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Lesestoff für Eilige

Wer an so einem wunderbaren Sommersamstag vielleicht etwas lesen will, das keine 800 Seiten hat, findet derzeit im Standard sein Fastfood:

Im Standard gibt es einen Text von Krimiautor Thomas Raab zu lesen. Thema: →Meine Seite. Der Text handelt von zwei Karlis, viel Tixo und die Doppeldeutigkeit des Begriffs “Seite”. Typisch Raab halt, alles zweideutig. Der Text gehört zur Standardserie “Grenzerfahrungen”, wie auch →”Manga, Manga, Manga” von Clemens Berger: Ein Mann steigt in Kreta in einen Mini-Pickup und gerät in Gefahr: ”Ich wiederhole, er brüllt, ich sehe den Wahnsinn in seinen Augen, den ich kenne, wenn ein Mann mir zeigt, daß er mir gleich etwas antun wird. ”

Wiedereinstieg mit reißerischer Werbung

Ich bin wieder im Internet und steige gleich mit Werbung ein. Zuerst für mich:

Mein Artikel über das Konzert von Hubert von Goisern in Bad Goisern ist aus dem →Weblog des Franz von Goisern heraus in das beliebte Qualitätsmedium “Journal der Marktgemeinde Bad Goisern” gewandert. Die Beleidigungen des Bürgermeisters wurden allerdings vorher entfernt. Wenn der Mann, der sich dort mit dem Internet auskennt, wieder da ist, wird es auch im Internet sein und dann kann ich es verlinken. Momentan kann man die Zeitung erstehen, wenn man ins Salzkammergut reist.

Dann gibt es Werbung für den berühmten Tiroler Krimischriftsteller →Reinhard Kocznar. Sein Drittling “Harte Landung” wurde soeben in der Buchhandlung Morawa in Innsbruck präsentiert und ist ausnahmsweise kein Krimi. Es geht darin um einen Mann namens “ich”, der plötzlich auf einer Intensivstation aufwacht und feststellt: Er habe eine gebrochene Ferse, einen doppelten Beckenringbruch, eine Rippenserienfraktur mit Hämatothorax, einen offenen Unterarm- und Oberarmbruch, einen Oberschenkelbruch mit Trochanterfraktur, Glaskörperverletzungen und wahrscheinlich noch ein paar andere Dings, die ich jetzt vergessen habe. Außerdem einen Schlauch, der ins Nasenloch führt, einen an der Schulter mit vier Ventilen und einen in der Harnröhre, einen auch im Hals, dann einen Nagel im Unterschenkel. Mehr verrate ich nicht wegen des Suspense. Man fragt sich die ganze Zeit: Wird der “ich” das überleben? In einer zweiten Geschichte wird ein Mann namens “ich” von quälendem Tinnitus heimgesucht, diesen Teil des Buches kann ich durchaus an Selbsthilfegruppen empfehlen, außerdem an alle Leute, die gerne wahre Schicksalsgeschichten von Menschen namens “ich” lesen. Was diese Person namens “ich” schon mitgemacht hat in der Weltliteratur geht langsam auf keine Kuhhaut mehr, die muss sieben Leben haben oder eher 7777. Inzwischen, das schreibe ich jetzt am Sonntag drauf, gibt es auch einen Link direkt zur →Buchpräsentation.

Werbung gibt es auch für Stephan Schleim. Wir erinnern uns Er ist Neurowissenschaftler und hat sich rege an der Diskussion zu unserer →neurowissenschaftichen Fortbildung für Krimischaffende beteiligt. Nun hat er bei der Zeitschrift “Gehirn und Geist” einen Artikel mit dem Titel →”Justitias neue Kleider” veröffentlicht. Und was finde ich dort? Mann kann dort für fünf Euro alles bestellen, was man braucht, um ein →DNA-Molekül zu basteln. Das haben meine Biologieprofessoren vor vielen Jahren schon gesagt: “Man kann alles, was man braucht, um Gene zu manipulieren, im Versandhandel bestellen.” So billig ist Molekulargenetik jetzt also schon geworden.

