Archiv für 18. August 2008

Das Wahlblog

wurde vom Profil eingerichtet und befindet sich unter →http://wahlblog.profil.at. Dort bloggen leibhaftig wählbare PolitikerInnen. Und das Beste: Die Kommentarfunktion ist nicht deaktiviert. Was noch nicht heißt, dass die Leute auch mit den UserInnen diskutieren. Aber Kommentare hinterlassen kann man. Das kommt auch ins Schaufenster.

Link des Tages

Herr Zangerl bloggt →OP-Geschichten (und Computersachen) direkt aus der Nachbarschaft, aus dem Krankenhaus Zams. Gefunden habe ich das Blog über die →Blogoscoop-Karte. Dort ist es das Einzige unter „Innsbruck“, wo bin denn jetzt ich? Aber gut, es ist eh zufriedenstellender, wenn man andere Blogs findet und nicht nur sich selber, deshalb kommt das Blog jetzt schnurstracks ins Schaufenster.

Authentisch schreiben?

Am Wochenende habe ich wieder in der Vogelfängerszene recherchiert und mich an diverse Stammtische gesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass an salzkammerguterischen Stammtischen ein eigenwilliges Erzählmuster vorherrscht, ich nenne es einmal genealogiegeleitet. Ich frage also: „Und wie fängt man jetzt also den roten Fichtenkreuzschnabel?“ und mein Gesprächpartner, nennen wir ihn einmal Leitner Hias, fängt an: „Also, den Roten, den konnte am besten der Gamsjäger Poid, den musst Du fragen, weißt eh, das ist der Bua von der Tochter von der Hennawirtin, die hat sich Urstöger geschrieben und die Hennawirtin Anzenauer, wenigstens am Schluss, sie hat nämlich fünf Namen gehabt, geboren ist sie als Viechtwanger und dann ist sie adoptiert worden, weil der alte Viechtwanger, der ist im Krieg gefallen und dann ist sie zu den Moawies gekommen, geschrieben haben sich die Moawies aber Petter, die haben eine große Bauernschaft gehabt mit einer Gastwirtschaft, und des Nandl, das ist weitläufig mit mir verwandt, das ist die dritte Tochter vom Moawies, aber dann mit der zweiten Frau, der Resi, die ist aus der Gosau heraus gekommen, das war keine Dosige, und die Hennawirtin hat dann den Postwirtn geheiratet, Franz (fragt den Kellner) wie hat der noch schnell geheißen, ja genau, der Franz, Franz hat der geheißen und Fettinger hat er sich geschrieben, aber der ist an Tuberkulose gestorben und dann hat sie den Hennawirtn geheiratet, der hat sich auch Petter geschrieben, aber bekannt war er nicht unter Petter, der hat nur Hennawirt geheißen und verwandt war er auch nicht mit dem Petter, der die Viechtwangerin, wie sie halt am Anfang geheißen hat und dann Fettingerin, aber so hat sie auch keiner genannt, weil da war sie schon die Postwirtin und sie hat halt immer in eine Wirtschaft hinein geheiratet, weil das war sie von klein auf gewohnt, die alten Petter haben ja auch eine Wirtschaft gehabt, das war der Seewirt und wie gesagt, die sind von See gekommen und haben nichts zu tun gehabt mit dem Petter, den sie nachher geheiratet hat, den Hennawirt also, die sind ja von der Ramsau gekommen, ursprünglich, aber den Petter hat sie auch wieder unter die Erde gebracht, frag mich nicht wie, da ist viel gemunkelt worden damals und zuletzt hat sie noch den Jodok geheiratet, der vom Mühlbach unten, kennst eh das Haus, das steht hinter der Traun drentn, den Mühlbacher Jodok, aber der hat sich wieder Anzenauer geschrieben, aber da waren sie schon alt und haben keine Kinder mehr gehabt und die Hennawirtin ist sowieso in der Wirtschaft geblieben und das ist ist ihr geblieben, dass man sie Hennawirtin genannt hat, unter Anzenauer hat sie keiner mehr gekannt, und der ihrer Tochter ihr Bua, also den musst Du fragen.

Gut, die Namen und Schauplätze sind jetzt von mir erfunden und eingesetzt, ich habe mir das nicht merken können. Der Ductus der Geschichte ist aber authentisch. Ich frage mich jetzt, ob ich das zur Erhöhung der Authentizität und Fremdenverkehrstauglichkeit in meinen Regiokrimi einbauen soll.

Fünf Wörter auf -nf

Sucht hier jemand. Im Ernst. Ich habe vier: Hanf, Senf, Genf, fünf

Das Fünfte müsst Ihr halt woanders suchen. Aber bitte, wozu braucht man das?

Blogoscoop – Nachbarn finden

Ganz rechts unten bei den bunten Knöpfen ist einer, der heißt „Blogoscoop“. Und für Blogoscoop ist heute ein besonderer Tag, denn erst seit heute ist es „offiziell“, das heißt, man kann sich ganz normal und automatisiert anmelden und erwarten, dass das Meiste funktioniert. Beta-Phase nennen sie das. Bis gestern war ich Alpha-Testerin, das heißt, man ist nur durch ein persönlich versandtes Mail freigeschalten worden und hat dann und wann gemerkt, dass dort Baustelle ist.

