Archiv der Kategorie 'Gefunden'

Wissenschaftspreis – Steinlaus

Für meinen Vogelfängerkrimi recherchiere ich gerade über die Steinlaus. Denn was treibt eine Wienerin ins Salzkammergut? Richtig. Forschung. Bekanntlich werden in den dortigen Salzstollen allerhand Wesen über die Jahrtausende konserviert, so auch der Mann im Salz. Meine Wienerin interessiert sich aber nicht für gesalzene Männer, sondern für fossile Steinläuse, die einst in großen Mengen in den Höhlen des Dachsteins gelebt haben sollen.

Und was sehe ich da? Es gibt ein eigenes →Blog über die Steinlaus und die Redaktion des medizinischen Wörterbuchs Pschyrembel lobt sogar einen →Wissenschaftspreis aus. Die beste wissenschaftliche Arbeit über die Steinlaus wird im nächsten Pschyrembl veröffentlicht.

Kriminachrichten aus Österreich

Der Standard berichtet dieses Wochenende über „→Marionetten“, den neuen Spionagethriller von John le Carré, der sich mit der „allgemeinen Paranoia“ nach 9/11 befasse. Ein „routinierter Thriller“ meint Ingeborg Sperl.

Und in den USA – der Standard weiß das – wurden Peter Mathiessen und Anette Gordon Reed mit den „→National Books Awards“ ausgezeichnet: Peter Mathiessen für „Shadow Country“, eine überarbeitete Fassung von drei Serienkillerromanen der 90er, Anette Gordon Reed für eine Geschichte über die Sklavenfamilie von Thomas Jefferson.

Die Presse zeigt eine →Bildergalerie zur „Buch Wien“ von Daniel Breuss, der mit mir weder verwandt noch verschwägert ist. Es sei recht →eng und rechteckig dort, eben „→Messekubismus.“

Die →Wienerzeitung hat den Film „der Mann, der niemals lebte“ von Ridley Scott gesehen und findet ihn nicht hundertprozentig überzeugend. Die Handlung sei nicht immer schlüssig, meint Christina Mondolfo und das beruhigt mich, denn ich habe den Film gesehen und nicht immer verstanden. Es liegt also an der Handlung und nicht an mir, das ist ja beruhigend.

Außerdem in der Wienerzeigung: Im Theater Rabenhof in Wien jage der Polizist Delacroix einem Fantom hinterher, das seine Frau entführt habe, nämlich im →Musical „Fantomas“. Brigitte Suchan sieht Potenzial zum „Kultmusical.“

Die Kleine Zeitung hat →Karl Markovics interviewt. Anlass ist die Nominierung seiner Darstellung des Briefbombenattentäters „Franz Fuchs“ in Elisabeth Scharangs Film für einen „Emmy“.

„Medinfo“ – ein neues Lieblingsblog

Unter dem Titel „→Medinfo“ bloggt gleich ein ganzes Team zu den Themen „Medizin, Bibliothek und Fachpresse“. Soweit ich das verstehe, stammt das Blog von der Unibibliothek Dortmund, zumindest wird es dort gehostet.

Das ist auch für den klugen Franz interessant, denn auf der Startseite gibt es gleich zwei Verweise auf Rechtliches: Einen auf das Blog „→Wissenschaftsurheberrecht“ von Eric Steinhauer und einen auf den →Urheberrechtsquiz des Spiegel. Das ist jetzt natürlich deutsches Recht, aber der kluge Franz könnte zum Beispiel den Quiz spielen und uns dann erklären, wie es rechtlich zu beurteilen wäre, wenn ich die englische Übersetzung eines japanischen Artikels von einem deutschen Server kopieren, in einem Österreichischen Kopycenter kopiere und in Lichtenstein auf einem Kongress als mein geistiges Eigentum ausgebe. Genau so stelle ich mir Bloggen vor: Das Publikum arbeitet und alle haben etwas davon.

Aber eigentlich wollte ich ja über das Medinfo-Blog schreiben. Es ist eine Fundgrube für Themen wie „→Open Access“ oder „→Publikationswesen“ und manchmal ist es auch einfach →witzig.

