Nachdem Anobella mich →büseriert hat, eine Bestenliste zu erstellen, ich aber keine Liste erstellen mag, weil ich der Meinung bin, dass es schon genug Listen auf der Welt gibt, mich aber andererseits gebauchpinselt fühle, weil jemand meine Meinung über Bücher wissen will, stelle ich jetzt folgende Neuerung vor: Das Schaufenster. Darin stelle ich rechts in der Seitenleiste Bücher, Links und all das aus, was ich empfehlen kann und wenn es mir nicht mehr gefällt, wird umdekoriert.
Außerdem gibt es als neuen Service für die AutorInnen unter uns die Rubrik „Mit Ablaufdatum“, praktisch als Weckservice, dass keiner und keine mehr einen Wettbewerb versäumt.

Scheint eine blutige Geschichte zu sein und etwas verworren. Erzähl mal, wieso du’s empfiehlst.
Ich lese noch dran, empfehle es also auf Vorschuss.
Weil es von all den Psych-Büchern, →die wir bis jetzt gelesen haben, das einzige neben dem von Hochgatterer ist, das ein stimmiges, authentisches, rundes Bild eines modernen Psychiaters zeichnet. Und das mit viel Humor und Selbstironie (was den Psychiater betrifft). Und weil mich diese Typen, die sich in Krimis PsychiaterInnen nennen, mittlerweile so ärgern, dass es dafür Vorschussloorbeeren gibt. Es liest sich außerdem gut, hat einen schönen Zug und ist witzig. Ein Buch, das so anfängt, kann nicht ganz schlecht werden.
Dass ich mit den PsychiaterInnen nicht zufrieden bin, ist natürlich eine harte Aussage, denn etliche der Bücher wurden von Psychiatern geschrieben, aber:
Bei Gehring und Thomashoff sind es im Prinzip Analytiker, die halt zufällig über die Grundausbildung „Psychiater“ verfügen. Das ist o.k. und die Figuren sind stimmig, aber dass das Mediziner sind, spielt keine Rolle. Ich bin nicht unzufrieden mit denen, aber einen Orden für das stimmige Bild eines modernen Psychiaters kriegen sie nicht. Auch Fitzek hat diese Art Psychiater erschaffen.
Ablow ist auch Psychiater und aus europäischer Sicht →extrem kurios. So etwas gibt es in Europa, glaub ich, gar nicht. Er arbeitet jetzt ja dran, eine halbwissenschaftliche, sehr simple Heilslehre über die Medien zu verkünden. Und seine Thriller sind zwar spannend, lesen sich aber von der Philosophie her wie eine Werbeveranstaltung für seine Lehre.
Katzenbach macht zwar wirklich schöne Psychiater, kann aber die Begriffe „Psychologe“ und „Psychiater“ nicht wirklich unterscheiden, was extrem stört und auch zu fachlichen Unmöglichkeiten führt. Ich weiß aber nicht, ob das nicht der Übersetzer verbockt hat, denn ich frage mich schon, wie einer, der so gute Psychiaterfiguren zeichnet, auf der anderen Seite so banale Fehler macht.
Kleen dürfte auch noch schöne Psychiater haben, den habe ich aber nicht selber gelesen, wir sind ja ein Team (ich kenne fast alle, aber den nicht).
Die anderen sind eine Mischung aus Recherche und dem, was sich Lieschen Müller halt so vorstellt. Das war jetzt boshaft, aber ich bin echt genervt. Wobei es ja eh eine Frage ist, die wir uns gestellt haben: Wie werden PsychiaterInnen in Krimis dargestellt? Und dann ist es einfach unsere Aufgabe, das zu beschreiben. Aber ich habe ja auch eine private Seite, wenn ich das lese, und die mag eben gewisse Dinge und andere nicht.
Ahja, Harris und Matt Ruff habe ich jetzt glatt vergessen, nachdem ich nachgeschaut habe. Wohl deswegen, weil beide eine Kategorie für sich sind. Hannibal Lecter und den Psychiater bei Matt Ruff beurteile ich jetzt nicht so danach, ob sie ihrer Berufsrolle gerecht werden.
Und ich mag wie er die Psycho-Klischees thematisiert.
Wo ist das Schaufenster? Und wann schreibst du buch?
Rechts. Ich schreibe ständig, nur nicht Buch.
Sie schreibt ständig, sehr fleissig. Ich habe jedenfalls im Urlaub endlich mit der Erstickung wieder angefangen, fühlt sich gut an.
Hallo Reinhard. Da sind wir aber froh, dass Du zurück bist. Wir haben schon befürchtet, Du bist vom Perd gefallen.
Tess Gerritsen empfiehlt das Buch übrigens auch: „Ein rasanter, albumartiger Thriller – und immer so nah an der Realität, dass einem der Atem stockt.“ Steht auf dem Cover.
Gleich notieren: Empfohlen von Tess Gerritsen
Ich hatte ein freundliches Pferd.
Von welchem Buch schwärmt ihr da so?
Daniel Kalla: Rage – die Therapie
Aha, und wie weit bist du mit dem Lesen? Vorschussempfehlung noch aufrecht?
Reinhard, warum bist du am Pferd erstickt? Und wo warest Du?
Margit. Buuuuhhuuuuuuuuch schreiben.
Geritten bin ich, Franz, nach einem Jahr Pause, und so fühlte ich mich hinterher.
Du darfst Margit nicht mit dem Buch drangsalieren, sie recherchiert in der Psychiaterszene. Ihr Buch schreibt sie in ihrem nächsten Leben.
Wie gehts im Zelt am Gardasee?
@ Reinahrd: Ich empfehle immer noch auf Vorschuss. Es ist nicht zu blutig und nicht zu kompliziert.
Margit, ich bleib im Moment doch beim Schreiben, weil ich das Buch endlich fertig haben muss. Dazwischen lese ich Churchill, der fällt aber nicht unter Krimi.
Aha, liest Du Churchil wegen sportlicher Tips?
Genau, Franz, was Sport, Rauchen und Trinken anbelangt bin ich mit Churchill einer Meinung. Mich beschäftigt auch sein tragisches Schicksal. Als trinkender Raucher wundert es nicht, dass er den Krieg verlor und frühzeitig starb, während sein vegetarischer, tierliebender und nichtrauchender Gegenspieler Hitler gewann und hochbetagt in Ehren starb.
Das stimmt nicht. Hitler hält sich in Memphis bei Elvis versteckt und raucht sich täglich mit ihm ein. John Wayne soll auch öfters vorbeischaun.
Und vergiss nicht, dass Adi quasi nur für Sex lebte.
Macht’s es euch bequem
weil jetzt kommt da John Wayne…
Hatte der Adi nicht das Pseudo Casanova?