Ich weiß nicht, ob ich jetzt auf ein neues Genre gestoßen bin, nämlich den Sternzeichenkrimi: Ursula Schmid-Spreer und →Anna Banfhile geben in Zusammenarbeit mit dem Lerato-Verlag eine Antholgie zu folgendem Thema heraus:
Die Sterne stehen gut – Mord perfekt
Gesucht werden “Morde, die sich nach Horoskopen oder dem Sternzeichen richten.” Im Originalton stellen die Herausgeberinnen sich das so vor:
Der quirlige Wassermann ist jemandem ein Dorn im Auge, die ausgeglichene Waage stellt sich als intrigant heraus. Und der Stier überrumpelt alle, will mit dem Kopf durch die Wand. Dem Krebs wird sein Horoskop zum Verhängnis, denn anstatt Liebe bringt der Partner Mord. Alle 12 Sternzeichen bieten noch Tausende von Möglichkeiten.
Die besten Texte sollen in einer Anthologie und eventuell auf der →Homepage des Lerato-Verlags erscheinen. Außerdem gibt es Preise zu gewinnen: Erstens die Teilnahme “am Autorentreffen 2009 einschließlich einer Übernachtung und Verpflegung am 21.5.2009″, Abos der Zeitschrift →”Federwelt”, Bücher, →”Normbrettchen” und das →”Handtuch für Autoren” des Uschtrin Verlags. Liebe Ausschreibende, ich bin ja sehr wohlwollend gegenüber Kleinverlagen, Anthologieprojekten und derartigen Initiativen. Aber ein paar Erklärungen wären nicht schlecht, wenn man Leute außerhalb des eigenen Gartenzauns ansprechen will. Soll ich jetzt wissen, um welches Autorentreffen es sich handelt und wo das stattfindet? Oder richtet sich die Ausschreibung nur an Leute, die im Bilde sind? Ist das ein Insidertreffen? Gut, dass ich mich nicht auskenne in der Sternzeichnerei, es betrifft mich also nicht persönlich, da ich mich außerstande sehe, dieses Genre zu bedienen. Lästiger ist, dass der Link zur Ausschreibung auf der Homepage nicht funktioniert (hier ist der →Link ins Leere), und die Ausschreibung auch sonst nirgends auf der Hompage aufzuspüren ist. Deshalb gebe ich jetzt ausnahmsweise – ich sehe mich nämlich sonst mehr eine Litfasssäule, auf der plakatiert wird, und nicht als Informationsbüro – die Einsendeformalien bekannt:
Die Autoren, deren Geschichten in der Anthologie veröffentlicht werden, werden per E-Mail benachrichtigt und auf der Verlagshomepage aufgelistet. Einsendungen bitte als doc- oder rtf-Anhang, nicht mehr als 9.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen; bitte unbedingt einhalten!), eine Überschrift, Schrift Arial 12, Zeilenabstand 1,5 ohne Silbentrennung, keine weiteren Formatierungen (wie Zeilen- oder Seitennummerierungen), unter dem Text genaue Anschrift und E-Mail-Angabe.
Einsendungen an: mailto:kriminalqueen@yahoo.de
Oioioi, da muss ich doch schon wieder meckern. Eine Fantasienamengratisemailadresse ist nicht grad eine vertrauensbildende Maßnahme. Da muss ich jetzt aus meinem Nähkästchen plaudern: Einstmals hatte ich die Ehre, für die Literaturzeitschrift →Cognac&Biskotten* Texte zu sichten. Und nein, man bekommt nicht die Texte, die man verdient. Man fragt sich öfter einmal: Womit habe ich das verdient? Und wenn man Glück hat, kriegt man unter den Bergen von Texten auch die, von denen man glaubt, man habe sie verdient. Aber wie bringt man AutorInnen dazu, einem ihre in schlaflosen Nächten hart erarbeiteten Kostbarkeiten anzuvertrauen? Durch kryptische und lieblos zusammengeschusterte Ausschreibungen? Das Angebot, das Produkt harter Arbeit an Fantasieydressen wie kriminaltango@mystery.eu zu schicken? Nur gut, dass wenigstens →”Ursula Schmid-Spreer” ein Name ist, den man in der Schreib- Kleinverlags- Anthologieszene vielleicht schon einmal gehört hat. Aber ehrlich: ursulaschmidspreer@irgendwo.de wäre netter.
Quelle: Newsletter →TheTempest
* Zu meiner Zeit haben wir noch 300 individuell formulierte Ablehnungen pro Ausgabe geschrieben, sind aber irgendwann an unserem Anspruch gescheitert.
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