Sezierkurs in Innsbruck

Frisch gefunden. staunt

Kriminachrichten aus Österreich

Nach längerer Pause komme ich endlich wieder einmal dazu, Sonntags in aller Ruhe in den Nachrichten zu schmökern. Schauen wir gleich nach Vorarlberg, die müssten eigentlich am meisten auf den James Bond Start reagiert haben. Tatsächlich: Die Bond-Permiere wurde in Vorarlberg am Originalschauplatz Bregenzer Seebühne gefeiert, erfahren wir auf Vorarlberg Online. Das inzwischen abgebaute Auge der Tosca sei vom Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter exra für diesen Anlass wieder auf die Seebühne projiziert worden, außerdem seien Teile des Tosca-Bühnenbildes versteigert worden. Das sind dann also plötzlich Original James-Bond Requisiten. Auf →Vorarlberg Online gibt es auch Interviews mit StatistInnen zur Frage, ob sie sich im Film gesehen haben.

Der Film wird natürlich auch in anderen Medien ausführlich besprochen: Im →Standard und in →der Kronenzeitung, in den Oberösterreichische Nachrichten →gleich →doppelt und in der →Kleinen Zeitung. Mein Lieblingsbondkritikerzitat stammt von Michale Prüller und steht in →der Presse:

Und Bond, dem Fleming nur im Schlaf einen grausamen Zug um den Mund zugesteht, ist hier bloß ein soignierter Rambo. Er, der einmal die inhärente Überlegenheit der angelsächsischen Zivilisation verkörpert hat, unterscheidet sich von seinen US-, südamerikanischen, vorarlbergischen etc. Kontrahenten nur noch dadurch, dass er überlebt.

Das ist zwar Unsinn, da es im „neuen Bond“ keine vorarlberischen Kontrahenten gibt, die Vorarlberger sind lediglich Gastgeber für die interationalen Kontrahenten. Aber die Idee eines Vorarlberger Bond-Gegenspielers ist sehr charmant. Ein Bergbauer, der ein Käsemonopol gründen will, indem er die Kühe der Konkurrenz genmanipuliert? Ein Stickereiindustrieller, der die Weltmarktpreise für Stickeri drücken will, deshalb den eigenen Standort nach China verlegt, die Staudämme der Illwerke sprengt und damit die Betriebe des Walgaus und des Rheintals flutet? Schade, dass es nicht stimmt, was Herr Prüller da schreibt. Bei der Presse gibt es auch den dazupassenden →James Bond Quiz. Und die →“Kleine Zeitung“ bringt ein Interview mit Bond-Darsteller Daniel Craig: „Ich weiß schon, dass die Leute nach diesem Film fragen werden: Was ist mit dem Kerl los? Isst nicht, schläft nicht, fast keinen Sex?“, wird er dort zitiert.

Anlässlich von Halloween hat die Presse auch die →“10 besten Horrorfilme“ gekürt, Platz 1 belegt „der Exorzist“, Platz 4 „das Schweigen der Lämmer.“ Und ebenfalls aus der Presse erfahren wir, dass Nicolas Cage gerade im Ausserland weilt, wo für den Thriller →“Season of the Witch“ gedreht wird. Ein zentrales Element soll der völlig unschuldige Berg Loser spielen, der im englischen als „Mount Loser“ eine eigentümliche Wortbedeutung erhalte.

Einen kurzen Nachruf auf →Michael Crichton hat die Presse auch noch zu bieten. Und die →Wienerzeitung auch. Und auch →der Standard.

Bücher kommen diese Woche zwar etwas kurz hinter dem Kino, aber ganz verschwunden sind sie nicht. Ingeborg Sperl bespricht im Standard Deon Meyers →“Weißer Schatten„. Ein Thriller, der in Südafrika spielt und laut Ingeborg Sperl das Land mit all seinen Brüchen und Widersprüchen darzustellen vermag, es handle sich um einen der aufregendsten Thriller des Herbstes. Das klingt so, als müsse ich das wirklich lesen. Eine Hörspielnotiz habe ich auch noch gefunden. Die Oberösterreichischen Nachrichten erwähnen kurz die →“Krimi-Kult-Kiste“ mit Krimihörspielen aus den 50er und 60er Jahren.

