Blogs von Ärztinnen und Ärzten und deren Nachwuchs

Immer wieder wird →bemängelt, dass es so wenige bloggende Ärzte gebe. Im deutschsprachigen Raum, während in den USA bereits das →Best Medical Blog gekürt werde. Dann wird spekuliert, woran es wohl liege, Zeitmangel, Schweigepflicht, was auch immer. Ich würde sagen, die Situation ist auch deshalb so schlimm, weil die Psychos immer vergessen werden. Warum nur vergisst jeder immer auf die Psychos?

Die bloggenden Ärzte würden aber langsam mehr, meldet die Assistenzärztin vom →”Assistenzarztblog”, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, neue ÄrztInnenblogs aufzuspüren und freundlich zu →begrüßen. Zuletzt begrüßt wurde das Blog mit dem benutzerfreundlichen Namen →”lvef.de”. Frau Assistenzarzt, die vor lauter Benutzerfreundlichkeit wegen der Umlaute darauf verzichtet, sich Ärztin zu nennen(1), hat uns erklärt, was das heißt: “Linksventrikuläre Ejektionsfraktion”, “also das, was die linke Herzkammer rauspumpt”. Lvef.de gehört – der Name ist Programm – einem Assistenzarzt der Kardiologie und ist noch ganz neu. Wir sind gespannt. Auch →”Docblog – der Arzt mit dem weißen Kittel” und das Blog →”Assistenzärztin wundert sich” wurden erst vor kurzem beim “Assistenzarztblog” vorgestellt. Das “Docblog” gehört einem Assistenten der Chirurgie, liefert also hoffentlich – sobald die Personalnot behoben ist – Nachrichten aus dem OP. Das Blog der Assistenzärztin, die sich wundert und keine Angst vor Umlauten hat, gehört mutmaßlich (steht das irgendwo? Ich habe geraten) einer Assistenzärztin der Inneren Medizin, die aus Deutschland kommend in der Schweiz werkt und nebenbei Beobachtungen zu deutschen und schweizer Eigenheiten einfließen lässt. Eine weitere bloggende Assistenzärztin finden wir auf dem Blog →”Medbrain”, wobei sich der Schwerpunkt des Blogs eher in Richtung “Judentum” zu verschieben scheint. Der Preis für den schönsten Namen gehört aber mit Abstand der →Hypnosekröte vom gleichnamigen Blog. Das Blog steht unter dem Motto “wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”, das ist sicherlich passend für Herrn Kröte, denn er ist PJler(2). Das ist eine Spezies, die es in Österreich bis dato nicht gegeben hat, die ersten dieser bedauernswerten Geschöpfe tauchen dank der Reform des Medizinstudiums gerade auf den Stationen auf, haben hier aber noch keine fixe Bezeichnung. Die Schwestern nennen Sie “Der-das-Blut-abnimmt” oder “Die-den-Rettungsschein-ausstellt”, man wird sehen, was sich durchsetzt. Da mir das zu umständlich erscheint, schlage ich vor, die jungen Leute statt dessen →”Schani” zu rufen. Dann gibt es auch noch Herrn →Subfornicalorgan, der studiert noch und jammert auch schon. All diese Blogs schreiben mit Respektlosigkeit und teils entwaffnendem Humor aus dem Arbeitsalltag junger MedizinerInnen, die sich stets am Rande des Burnouts zu bewegen scheinen und sind natürlich anonym. Da gibt es lüsterne Vorgesetzte, bösartige Kollegen und Kolleginnen, →betrunkene Patienten, Hierarchien, bei denen man den Hofknicks wieder einführen sollte und Arbeitsbedingungen, die Amesty auf den Plan rufen müssten. Das trifft natürlich die Leute am unteren Ende der Hierarchie am meisten. Kein Wunder, dass es gerade die Jungen sind, die Blogs schreiben, über die man sich nur wundern kann(3). Soweit ich weiß, ist der einzige anonym bloggende Facharzt der →Kinderdok, er bloggt über Erlebnisse aus seiner Praxis.

Aber es gibt auch Leute, die sich getrauen, ihren Namen unter das Blog zu schreiben, verständlich, dass die nicht so Zeugs bloggen wie die Jungen da oben. Sehr lesenswert ist das Blog von →Dr. Markus Fritz, der mit den “Ärzten ohne Grenzen” aus Kenia schrieb. Der letzte Eintrag stammt allerdings vom Dezember aus Berlin, vielleicht geht es ja irgendwann weiter. Aus dem Ausland schreibt auch Friedrich Christian Franke, →Erasmusstudent in Valencia.