Zur Feier des Tages bitten die „Blogoscooper“ die BloggerInnen, über die Eröffnung zu berichten und das mache ich gern, denn von allen Blogverzeichnispielereien ist „Blogoscoop“ das Verspielteste und Vielseitigste, das ich kenne. Eingeloggt, bekommt man zum Beispiel Statistiken über das eigene Blog: Anzahl der Seitenaufrufe, der Kommentare, der Beiträge, dann Technorati Ranks und Links und noch ein paar Dinge, die ich gar nicht kenne („Riva-Rank“), übersichtlich auf einen Blick. Außerdem kann man über eine Tag-Funktion ganz schnell themenverwandte Blogs finden, mein Themen-Nachbar hat sich heute gerade hier gemeldet, sehr nett, wenn damit die Vernetzung gefördert wird. Auch die geographischen Nachbarn kann man finden, per →Blogkarte. Man kann auch unzählige Rankings erstellen, zum Beispiel nach Anzahl der Kommentare, der Beiträge und was weiß ich noch alles. Könnte. Ich kann im Moment gar nicht nachsehen, was man alles kann, denn der Server scheint zum Erscheiungstag etwas überlastet zu sein. Wenn es wieder geht: Die hauseigene Erklärung, was „Blogoscoop“ ist und kann, gibt es →hier.

Kriminachrichten aus Österreich

Im Standard wird dieses Mal nicht nur gelesen, sondern auch gehört: Christoph Winder rezensiert →“Maigret und der Weinhändler“ von Georges Simenon, hier in einer Hörbuchfassung, gelesen von Gert Heidenreich: „Der Dramaturg, Schauspieler, Autor und Journalist Gert Heidenreich liest den Roman mit wohltönend sonorer Stimme und einem gelegentlichen Anflug von dezenter Ironie. Ein schönes Hörbuch zur Einstimmung auf den nahenden Herbst“, meint Herr Winder. Ich meine, man kann es genauso gut als Einstimmung auf Italien im Tauerntunnelstau hören. Das ist doch ein tolles Staubuch.

Direkt für den Urlaub empfiehlt Ingeborg Sperl Nicci Frenchs →“Bis zum bitteren Ende“. „French kann gut erzählen, erfordert ihre Leser aber nicht durch allzu viel Tiefgang“, meint Frau Sperl. Deshalb eigne es sich für den Urlaub, denn es unterhalte, ohne einen derart in Beschlag zu nehmen, dass man seine Umgebung ausblenden muss. Für den Stau dürfte es dennoch nicht geeignet sein, soweit ich weiß, darf man während dem Auto fahren, gar nicht lesen.

Ebenfalls beim Standard gibt es einen Text der Schrifstellerin →Brigitte Schwaiger. Er handelt von Wien und der Psychiatrie in dieser Stadt und im Allgemeinen. Mit Krimis hat das gar nichts zu tun, aber es geht um Regionales und Psychiatrie und passt daher so gut in dieses Blog, dass es einfach herein muss.

John Harveys „Schlaf nicht so lange“ hat Ingeborg Sperl schon letzte Woche besprochen. Seltsam, ich habe ihre Rezension letzte Woche →vermisst und jetzt ist die Rezension plötzlich da. Vielleicht ist das jetzt ein Spiel. Denk ich mir nur, denn →“Vermisst und wieder aufgetaucht“, ist der Titel dieser Rezension.

Außerdem →erfahren wir beim Standard, dass der zweite Teil des österreichischen Horrorfilms →“In drei Tagen bist Du tot“ von Andreas Prochaska schon einmal bei den Filmfestspielen in Locarno gezeigt wurde, dass er zum Teil in Tirol spielt und dass „degenerierte Hinterwäldler“ vorkommen. Über die Filmfestpiele in Locarno berichten auch die →Oberösterreichischen Nachrichten.

Der Kurier feiert den 65 Geburtstag von Robert de Niro, den er →“Experte für Außenseiter und Mafiosi“ nennt. Er könnte auch ein Schnitzel spielen, wird der Schauspieler in jenem Artikel zitiert. Da fühlen wir ÖsterreicherInnen uns natürlich geehrt. Wenn er das wirklich so gesagt hat. Es wäre immerhin viel naheliegender, dass er seine Schauspielkunst untermalte, indem er verkündet, einen Hamburger oder einen Doughnut spielen zu können. Ich bin da allerdings skeptisch. Eher hat wohl irgendein eifriger Übersetzer ein beliebiges Stück amerikanischen Fleisch in „Schnitzel“ übersetzt. Aber gut. Ich hoffe, dass trotz dieses Talents, Lebensmittel zu verkörpern, auch in Zukunft bessere Rollen als Schnitzel oder Doughnuts angeboten bekommt.

Olympia

Ich möchte es nicht versäumen, auch noch Violetta Oblinger-Peters zur Bronzenen im Wildwasser zu gratulieren.

Und mich wieder einmal über die ORF-Kommentatoren zu beschweren. Sagt doch der Kommentator bei der Siegerehrung der Schwimmstaffel: „Und da vorne sehen Sie Michael Phelps, das ist der mit den abstehenden Ohren.“ Und für sowas zahle ich Gebühren! Kein Wunder, dass Kommentatoren derselben Institution auch Bemerkungen über Tätowierungen auf den Oberschenkeln von Schwergewichts-Gewichtsheberinnen machen müssen, über die Uneinsehbarkeit deselben Körperteils durch lange Hosen bei einer anderen und dann wiederum über Röcke bei Dreisprung-Goldmedaillengewinnerinnen. Sehr geehrte Herren Kommentatoren: Sie befinden sich bei einer Sportveranstaltung, nicht bei einem Modelcasting. Weiters ist Michael Phelps selbst der österreichischen Öffentlichkeit bereits derart bekannt, dass man ihn schon akurat am Gesicht erkennt und nicht mehr an den Ohren.

Ein netter Versprecher ist dagegen: „Die deutsche Rudelmannschaft“ und nett ist auch ein Bonmot des ZDF: „Für alle, die beim Dressurreiten nicht so sattelfest sind“, gefunden beim →Phrasenblog.


 

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Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

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