Auch bei den Eselsohren hat sich auf dem Krimisektor einiges getan: Werner Schuster bespricht →“Hillarys Blut“ von Claudia Rossbacher, →“Skulduggery Pleasant 2″ von Derek Landy, →“Schwere Schuld“ von F & J Kellermann, →“Mariaschwarz“ von Heinrich Steinfest und →“Scheidung auf Türkisch“ von Esmahan Aykol. Besonders interessiert hat mich natürlich, was Werner Schuster von „Mariaschwarz“ hält, →für mich das Buch des Jahres. Herr Schuster mag es lang nicht so gern, das Buch sei mehr „zum Angreifen als zum Anschauen“, “zum anschauen, nicht zum angreifen“,  es habe ihn darin nichts berührt. Und der Plot, der – so will ich ergänzen, durchaus sehr verworren und kurios ist-, ist ihm „zu blöd“. Ja, dass dieses Buch polarisiert, kann ich mir schon vorstellen.

Link: Veränderung braucht Zeit

Veränderungen von Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften brauchen Zeit. Bloß glaubt das keiner mehr oder es will keiner glauben. Vor allem auch nicht jene, die Geld für die Therapie psychischer Störungen bereitstellen sollen. Trotz Wahlkampf. Das Gesundheitssystem kommt eigentlich gar nicht vor. Sehr merkwürdig.

Das Profil erinnert an etwas, das eigentlich selbstverständlich ist, heute aber anscheinend umständlich argumentiert werden muss: Veränderung braucht Zeit! Ein sehr informativer Artikel, wenn auch ein bisschen reißerisch. Dass Psychotherapie nicht „glücklich“ macht, hat auch schon Freud gewusst, aber manches dauert eben, bis es in die Medien Eingang findet.

Profil online:

→Faule Geschäfte der Lebenshilfe-Ratgeber: Die absurden Versprechen von Ratgebern

  • Seminare, Coaches und Bücher für den Erfolg
  • Glück: Was Therapie im Gehirn bewirken kann

Noch einmal Hochgatterer: „Das ganze Leben ist Metaphorik“

Nur, um noch einmal Hochgatterer zu zitieren:

Das ganze Leben ist Kompensation – aber das ist nichts als die ziemlich schwach untermauerte zweite Lieblingshypothese meinerseits zum Thema Lebenserklärung.

Das ganze Leben ist Metaphorik, – das ist die Nummer eins. Die Metapher in ihrer paradoxen Vielschichtigkeit, in ihrer Rolle als Überträgerin von Bedeutung und als Evokateurin von Phantasmen ist – metaphorisch gesprochen, also selbstreferenziell formuliert – die Hebamme der Narration und die Hauptspeise der Poesie. Erzählen ohne Metapher ist undenkbar, Lesen daher ebenso.

aus: „Petzi, Eisenbahn, Schakal“ bei →derStandard.at.

Dazugehörige Artikel:

→ Neu im Schaufenster: Paulus Hochgatterer- Die Süße des Lebens (hier)

→Hochgatterers Krimitheorie (NuT)

Kriminachrichten aus Österreich

Auf Ingeborg Sperl ist Verlass: →Jede Woche eine Rezension. Diese Woche schreibt sie über Anne Holts „Der norwegische Gast“: „In Norwegen entgleist ein Zug wegen eines Schneesturms. Die Passagiere können trotz des Orkans evakuiert und in ein nahegelegenes Berghotel gebracht werden.“ Dort passiert ein Mord. Ermittlerin ist „Hanne Wilhelmsen“, eine Ex-Polizistin, die nach einem Schusswechsel querschnittgelähmt im Rollstuhl sitzt. Frau Sperl gefällt das Buch.