Fachwissen bloggt Dr. Markus Schütte auf seinem Blog →”Nachrichten vom anderen Ende der Medizin”. Er ist Allgemeinmediziner auf Ostfriesland und möchte nach eigenen Angaben “möglichst verständlich, aber nicht marktschreierisch, sensationsheischend oder unwissenschaftlich über medizinische Themen berichten.” Ganz ähnlich ist das Blog von Frau →Dr. Zehnle, Hausärztin aus Ostfildern-Scharnhausen. Auch sie bereitet medizinische Themen verständlich auf. So etwas ist wirklich viel Arbeit, man kann das gar nicht genug schätzen.

→”Blogmed” heißt das Blog von Dr. Georg Mekras aus Frankfurt am Main. Ziel sei die Archivierung von interessanten Medizinsichen Informationen und News. Das sind derzeit unter anderem “Kinder mit multipler Sklerose”, “Igel-Leistungen” und “Abnehmen mit Bohnen”. Dr. Max Josef Kraus aus Grünwald hat auf seinem →Blog Informationen für seine PatientInnen zusammengestellt, ein paar Dinge sind auch interessant, wenn man nicht dort PatientIn ist, zum Beispiel die Verbreitung des FSME-Virus in Europa. Gibt es auch in Österreich, ich hoffe die Euro-Fans haben sich vor der Einreise über die nötigen Impfungen informiert.

Der →”EbM-Anwender” heißt Martin Gerken, bloggt über Wissenschaft und deren Umsetzung im klinischen Alltag, EbM(4) eben. Das Blog ist allerdings eher an Leute gerichtet, die mit “Surrogatendpunkten”, “paVK” und “ACE-Hemmern” etwas anfangen können, zum Beispiel andere “EbM-Anwender”. Einer davon ist Dr. Franz Engels, er bloggt über →Medizin&Gesundheitspolitik und ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Arbon, Schweiz.

Als Psychiaterin bekomme ich extrem selten die Gelegenheit, in offene Wurzelkanäle hineinzuschauen, auf dem →Zahnblog von Dr. Wolfgang Gerner kann man aber genau das tun. Da jeder Mensch im Besitz von Wurzelkanälen ist, die man aufbohren und spülen kann, sollte man sich das vielleicht wirklich anschauen. Das Blog bietet Einblicke im wahrsten Sinne des Wortes. Auch Dr. Michael Cvachovec, Zahnarzt aus Wiesbaden hat ein Blog mit schönen Fotos, das ist jedoch so in die →Homepage integriert, dass kaum mehr ausschaut wie ein Blog. Sehr schick.

Und jetzt kommen endlich die Psychos, die immer übersehen werden und derentwegen ich mir den ganzen Sermon hier antue: Da gibt es →Dr. Ewald Proll, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er betreibt auf seinem Blog einen “Ärztepranger” auf dem jedoch eher das Gesundheitssystem als Ärzte angeprangert werden und bloggt auch Fachartikel. Gleich zwei Blogs betreibt Dr. Waelsch, Psychiater und Psychotherapeut aus Plochingen. Da gibt es das Blog →”Psychoedukation” mit Fachartikeln zu psychiatrischen und psychotherapeutischen Themem aber auch zu “Rheumatee” und “Ingwer hilft bei Schmerzen und Verdauungsproblemen”. Sein zweites Blog heißt →”Psych-PV”, das ist die Abkürzung für “Psychiatriepersonalverordnung” und dieses Blog ist wirklich “hard boiled”, da ist Chandler ein →Waserl dagegen.

Eigentlich unübersehbar ist das Brainlog →”Psyconstruction” von Mathias Wölfelschneider. Sein Weblog sammle “Deskriptionen, Erklärungen und Bewertungen zu ganz alltagsbezogenen aber eben auch wissenschaftlichen, klinischen und epistemologischen Themen.” Und das Beste: Herr Wölfelschneider ist Assistenzarzt in Weiterbildung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Da können sich die AssistenzärztInnen aus dem ersten Absatz da oben ein Scheibchen abschneiden: Es gibt auch epistemologische Themen! Nicht nur unwillige Krankenschwestern, Sex und Alkohol und Dr. House. Epistemologische Themen! Ja, so sind sie, die Psychos!

