Tobias Gohlis unterstützt meine Hypothese. Da steht in einem Interview auf →Handlungsreisen.de, das Ludger dankenswerterweise zu →Georg verlinkt hat:
Ja, dabei ist der Tourist dem Detektiv sehr ähnlich. Beide sind Schnüffler, die sich Räume erschließen, die ihnen zum Teil nicht vertraut sind. Der Detektiv kennt seine Stadt, aber kleinräumig betrachtet, muss er das Umfeld des Tatortes ganz genau beobachten und lesen. Genauso deutet und interpretiert auch der Tourist in der Fremde Zeichen, wie bspw. Sprache und Hinweisschilder.
→Das sage ich doch die ganze Zeit. Dass dieses Beobachten, Sammeln von Hinweisen, Interpretieren und Rückschließen, das in der Medizin mit „Sherlock Holmes Prinzip“ umschrieben wird, nicht spezifisch für DekektivInnen und MedizinerInnen ist, sondern überall vorkommt. Und was ich am Beispiel der nicht sehr großen Population der KfZ-TechnikerInnen erläutern wollte, beschreibt Herr Gohlis hier viel effektiver an TouristInnen. Und das sind wir nun einmal fast alle dann und wann.
Jetzt brauche ich nur noch diesen sehr schwer aufzutreibenden Artikel:
Riegelmann R.K.: Dethroning the detective theory of diagnosis. Postgrad Med. 1981; 70(5):239-241
Hat den zufällig jemand im Bücherregal stehen? Ich wäre sehr verbunden, wenn ich ihn ausleihen könnte. Wenn es mir gelingt, wissenschaftlich unanfechtbar das Sherlock-Holmes-Paradigma zu stürzen, kann ich mich vielleicht auch ohne Exhumierung →habilitieren. Das wäre mir lieber, da geruchsneutraler.

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