Internetprobleme und ein Fernseh-Krimi-Tipp

Ich habe im Moment kein Internet zu Hause, deshalb blogge ich so kurz angebunden und bis es wieder geht, wird das auch so bleiben. Fast →anobellesk schon.

Deshalb verweise ich hier auch nur ganz kurz darauf, dass am Mittwoch, dem 3.7. um 22:20 →”Komm Süßer Tod” von Wolf Haas auf ORF1 läuft. Muss man gesehen haben, so zwei bis drei Mal.

45000 Tonnen Restmüll

haben 500 000 Fußballfans in Innsbruck hinterlassen, schreibt der →ORF.

Europameister der Herzen

“Europameister der Herzen” nennt der ORF die deutsche Fußballnationalmannschaft und berichtet über die Feierlichkeiten in Berlin nach dem 2. Platz bei der Euro. “Prinz Poldi” und Bastian Schweinsteiger hätten →Bier über den Moderator Oliver Pocher geschüttet. Ja, so gewinnt man die Herzen der ÖsterreicherInnen. Weiter so!

Herzlichen Glückwunsch, Tilmann Rammstedt

Ich gratuliere Tilmann Rammstedt herzlich zum Bachmannpreis und zum Publikumspreis. Ich habe auf dieser →Zockerseite, nebenbei der →beste Bachmannblog, den es gibt, auf ihn gesetzt und gewonnen. Ich freue mich. In Tilmann Rammstedts Text geht es um einen Großvater, der nach China fahren will, nicht aber nach Österreich. Überhaupt war er sein Leben lang noch nie in Österreich. Andererseits war es ein sehr flotter Großvater, denn er war immerhin mit drei Frauen verheiratet. Das hat die Jury zur bemerkenswerten Diskussion veranlasst, ob es möglich sei, dass ein Großvater, der noch nicht einmal in Österreich war, in der Lage sei, drei Frauen zu finden. Schließlich wurde der Konsens gefunden, dass es sehr wohl möglich sei, drei Frauen in Deutschland zu finden. Das wäre dann also geklärt.

Die anderen Preisträger sind:

Markus Orths: Telekom-Preis

Patrick Findeis: 3sat-Preis

Clemens J. Setz: Willner-Preis

Ich gratuliere allen Preisträgern!

Quelle: →kaernten.orf.at

Krimifestival Mörderischer Attersee

Ach, wie ich diese reißerischen Nonsense-Festival-Titel doch hasse. Als ob der Attersee mörderisch wäre. Schon, dass da jedes Jahr etliche Leute ertrinken, aber dann ist er doch eher gefährlich als mörderisch. Da werden einfach Begriffe aus Krimis heraustransferiert und völlig sinnlos auf geographische Gegebenheiten, wehrlose Abendgalen und andere unbelebte Objekte übertragen. Wo doch völlig klar ist, dass niemand →”Morden im Norden” besuchen würde und um den mörderischen Attersee würden die Leute einen großen Bogen machen, könnte man den Veranstaltern diesbezüglich auch nur einen Funken Glauben schenken.

In Wirklichkeit dürfte es sich aber einfach um Lesungen handeln und viele der bekannten österreichischen KrimischriftstellerInnen werden sich da einfinden. Wobei die Auswahl der SchriftstellerInnen etwas nach Syndikatstreffen ausschaut. Unter anderem lesen: Sabina Naber, Susanne Schubarsky, Stefan Slupetzky, auch die Psychotherapeutin Edith Kneifl, sie interessiert mich natürlich besonders. Organisiert wird das Fest von Beate Maxian und die vollständige Liste der deutschen, schweizer und österreichischen AutorInnen finden Interessierte →hier. Nebenbei kann man im Rahmen des Festivals mit einem Attersee-Schiff fahren und das EM-Finale auf Großbildleinwand ansehen. Da AutorInnen vermutlich selten randalieren, wäre das auch eine Option für →gefährdete Mitmenschen aus den USA.

