Das müssen wird doch gleich hierher verlinken, dass es nicht untergeht. →Ludger Menke rezensiert Peter Oberdorfers Erstling “Kreuzigers Tod”. Oberdorfer sei 1971 in Innsbruck geboren, inzwischen ist er aber ein recht kosmopolitischer Tiroler, denn meine Recherchen ergaben, dass er jetzt in Thailand lebt. Dennoch spielt sein Krimi, der grad frisch bei dtv erschienen ist, “in einem österreichischen Dorf irgendwo in den Bergen” (zit. nach Menke).
Interessant finde ich die Ausführungen über die österreichische Sprache: Wie fast immer in solchen Fällen wird Meister Haas als Bezugspunkt heran gezogen:
... ist seine Grammatik ebenfalls nicht frei von österreichischen Wendungen und Stilblüten, dennoch ist Oberdorfers Text wesentlich einfacher zugänglich als Haas’ Kauderwelsch. Zugleich ist sein erzählerischer Anspruch ernsthafter und durchdachter: Bei ihm tritt sowohl sprachlich wie auch inhaltlich der Klamauk in den Hintergrund, dafür wird eine brüchige Bergidylle sichtbar, in deren Tälern sich bedrückende menschliche Geschichten abspielen.
Das ist jetzt schon interessant. Auch Thomas Raab wird nach eigenen Angaben ständig mit Haas verglichen, nur damit man nachher feststellen kann, dass er ganz anders schreibt. Anscheinend müssen sich jetzt alle AutorInnen, die so geläufige Wörter wie “Fazenetl” oder “Krachlederne” oder “Hundstrümmerl” in den Mund nehmen, automatisch mit Haas vergleichen lassen. Ich würde gerne wissen, wie das mit deutschen AutorInnen unterschiedlicher Sprachfärbung ist. Es gibt doch auch dortn kaum einer, der ganz schönes gerades Schulschriftdeutsch schreibt. Wer ist aber der Bezugspunkt für die deutsche Deutsche Sprache? Ach ja, “Maggy” hat das Buch bei der →”Krimizeit” →rezensiert, das habe ich erst jetzt gesehen und Maggy kommt sogar ohne Haas aus. Dafür betont sie den Aspekt des “Verdrängens und Verschweigens”:
Verdrängen und Schweigen, in einer Welt in der nicht ist, was nicht sein darf. Oberdorfer siedelt in dieser in sich geschlossenen Welt eines spießigen Bergdorfes sein düster-komischen Krimi an. Die Atmosphäre, die stark überzeichneten Figuren und die enge Landschaft passen hervorragend zu der Geschichte in der es um unverarbeitete Vergangenheit geht.
Der Aspekt des “Verdrängens und Verschweigens” scheint gerade ein internationaler Trend zu sein, dazu schreibe ich Morgen mehr.
Der nächste Krimi eines Tirolers, der überdies auch noch in Tirol lebt, erscheint übrigens im Juli bei →Scarabäus. Allerdings spielt die Geschichte in der Schweiz und soviel ich weiß, österreicherlt der Autor überhaupt nicht, wenn er schreibt*.
* soweit ich das überhaupt beurteilen kann. Leute, die sich sicher sind, dass es “der Butter” heißt und nicht “die Butter” haben das manchmal nicht so genau im Blick.

In Thailand tät ich auch gerne schreiben. Aber wie man an den dortigen Stränden an Tirol denken kann, bleibt mir schleierhaft. Palmen, feiner Sand zwischen den Zehen und eine Cola in der einen Hand, in der anderen köstliche Speisen mit Curry und der himmelblaue Himmel über mir und das warme meergrüne Meer vor mir, Segel auf dem Wasser, die Sunshinebar hinter mir, eine alte Thailänderin massiert meine Schultern mit Kokosöl aus den Lautsprechern ertönt leise Gitarrenmusik, und ich denke an nichts anderes als an das Ötztal? Das muss ein ECHTER Tiroler sein.
Hallo Margit,
danke für die ehrenvolle Erwähnung. Geplant war mein Thriller “Vor Tagesanbruch” für Juli, nun steht im Programm September. Für den sehe ich aber nun auch ziemlich schwarz, denn wir haben mit dem Lektorat nicht einmal begonnen. Die Seitenzahl im Verlag ist um den Faktor 2 zu klein.
Was aber Franzens Strände betrifft, da ist mir Griechenland lieber. Länger als 2 Stunden würde ich es nicht aushalten, dann setze ich mich auf meinen Chopper und fahre los, im T-Shirt und ohne Helm.
Eine der tollsten Nummern – Hotel California – wäre mit Helmpflicht nie geschrieben worden.
On a dark desert highway
cool wind in my hair
warm smell of colitas
rising up through the air…
Naja, im Herbst geben sie dann sicher Gas. Aufs Weihnachtsgeschäft werden sie wohl nicht verzichten wollen, die heiligen Mistkäfer.
Möglich, aber ich werde mich in nix hineintheatern lassen. Im Zweifel gibts eben keines. Im Sommer wird ja das dritte fertig (Die Erstickung), Draculina ist ja vier und die Harte Landung Nummer fünf.
Zu deinem grammatikalischen Diskursen: Innschbruckerisch heisst es etwa
der Schwein
die Gas
die Moped
Man würde sagen: Schau, wie der Schwein mit die Moped fahrt, i drah im die Gas ab.
Scheiß Spiel.
Aber jetzt schlagen die Polen die Deutschen. Dann haben Kroatien und Polen je 3 Punkte.
Deutschland spielt gegen Kroatien unentschieden,
jetzt haben die Polen 3, die Deutschen 1 und die Kroaten 4 Punkte.
Österreich schlägt Polen 2:0.
Tabelle
Kroaten 4
Österreich 3
Polen 3
Deutschland 1
jetzt spielen Polen und Kroatien unentschieden
Polen 4
Kroatien 5
Österreich 3
Polen 3
Deutschland 1
Jetzt schlägt Österreich Deutschland 3:0
Österreich 6
Kroatien 5
Polen 3
Deutschland 1
ein Spiel fehlt noch, Kroatien und Deutschland spielen unentschieden
Österreich 6
Kroatien 6
Polen 3
Deutschland 2
Österreich und Kroatien steigen auf. Fehlt was?