Und was ist das jetzt? →“Bücher können zerstören, ja töten“, steht im Standard. Und damit sei nicht gemeint, dass einem Bücher auf den Kopf fallen können. Vielmehr geht es um das Buch „Akademie Pessoa“ von Julika Brandestini. Die „Akademie Pessoa“ sei eine „Vereinigung literarischer Schiffbrüchiger, minderbegabter Autoren, die Schreibblockaden nicht überwanden, an Romanen scheiterten, als Verlagszuarbeiter ihre Existenz fristen und gegen die Literatur zu Felde ziehen.“ Nach und nach kämen sie zu Tode. Das Buch wird aufs wärmste empfohlen. Die Rezension stammt von Alexander Kluy.

Überhaupt, der Standard, der muss jetzt einmal als Ganzes empfohlen werden. Dort gibt es aktuell eine literarische Sonderausgabe zum Thema: „Lesen&Schreiben – Schriftsteller schildern, was sie lesen und wie ihre persönlichen Zugänge zum Schreiben sind“, u.a. mit Beiträgen von Paulus Hochgatterer, der hier letzte Woche im Schaufenster stand, Wendelin Schmidt-Dengler, Marlene Streeruwitz und Peter Turrini. Leider ist die Sache sehr schwer zu verlinken, weil sie ziemlich verstreut ist. Besonders ungünstig ist auch, dass der Autor/die Autorin nicht drüber steht, sondern irgendwo, so auf Seite sieben dann. Den Hochgatterer-Beitrag unter dem Titel „→Petzi, Eisenbahn, Schakal“ habe ich immerhin aufgespürt. →Hier gibt es auch ein paar Beiträge dazu, es sind jene mit der gelben Schrift quer drüber.

Was ist denn mit den anderen los? Es ist ja nicht so, dass ich nur im Standard nachschaue, aber die anderen schaffen es immer wieder, ihre Krimi-Beiträge so vor mir zu verstecken, dass ich sie nicht finde.

Gut, dass wir noch die Eselsohren haben. Dort wurde zuletzt „→Amberville“ von Tim Davys renzensiert. Es gefiel nicht schlecht. Darüber hat sich doch letzthin ein Blog despektierlich geäußert, wo war das noch? Ahja, bei →Georg: Ein Krimi, bei dem die ProtagonistInnen Stofftiere sind. Bei dieser Gelegenheit muss ich doch gleich loswerden, was ich auf meinem Streifzug gerade im →Literaturhaus gefunden habe (kein Krimi): „Rainer Maria sucht das Paradies“. „Rainer Maria“ ist eine Nacktschnecke aus dem Waldviertel. Rainer Maria lernt die Garnele „Tiger Lilly Prawn“ kennen, die von einem Meeresfrüchtetransporter gepurzelt ist und macht sich mit ihr auf den Weg nach Italien. Ein Buch „→für große Kinder und kindische Erwachsene“ von Daniel Glattauer, beim Literaturhaus rezensiert von Christine Schranz.

„Rache ist süß“ – Wettbewerb

Wieder einmal ein kleiner Literaturwettbewerb: „women’s edition“ schreibt einen kleinen Krimiwettbewerb zu obigem Thema für Autoren und AutorInnen „aus ganz Deutschland“ aus. Also keine ÖsterreicherInnen, keine SchweizerInnen, keine LiechtensteinerInnen, keine LuxemburgerInnen oder deutschprachige Menschen aus anderen Gegenden der Welt wie etwa SiebenbürgerInnen oder Amish People. Egal. Für deutschreibende Deutsche: Der Link ist →hier.

gefunden via →Uschtrin

Link des Tages

Herr Zangerl bloggt →OP-Geschichten (und Computersachen) direkt aus der Nachbarschaft, aus dem Krankenhaus Zams. Gefunden habe ich das Blog über die →Blogoscoop-Karte. Dort ist es das Einzige unter „Innsbruck“, wo bin denn jetzt ich? Aber gut, es ist eh zufriedenstellender, wenn man andere Blogs findet und nicht nur sich selber, deshalb kommt das Blog jetzt schnurstracks ins Schaufenster.

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Im Schaufenster

Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

→Journal of Medical Internet Research

→medicalblogs.de

→Alblog aus Zams