Und dann gibt es auch noch Mediziner, die →Krimis lesen, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Ergänzung am 6.6.2008: Zahnarzt →Dr. Michael Cvachovec hat als Reaktion auf diesen Artikel ein weiteres Blog einer Ärztin ans verdiente Rampenlicht gezerrt: Im →DocBlog schreibt Sarah Schons derzeit hauptsächlich über das deutsche Gesundheitswesen. Dann habe ich per Trackback von einem richtigen Blogbaby erfahren: Das →Doctors Blog besteht seit gestern, hat bereits vier Artikel, eine lange Blogroll, ein Bild eines strahlenden jungen Mannes in Doktorgewand und eine Abstimmung, wer Fußballeuropameister wird. Für Österreich kann man aber nicht abstimmen, was soll das bitte? Der Mensch, der dort schreibt, nennt sich “Doc Brown”. Aha, denk ich mir zunächst, das wird wieder eins dieser lustigen anonymen Blogs. Dafür bloggt er aber zu wenig aus seinem Nähkästchen, im Prinzip gibt es dort nur Artikel über andere Artikel und über irgend ein iPhone. Also, Doc Brown, wenn wir Dir abnehmen sollen, dass Du ein richtiger Doktor bist, musst Du Dich noch ins Zeug legen. Ein Bild und ein Titel allein tuts nicht. Wir wollen Kompetenz sehen! “Je anonymer, desto Insider”, das ist das Prinzip bei ÄrztInnenblogs.

Dann gibt es auch noch Blogs von ÄrztInnen bei →DocCheck. Die sind zwar für sich genommen selbständig, ich finde die Umgebung jedoch recht unwirtlich. DocCheck stellt ÄrztInnen, ApothekerInnen, Leuten aus der Pharmabranche anderen Bereichen des Gesundheitswesens ein Blog zur Verfügung. Bloß: Es gibt da einen Rahmen, ein “großes Ganzes” und ich weiß da nicht immer genau, wo ich bin. Ich wünsche mir da schon mehr Abgrenzung und Eindeutigkeit.

Fazit: Wahrscheinlich gibt es jede Menge ÄrztInnenblogs deutscher Sprache. Kaum denkt man, man hat so gut wie alle, gibt es noch eins und noch eins und noch eins. Dass dennoch →immer wieder berichtet wird, sie seien so rar, muss wohl mehr dran liegen, dass mancher dieser Blogs nicht gut vernetzt sind. Was man nicht kennt, gibt es eben nicht.

_________________________________________

(1) Da sie sich konsequent mit “Arzt” bezeichnet und dann und wann über Oberärzte bloggt, die ihr in den Ausschnitt starren, hat das in den Kommentaren schon zu mancherlei Irritation geführt.

(2) PJ bedeutet nach Herr Kröte persönlich und der muss es ja wissen: “Praktisches Jahr”

(3) Ich selber wundere mich allerdings nicht, ich habe diese Dinge selbst erlebt. Inzwischen gehöre ich jedoch zu denen, über die diese Leute lästern.

(4) “Evidence based Medicine”

35 Responses to “Blogs von Ärztinnen und Ärzten und deren Nachwuchs”


  1. 1 Franz Juni 4, 2008 um 0:03

    Offensichtlich bloggen so wenig Arzte wegen der vielen Überstunden nicht. Wann denn? Insoweit freue ich mich über Qualität und nicht Quantität der Arztebloggs. Hinsichtlich des Ausschnittblickes bin ich einfach der Meinung, dass weisse Kittel hochgeschlossen werden sollten. Man stelle sich die Situation nur bei einer Operation vor, wenn der Oberarzt operiert und ihm gegenüber assistiert der Ausschnitt. Ich möchte nicht der Patient sein. Habt ihr keine Standesregeln?

  2. 2 Reinhard Juni 4, 2008 um 0:35

    Das mit dem Ausschnitt ist schon prüde. Ich möchte im Gegenteil, dass T-Shirts mit Brailleschrift ausgestattet werden. Gebt Barrierefreiheit, Sire.

  3. 3 Henny Hidden Juni 4, 2008 um 7:46

    Hallo Margit,

    schöne Übersicht. Habe mir psyconstruction schon mal vorgemerkt.

    Beste Grüße

    Henny

  4. 4 krimi0krimi Juni 4, 2008 um 12:42

    Meine Güte,

    da legt man einen Link, bei dem man in Wurzelkanäle hineinschauen kann und alle wollen wieder einmal nur in Ausschnitte hinein schauen.

  5. 5 thewritingfranz Juni 4, 2008 um 17:14

    Richtig! Geil ist so ein Wurzelkanal. Verwaltungsrecht, ein glattes Sehr Gut:-)

  6. 6 krimileser Juni 4, 2008 um 18:10

    Ich muss ja zugeben, dass ich früher ‘mal ein richtiges Mikrobiologieblog hatte, also mit Sachbeiträgen zu Mikrobiologie und Hygiene. Aber ich muss zugeben, dass das aufwändiger war als der Blog Internationale Krimis, hatte zudem weniger Leser und gab kaum Feedback.

