klöppel nach links schlägt, an die Glockenwand geschlagen wird und so den Ton dämpft. Einem harten BING folgt daher immer ein gedämpftes WUUUMMMM. Wollte der Ministrant den Pfarrer, der ihm zu nahe trat, verraten? Der Schläfer im Beichtstuhl schläft nicht, er wurde mit einer vergifteten Hostie erledigt, die eigentlich für die schwangere Resi gedacht war. Aber Hans, das Opfer, hat sich bei der Kommunion vorgedrängt, der Pfarrer hatte die Hostie schon in der Hand und konnte sie nicht mehr austauschen. Der tote Priester ist deshalb tot, weil ihn der Schlag traf, als ihm Susi ihre Sünden beichtete, die sie absichtlich übertrieb, weil sie wußte, dass der Pfarrer ein schwaches Herz hat und weil der hat ihrem Hans eingeredet, in ein Kloster zu gehen und ohne Susi ein zölibatäres Leben zu führen.


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