Der nächsten Sonntag augestrahlt werdende Tatort spielt in Telfs in Tirol, das ist ein Katzensprung von Innsbruck weg. In der Nachbarschaft praktisch.
Das türkische Mädchen Ayse wird erhängt im Wald aufgefunden, an einem Baum an dem sich zuvor schon Mädchen erhängt haben, die in der Türkei zwangsverheiratet werden sollten. Gleichzeitig ist Ayses Tiroler Freund Martin verschwunden. Am Mädchen werden Spuren der Gewaltanwendung gefunden und auch Martin wird ermordet aufgefunden. Kurz zuvor wurde in Telfs ein Minarett errichtet. Die Tiroler Volksseele kocht.
Um 22 Uhr strahlt der dann ORF ein “Schauplatz spezial” aus, eine Reportage über Telfs in Tirol. Dort hat die türkische Gemeinde nämlich ein Minarett errichtet. Seither hätten sich die Gegensätze zwischen alteingesessenen TirolerInnen und türkischen Zuwanderern verschäft. Der FPÖ-Gemeinderat warne vor “Überfremdung”, der Bürgermeister werde als “Türkenbürgermeister” bezeichnet. Türkische Telfer dagegen beklagten, als Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden. Christine Grabner und Alfred Schwarz sind über mehrere Wochen hindurch der Frage nachgegangen, wie es um das Verhältnis zwischen urtirolerischen und türkischen Telfern bestellt ist.

Ruft der Muezzin 5 mal am Tag zum Gebet vom Minarett aus die Gläubigen auf?
Die Frage wurde soeben im Tatort geklärt: Kein Muezzin.
Mei, sind die Diskussionen unerträglich. Aber die Landschaft ist super! Wie in echt.
Der Krimi sollte ein Versuch zur Versöhnung sein, sagt der Autor Felix Mitterer grad.
Was man mit Krimis alles bewirken kann.
Meine Güte, man muss sich so genieren. Da sagt ein Vertreter der islamischen Gemeinde, dass das Minarett in Telfs von der Architektur her nicht schön sei. Und die Moderatorin der Diskussion, Frau Turnher weiß nichts Gescheiteres drauf zu fragen, wie hoch es denn sein müsse, dass es passe.
Na ja, es wirkt schon etwas gedrungen. Vielleicht sollte ein Tirolerhut aufs Dach, ein großer? Da wären auch die Telfser wieder versöhnt.
Na ja, es wirkt schon etwas gedrungen. Vielleicht sollte ein Tirolerhut aufs Dach, ein großer? Da wären auch die Telfser wieder versöhnt.
Das Ende, wo beide in der Moschee knien, ist etwas unglaubwürdig gewesen.
Ja, das ist mir auch so gegangen. Aber unterm Strich hat er mir gut gefallen, der Krimi.Interessant waren die Diskussionen am nächsten Tag in der Klinikmensa. Die einen Telfer sagen: Ja, so ist es, genau so ist es. Die anderen: Völlig übertrieben.
Wahrscheinlich haben beide Recht. Es ist schon klar, dass weder für den Krimi noch für die Reportage die moderatesten und verbindendsten Leute ausgesucht wurden. Die kommen einfach nicht vor und die wird es wohl auch geben. Insofern kann man das schon für völlig übertrieben halten, wenn ein ganzes Dorf so feindselig auf beiden Seiten dargestellt wird. Dass es das immerhin [en]auch[/e] gibt, dass Leute sagen, genau so ist es, langt eh.
Am schönsten war die Szene in der Reportage, in der eine Frau sagt: mein Hund mag einfach keine Türken. Und der Hund rennt freudig auf türkiche Kinder zu. Die Reporter fragen noch einmal. Und die Frau: Nein, mein Hund mag einfach keine Türken.