  7. 7 krimi.krimi Juni 4, 2008 um 19:17

    Ja, ich habe es mir auch schon überlegt, so ein Medizinblog zu machen. Aber es ist schon so: Macht man es kompetent und korrekt, ist es wirklich viel Arbeit. Und ich habe keine Lust, mir das in meiner Freizeit anzutun. Auch ein Krimiblog ist viel Aufwand, aber ich beschäftige mich mit Dingen, in denen ich mich in meiner Freizeit beschäftigen will.

  8. 8 krimi.krimi Juni 4, 2008 um 19:17

    Gratuliere zum Verwaltungsrecht!

  9. 9 Franz Juni 5, 2008 um 18:44

    Du wirst Laien (medizinische) als Leser verlieren. Ich musste drei mal den Text lesen, bis ich draufkam, dass es nicht “linke Ejaklulation” heißt. Aber als juristisch-medizinischen Fachausdruck erlaube ich Dir in Zukunft meine Wort-Kreation für Kondome und andere Verhütungsmittel zu verwenden: Generalprävention.

  10. 10 Reinhard Juni 5, 2008 um 19:42

    Das Problem gibt es auch in anderen Branchen, z.B. in meiner. Während man Rechtsträger problemlos versichern kann, ist das für Linksträger bis heute nicht möglich.

  11. 11 Assistenzarzt Juni 5, 2008 um 20:02

    Danke, ein sehr schöner Beitrag und ich entdecke Blogs, die ich vorher nicht kannte. Viel Recherchearbeit, oder?

    Was den Wechsel zwischen den Bezeichnungen Arzt und Ärztin angeht… das hat was mit Anonymität zu tun und damit sich genannte Personen insbesondere Patienten nicht widererkennen. Die Verwirrungen halten sich bisher in Grenzen.

  12. 12 krimi.krimi Juni 5, 2008 um 20:18

    Zum Thema “Ejakulationsfraktion” kann ich nur den Originalbeitrag von →Assistenzarzt empfehlen.

    @ Reinhard: Eine Marktlücke?

    @ Assistenzarzt: Mag sein, dass es hilft, die Anonymität zu wahren, wenn man bisweilen das grammatikalische Geschlecht wechselt. Aber über sowas MUSS ich einfach lästern. Ich lese Dein Blog trotzdem gern.

  13. 13 Reinhard Juni 5, 2008 um 21:57

    Beim Assistenzarzt habe ich mich berufskundlich eingetragen, und zu seinem kardio-intensivstrampler: Ich bleibe bei meinem Stent, der ist unauffälliger.

    Ejak…da lobe ich mir als Dampflokfan den Giesl-Ejektor, das ist der coolste Schornstein, den eine Lok haben kann. Man braucht auch kein Stethoskop, um zu hören, wenn sie kommt.

    Die Marktlücke existiert schon lange, keinen kümmert’s.

  14. 14 thewritingfranz Juni 5, 2008 um 22:14

    Wenn du ein Stethoskop brauchst um zu hören, wenn (wann) sie kommt, bist Du wahrscheinlich ein Linksträger mit Ejakulationsfraktion. Klar, dass dich niemand versichert. Zwick sie doch einmal, dann schreit sie. Sogar AssistenzärzteNinnen, soweit ich das weiß.

  15. 15 Reinhard Juni 5, 2008 um 23:03

    Nein, das ist wieder eine juristische Ferndiagnose, und versichern tu ich ja selber.

    Ich sag ja auch, dass man kein Stehthoskop braucht, sie muss nur heiss sein. Dazu muss man die Lok schön langsam aufheizen, und natürlich beim Anfahren die Zylinderhähne offen lassen. Sonst sprengt das Kondensat den Zylinder.

  16. 16 goiserer Juni 6, 2008 um 11:55

    1. Bei Steh-thoskop hat wohl Freud zugeschlagen :-)
    2. So wie du das mit der Lok beschreibst, erinnert es mich an Ravels Bolero. Ob der die Musik zur Lokomotive geschrieben hat?

  17. 17 Reinhard Juni 6, 2008 um 12:55

    Meine Verschreiber mach ich schon ohne den Siggi, nicht ganz unabsichtlich, und der Ravel hat die Dampflok nicht verstanden. Wenn eine so anfährt wie der Bolero dann würde man den Heizer feuern.