Ich bin dann also einmal →dort, bringts mir inzwischen das Blog nicht durcheinander!

Wie ich heute eine Bibliothek besuchte, Kaffee trank und die Umwelt schützte

Ich war jetzt drei Jahre lang nicht in Innsbruck und habe mir heute einen neuen Bibliotheksausweis für die →Universitätsbibliothek besorgt. Da wurde mir ganz feierlich zumute, denn ich liebe diese alte Bibliothek mit dem großen →Lesesaal und den würdigen Buchrücken an den Wänden. Vieles hat sich geändert. Zum Beispiel gibt es dort keine zuckerfreien Kaffeegetränke mehr, was ist denn das für ein Standard? Außerdem sind die technischen Anforderungen gestiegen, nicht nur, dass man Bücher unbedingt über EDV bestellen muss, nein: Neben dem Kaffeeautomaten steht jetzt ein weiterer Automat, der für jeden Kaffee, den man ersteht, einen kleinen, gelben Chip ausspuckt. Mittels dieses Chips kann man 15 Cent Einsatz für den Pfandplastikbecher zurück erhalten. Man steckt den Chip in den vorgesehenen Schlitz an jener Apparatur, was einigermaßen Fingerspitzengefühl erfordert, da der Chip Rillen aufweist, die in den Schlitz eingefädelt werden müssen. Sodann hat man für einige Sekunden Zeit, den geleerten Plastikbecher in eine Öffnung zu werfen, danach bekommt man 15 Cent Cash zurück und zwar in der Form von drei 5-Cent-Stücken.

weiterlesen ‘Wie ich heute eine Bibliothek besuchte, Kaffee trank und die Umwelt schützte’

Buchcover

Da gibt es einen Coverentwurf für ein Buch, das bald in meinem Verlag erscheint. Wenn nur Autor das Manuskript liefern tät. Sonst beschwert er sich wieder über das schlechte Weihnachtsgeschäft, wenn das Buch erst nach Weihnachten erscheint.

Buchcover

Bachmannpreis - die Eröffnung

Und außerdem: Kaum hat die Euro Klagenfurt verlassen, wird die Stadt schon wieder zum Mittelpunkt der Welt. Das →Bachmannpreis-Wettlesen hat begonnen. Erstmals in sieben Sprachen!

Allerdings wird man sich noch an die Sprachen gewöhnen müssen, denn anscheinend werden sie noch schlecht verstanden. Zitat:

Die Klagenfurter Rede zur Literatur gab es heuer nicht nur in literarischer, sondern auch in musikalischer Form: Redner Ilja Trojanow gab mit dem Titel “Beginne den Beguine” vorab nicht nur Rätsel auf, er hatte auch Musik mit nach Klagenfurt gebracht.

Das war wahrscheinlich eh deutsch, schließe ich aus dem deutschen Ausdruck “beginne”, wurde aber anscheinend nicht von allen als Solches identifiziert. Dennoch:

Trojanows Rede, eine Mischung aus literarischem und philosophischem Text, wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

 Begeisternd finde ich persönlich Trojanows Motto für den Wettbewerb:

“try again, fail again, fail better”.

Das ist auch Deutsch, glaub ich, jedenfalls fühlt es sich vertraut an.

Bemerkenswert ist auch, dass sich die Bachmannpreis-Redaktion der dramaturgischen Prinzipien des Krimis bedient, obwohl dort keine Krimis gelesen werden: Suspense! Zum Schluss! Spannung bis zum Ende!

Spannend bis zum Schluss: Lesereihenfolge

Im Anschluss an die offiziellen Eröffnungsansprachen und die Rede zur Literatur erfolgte die Auslosung der Reihenfolge, in der die Autoren an den folgenden beiden Tagen lesen werden.

Nachlesen kann man das alles komplett und lückenlos auf →dieser Seite.

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