Archiv für 5. September 2008

Ich lese die Menschenfreunde …

… und dokumentiere ab jetzt und hier meine Leseeindrücke.

→→→ Ab ins Schaufenster damit.

„Menschenfreunde“ von Dieter Paul Rudolph, Shayol 2008

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Nachtrag am 7.9.2008:

Das Buch ist gelesen, das Lesen dokumentiert. Entstanden ist ein höchst subjektives Sammelsurium von Zitaten, Lieblingsstellen, Ärgernissen und Interpretationen. Ein fragmentarisches Gebilde, ein Haufen virtueller Notizen, unsortiert und persönlichen Interessen geleitet. Mehrmals wurde moniert, dass man die Handlung des Buches nicht daraus ablesen könne, ich dachte, das wird noch, aber es wurde nicht. Dieses Art der Dokumentation, dieses einfach herausschreiben, was einem im Moment so in den Sinn kommt, eignet sich nicht für eine Darstellung von Zusammenhängen. Das hätte auch von vornherein klar sein können: Wie soll man einen Zusammenhang darstellen, den man im Moment des Schreibens noch gar nicht kennt?  Muss ich das jetzt nachholen und eine Rezension schreiben? Ich denke nicht, das haben schon andere getan. Eine besonders schöne gibt es bei →Georg. Da erfährt man auch, worum es geht.

Medicalblogs – One Week After

Letzte Woche habe ich hier ja auf das ganz neu gestartete Medizin Metablog →Medicalblogs hingewiesen. Gestartet mit ganzen drei Blogs. Heute sind es bereits neunzehn und ich habe es mir schon zur Gewohnheit gemacht, regelmäßig hineinzuschauen. Erstens, um die Beträge zu überfliegen, immerhin sind auch zwei →meiner →Lieblingsärztinnenblogs dabei. Und dann natürlich auch um Neues zu entdecken. Zum Beispiel die emsig bloggende Apothekerin „→Pharmama“ aus der Schweiz, die mit Artikeln wie „→Kapselprobleme“ und „→Dosierungsanweisung“ einen Ehrenplatz in der Rubrik „wundersame Kunden“ verdiente, würde es sie denn geben.

Ich bin schon gespannt was da kommt. Noch ist für mich nicht erkennbar, wohin der Weg führt.

Das habe ich vor gut einer Woche geschrieben und befürchtet, dass es da zu ernst und zu medizinisch zugehen könnte, wenn nur „Informationsblogs“ berücksichtigt werden, denn viele der von ÄrztInnen geschriebenen Blogs sind das nicht. Sie sind eher Karikaturen eines unerträglichen Arbeitsalltags und ich mag diese Blogs: Man kann sich als Ärztin damit identifizieren und sagen: „Jawohl, anderen geht es auch nicht besser“. Oder, da es mir momentan ziemlich gut geht: „Bin ich froh, dass diese Zeiten vorbei sind“. Und man kann drüber lachen. Und PatientInnen schauen, soviel ich weiß, sowieso gerne einmal hinter die Kulissen.

Jetzt hat beides Platz gefunden bei Medicalblogs: Lustige Sumperblogs genauso wie das liebevoll gestaltete Informationsblog von →“Dr. Günther Schütte“, das sogar „→HONcode“ zertifiziert ist. Dieses Zertifikat bekommen nur Seiten, die einen Verhaltenskodex einhalten, der Punkte wie „Untermauerung von Behauptungen bezüglich Nutzen und Effizienz“ oder „Transparenz“ beinhalten. Oder das kritische Blog „→Stationäre Aufnahme“, das durch die →Demontage von Gesundheitspapst Hademar Bankhofer in die →Schlagzeilen geraten ist.

Schlagzeilen machte aber auch ein Herr Gerd Hamer, nämlich als 1995 die Eltern der an einem Wilms-Tumor erkrankten Olivia nach Spanien flüchteten, um ihr Kind vor der Schulmedizin in Sicherheit zu bringen und nach Hamerschen Methoden behandeln zu lassen. Das Mädchen wurde dann übrigens doch mit konventioneller Medizin behandelt und ist heute erwachsen. Jetzt gibt es viel Hin- und Her um Herrn Hamer und kaum eine Seite im Netz, die nicht sehr emotional aufgeladen ist. Eine, die relativ unaufgeregt ist, gehört der „→Deutschen Krebsgesellschaft“. Natürlich argumentieren die Leute dort von einem schulmedizinischen Standpunkt aus, aber dass Herrn Hamer die ärztliche Approbation widerrufen wurde und dass er mehrmals wegen „illegaler Ausübung ärztlicher Tätigkeit“ verurteilt wurde und im Gefängnis saß, sind immerhin nachprüfbare Tatsachen.

