Archiv für 23. Juni 2008

Schreibblockaden nur im Kopf?

Da fühle ich mich wieder einmal provoziert, mich zu äußern:

Was sagen eigentlich Sie zum Thema Schreibblockaden? Ist der Irrglaube, es gebe so genannte Schreibblockaden berechtigt oder denken Sie gerade anders herum?: Es gibt keine Schreibblockaden! Schreibblockaden sind einzig und allein Kopfsache!

Das schreiben die AutorInnen des sonst sehr interessanten und bemerkenswerten →scholarZblog. Das ist ein Blog, das von „Nachwuchsforschern aus Leidenschaft“ geführt wird. Studiert haben die drei Herren so interessante Fächer wie Volkswirtschaft, Theologie, Politikwissenschaft, Germanistik, Anglistik. Umso mehr entsetzt mich die Formulierung. Was soll das heißen: „Es gibt keine Schreibblockaden! Schreibblockaden sind einzig und allein Kopfsache!“ Daraus kann man nur schließen: Wenn Schreibblockaden nur Kopfsache sind, gibt es sie nicht. Und darauf reagiere ich als Psychiaterin mehr als allergisch, denn das ist das Argument, mit dem Generationen unserer PatientInnen nicht ernst genommen wurden und werden. Die Krankheit ist nur im Kopf, deshalb gibt es sie nicht, deshalb sollen sich die Betroffenen ein bisschen zusammen reißen. Wie viele Depressive hören das heute noch.

Ich kann aber versichern: Die Schreibblockaden sind im Kopf und es gibt sie. Wie alle menschlichen Verhaltensweisen haben sie eine hirnfunktionelle Entsprechung im Gehirn. Zum Thema „Neurophysiologie des Schaffensprozesses“ kann ich den Artikel →Furor Poeticus: Ansätze zu einer neurophysiologisch fundierten Theorie der literarischen Kreativität am Beispiel der Produktionsästhetik Rilkes und Kafkas von Sandra Kluwe empfehlen. Wenn ich höre, es gebe etwas nicht, weil es nur Kopfsache sei, kriege ich nicht den Furor Poeticus, sondern den Furor Psychiatricus. Diese Allgemeinplätze sind der Stoff, aus dem die Diskriminierung psychisch Kranker gemacht ist.

Wichtig erscheint mir auch: Schreibblockade ist nicht Schreibblockade, da kann schlechte Organisation genauso dahinter stecken wie eine psychiatrische oder neurologische Erkrankung. Insofern dünkt es mich für ein Blog im akademischen Umfeld auch ein bisschen mager, wenn die AutorInnen dazu aufrufen, →Meinungen zur Schreibblockade per Email einzusenden, die besten Meinungen würden veröffentlicht. Ich gestehe: Wissen würde ich lieber lesen als Meinungen, deren es im Internet wahrlich bereits genug gibt. Wir kennen das doch: Schreibblockaden wurzeln laut Internet entweder in überhöhten Ansprüchen oder mangelnder Organisation und dagegen helfen entweder Techniken wie Mindmapping oder den Schreibtisch aufzuräumen oder Karteikästchen zu füllen. Da gibt es dann schnell einmal →1-2-3-Tipps, oder →Schreibhemmung Adé-Tipps von „Kriminalromanautoren“, so einfach ist das. Wie hat Frau Worz da nur eine ganze →Diplomarbeit von 208 Seiten draus gemacht?

Das ist mein Beitrag zur Diskussion, zu der das scholarZblog aufruft, wenngleich ich mich nicht per Email-und-Zusammenfassung beteiligen will. Erstens beantworte ich nicht direkt die oben zitierte Frage, zweitens mag ich nicht zusammengefasst werden. Auf die in Aussicht gestellte Zusammenfassung warte ich dennoch gespannt.

Was hier gesucht wird

Die Suchwortkombinationen (was für ein Wort!), die Leute hierher führen, verblüffen mich immer wieder. Insbesonders, weil so manches hier wirklich nicht zu finden ist.

Suchwörter

Nicht hier ist zum Beispiel dpr, der ist nämlich →dort, flirtet aber gerade ganz wild. Kein guter Zeitpunkt für Groupies, aber ich tu was ich kann, und gebe zumindest die Adresse her.

Die Sache mit den Nahrungsketten in Städten gibt es hier auch nicht, das interessiert mich selber, wie das so ist mit den Nahrungsketten in Städten. Auf dem Land geht das ja so: Kuh frisst Gras, Mensch frisst Kuh. Aber in der Stadt? Wo es schon an Gras fehlt? Wer das weiß, möge bitte den Link in den Kommentaren posten. Städte sind wirkich unwirtlich, es fehlt schon am Nötigsten wie Gras. Ich frage mich immer wieder, wie dort überhaupt einer überlebt.

Hochgeschlossene Kittel gibt es hier auch nicht, ich kann das beim besten Willen nicht empfehlen bei dieser Hitze. Wer es trotzdem nicht lassen kann: →Hier wär ein fesches Modell für Herren und →hier eins für Damen. Jaja, das macht schon was her. Hochgeschlossen schaut man gleich aus wie die Damen und Herren Professoren aus dem Fernsehn. Ich glaube, Professor Brinkmann hieß der letzte, der sich so kleidete, bei Grey’s Anatomy sind sie ein bisschen legerer.

Die Fanmeile hier ist übrigens immer noch gratis. Dass man nackt Eintritt zahlen müsste, wär’ mir neu.


 

Juni 2008
M D M D F S S
« Mai   Jul »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Archive

Im Schaufenster

Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

→Journal of Medical Internet Research

→medicalblogs.de

→Alblog aus Zams