Nach längerer Pause komme ich endlich wieder einmal dazu, Sonntags in aller Ruhe in den Nachrichten zu schmökern. Schauen wir gleich nach Vorarlberg, die müssten eigentlich am meisten auf den James Bond Start reagiert haben. Tatsächlich: Die Bond-Permiere wurde in Vorarlberg am Originalschauplatz Bregenzer Seebühne gefeiert, erfahren wir auf Vorarlberg Online. Das inzwischen abgebaute Auge der Tosca sei vom Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter exra für diesen Anlass wieder auf die Seebühne projiziert worden, außerdem seien Teile des Tosca-Bühnenbildes versteigert worden. Das sind dann also plötzlich Original James-Bond Requisiten. Auf →Vorarlberg Online gibt es auch Interviews mit StatistInnen zur Frage, ob sie sich im Film gesehen haben.
Der Film wird natürlich auch in anderen Medien ausführlich besprochen: Im →Standard und in →der Kronenzeitung, in den Oberösterreichische Nachrichten →gleich →doppelt und in der →Kleinen Zeitung. Mein Lieblingsbondkritikerzitat stammt von Michale Prüller und steht in →der Presse:
Und Bond, dem Fleming nur im Schlaf einen grausamen Zug um den Mund zugesteht, ist hier bloß ein soignierter Rambo. Er, der einmal die inhärente Überlegenheit der angelsächsischen Zivilisation verkörpert hat, unterscheidet sich von seinen US-, südamerikanischen, vorarlbergischen etc. Kontrahenten nur noch dadurch, dass er überlebt.
Das ist zwar Unsinn, da es im „neuen Bond“ keine vorarlberischen Kontrahenten gibt, die Vorarlberger sind lediglich Gastgeber für die interationalen Kontrahenten. Aber die Idee eines Vorarlberger Bond-Gegenspielers ist sehr charmant. Ein Bergbauer, der ein Käsemonopol gründen will, indem er die Kühe der Konkurrenz genmanipuliert? Ein Stickereiindustrieller, der die Weltmarktpreise für Stickeri drücken will, deshalb den eigenen Standort nach China verlegt, die Staudämme der Illwerke sprengt und damit die Betriebe des Walgaus und des Rheintals flutet? Schade, dass es nicht stimmt, was Herr Prüller da schreibt. Bei der Presse gibt es auch den dazupassenden →James Bond Quiz. Und die →“Kleine Zeitung“ bringt ein Interview mit Bond-Darsteller Daniel Craig: „Ich weiß schon, dass die Leute nach diesem Film fragen werden: Was ist mit dem Kerl los? Isst nicht, schläft nicht, fast keinen Sex?“, wird er dort zitiert.
Anlässlich von Halloween hat die Presse auch die →“10 besten Horrorfilme“ gekürt, Platz 1 belegt „der Exorzist“, Platz 4 „das Schweigen der Lämmer.“ Und ebenfalls aus der Presse erfahren wir, dass Nicolas Cage gerade im Ausserland weilt, wo für den Thriller →“Season of the Witch“ gedreht wird. Ein zentrales Element soll der völlig unschuldige Berg Loser spielen, der im englischen als „Mount Loser“ eine eigentümliche Wortbedeutung erhalte.
Einen kurzen Nachruf auf →Michael Crichton hat die Presse auch noch zu bieten. Und die →Wienerzeitung auch. Und auch →der Standard.
Bücher kommen diese Woche zwar etwas kurz hinter dem Kino, aber ganz verschwunden sind sie nicht. Ingeborg Sperl bespricht im Standard Deon Meyers →“Weißer Schatten„. Ein Thriller, der in Südafrika spielt und laut Ingeborg Sperl das Land mit all seinen Brüchen und Widersprüchen darzustellen vermag, es handle sich um einen der aufregendsten Thriller des Herbstes. Das klingt so, als müsse ich das wirklich lesen. Eine Hörspielnotiz habe ich auch noch gefunden. Die Oberösterreichischen Nachrichten erwähnen kurz die →“Krimi-Kult-Kiste“ mit Krimihörspielen aus den 50er und 60er Jahren.
Auch bei den Eselsohren hat sich auf dem Krimisektor einiges getan: Werner Schuster bespricht →“Hillarys Blut“ von Claudia Rossbacher, →“Skulduggery Pleasant 2″ von Derek Landy, →“Schwere Schuld“ von F & J Kellermann, →“Mariaschwarz“ von Heinrich Steinfest und →“Scheidung auf Türkisch“ von Esmahan Aykol. Besonders interessiert hat mich natürlich, was Werner Schuster von „Mariaschwarz“ hält, →für mich das Buch des Jahres. Herr Schuster mag es lang nicht so gern, das Buch sei mehr „zum Angreifen als zum Anschauen“, “zum anschauen, nicht zum angreifen“, es habe ihn darin nichts berührt. Und der Plot, der – so will ich ergänzen, durchaus sehr verworren und kurios ist-, ist ihm „zu blöd“. Ja, dass dieses Buch polarisiert, kann ich mir schon vorstellen.
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