Wie auch immer: Über derartige Sätze kann man sich selber ein Bild machen:

Jede Sinnvolle Biologische Sonderprogramm (SBS) entsteht mit einem DHS (Dirk-Hamer-Syndrom), d.h. mit einem allerschwersten, hochakut- dramatischen und isolativen Konflikt-Erlebnisschock, gleichzeitig bzw. auf 3 Ebenen: in der Psyche, im Gehirn und am Organ.*

Hamer meint nämlich, zusammengefasst, dass jede Krebserkrankung durch einen psychischen Schock entstehe, der sich im Gehirn einprogrammiere und als „Hamerscher Herd“ im CT sichtbar werde. Die Therapiemethoden sind einigermaßen unkonventionell. Ein Auszug:

Auf dem Höhepunkt der Heilungsphase sehen wir die epileptische Krise. Die epilept. Krise ist ein Vorgang, den Mutter Natur seit Jahrmillionen eingeübt hat. Der Patient erlebt nämlich mitten in der Heilungsphase nochmals ein physiologisches Konfliktrezidiv, d.h. jedem Patient tritt nochmal kurzfristig sein Konflikt vor Augen, was zur Folge hat, daß er ganz kurz in die Stressphase hineingerät, kalte Hände bekommt, zentralisiert ist, mit kaltem Schweiß, und alle Symptome der Konfliktaktivität für eine kurze Zeit wieder erlebt. Sinn und Zweck ist, daß das Hirnoedem ausgepreßt und ausge- schieden werden soll und der Patient wieder zur Normalität zurückkehrt.
Das, was wir normalerweise einen epileptischen Krampfanfall mit Muskel- krämpfen nennen, ist nur eine spezielle Form der epilept. Krise, nämlich nach Lösung eines motorischen Konfliktes.
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Bitte, das ist nicht einmal esoterisches Geschwurbel, sondern nur noch Geschwurbel, das hat nicht einmal mehr mit Esoterik etwas zu tun. Nun könnte man noch sagen: „Möge ein Jeder nach seiner Faςon glücklich werden“. Aber Hamer hält alle Medizin, die nicht die seine ist, für gefährlich und rät seinen PatientInnen davon ab. Und wer mag sich nicht lieber von Einem behandeln lassen, der die Heilung verspricht als von einer Schulmedizin, deren Sache Versprechungen gar nicht sind. Laut der deutschen Krebshilfe sind Todesfälle aus Hamerscher Exklusivbehandlung bestens dokumentiert. Das, liebe Leute von Medicalblogs, ist einfach unseriös.

Und deshalb wundert es mich schon, wenn der „Deutschen Germanischen Medizin“***, wie Hamers Lehre heißt und Leuten, die ihn einigermaßen →unreflektiert in einen kuriosen Zusammenhang stellen und empfehlen, auf Medicalblogs ein Podium geboten wird. Mich wundert auch, dass sich die kritischen Geister, die sich auf den anderen beteiligten Blogs umtun, nicht daran stören, mit Hamerschen Jüngern in einem Teich zu schwimmen.

Was ist das jetzt, Medicalblogs nach einer Woche? Ich würde es so beschreiben: „Ein Sammelsurium unterschiedlichster Blogs, die irgendwie mit der Vorsilbe „Med“ verbunden sind, vom zertifizierten Informationsblog bis zum abenteuerlichsten Geschwurbel – alles unter einem Dach.“ Irgendwie schmuddelig. Und schade, irgendwie.

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* Aus dem „ersten biologischen Naturgesetz“ der eisernen Regel des Krebses von Dirk Hamer, http://www.neue-medizin.de/, (wird nicht verlinkt, um die Seite nicht auch noch bei Google zu befördern, hier herrscht immerhin Pagerank)

** Quelle: http://www.neue-medizin.de/

*** Auf Medicalblogs: http://www.gnm-info.de/ (ebenfalls absichtlich hier nicht verlinkt)

„Rache ist süß“ – Wettbewerb

Wieder einmal ein kleiner Literaturwettbewerb: „women’s edition“ schreibt einen kleinen Krimiwettbewerb zu obigem Thema für Autoren und AutorInnen „aus ganz Deutschland“ aus. Also keine ÖsterreicherInnen, keine SchweizerInnen, keine LiechtensteinerInnen, keine LuxemburgerInnen oder deutschprachige Menschen aus anderen Gegenden der Welt wie etwa SiebenbürgerInnen oder Amish People. Egal. Für deutschreibende Deutsche: Der Link ist →hier.

gefunden via →Uschtrin


 

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Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

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