    Der Siggi ist aber zu beachten, als eine der drei Urväter.

    Freud: Passt man nicht auf, hat man sich schon verplappert.
    Newton: Nicht hingeschaut, schon liegt man auf der Pappn.
    Pawlow: Unvorsichtig hingeschaut, fangt man an zu trenzen.

    Freunde des Messwesens sollten auch den Heisenberg im Auge behalten, wenn sie ihre Vorurteile durch empirische Illusionen ersetzen.

  18. 18 Franz Juni 6, 2008 um 18:19

    Ich meinte ja: Die freud’schen Dörfer. Der mit dem Hund, das war Potemkin.
    Das mit dem Newton habe ich nie so verstanden. Der hat so eine Liebestheorie erfunden, wonach sich die Anziehung zweier Körper mit dem Quadrat der Entfernung verstärkt oder so. Bei mir verstärkt sich der Körper mit dem Quadrat der Kalorien, die ich nicht mehr entfernen kann.

  19. 19 Reinhard Juni 6, 2008 um 19:57

    Pawlow, bitte. Potemkin war Städteplaner und später Panzerkreuzer.

    Der Newton ist für mich einfach als Erfinder der Schwerkraft abgespeichert. So kann eine Liebestheorie nicht funktionieren, mit dem Entfernen, da ist Hannibal Lecter glaubwürdiger: Man begehrt, was man sieht.

  20. 20 Franz Juni 7, 2008 um 8:42

    Guter Film, der Panzerkreuzer Potemkin. Habe ihn schon mit 2 Klavieren als Livebegleitung gesehen.

    Hannibal Lecter würde ich nicht als Liebesexperten bezeichne, der war doch die ganze Zeit mit den Römern, den Alpenpässen und Elefanten beschäftigt, wobei mich die Lateinisierung von “Leckt er” mit einem Rätsel, das ich nicht beantworten kann, übrig lässt. Wahrscheinlich stammt von ihm das Zitat, “Er sage ihm, dass er mich a.A.l.k.”. Mit dieser Botschaft soll er einen Nubischen Sklaven zum Senat in Rom geschickt haben, worauf es zu den Tunesischen Kriegen kam.

    Newton ist zu gratulieren, wenn er tatsächlich die Schwerkraft erfunden hat. Sonst würden wir alle hier auf Erden herumschweben anstatt festen Trittes zu marschieren.

    Pawlow war ein Hund, dem beim Essen ständig Speichel aus dem Mund tropfte. Deshalb sagt man ja auch in Goisern noch immer zu jemandem, der beim Kauen den Mund nicht schliesst: Er ist ein Pawlow.

    Und Potemkin war tatsächlich ein Städteplaner zu Zeit von Katherina der Grossen. Als er eine Stadt gebaut hatte, war die aber sehr hässlich geworden. Die Leute in dieser Stadt haben ihn deshalb beschimpft und wollten ihn verjagen und verweigerten ihm sein Honorar. Da sagte Potemkin zu ihnen: “Diese Stadt ist so schön geworden, dass sogar die Zarin sie bewundert. Morgen wird sie kommen und sie persönlich ansehen”. Er verkleidete ein liebliches Bauernmädchen als Zarin und setzte es auf einen goldenen Schlitten den 6 herrliche weiße Rösslein zogen. Und am nächsten Tag glitt dieser Schlitten mit dem Bauernmädchen, das bis zur Unkenntlichkeit in teure Pelze eingehüllt war, durch die Stadt und die Leute glaubten, die Zarin selbst würde ihnen zuwinken und die Stadt besuchen. Jetzt hielten sie ihre Stadt für die schönste unter den russischen Städten und bezahlten Potemkin sein Honorar. Seither nennt man sehr hässliche Städte, wie z.B. Attnang-Puchheim, “Potemkische Dörfer”.

  21. 21 krimi0krimi Juni 7, 2008 um 12:09

    Danke für diese historischen Fakten. Das habe ich wirklich nicht gewusst, das mit Attnang-Puchheim.

  22. 22 Reinhard Juni 7, 2008 um 12:23

    So kommen wir der Sache schon näher, mit respektvollem Umgang mit den historischen Tatsachen.

    Pawlow war aber dennoch nicht der Hund, sondern sein Besitzer, und später Erfinder der Trenzlatzerln, oder wie das im jeweiligen Lokalkolorit heisst. Auf einer Weltreise erfand er dazu gleich die Windeln, damals in Argentinien, und benannte sie nach den dortigen Pampas. So schauts aus.

  23. 23 krimi0krimi Juni 7, 2008 um 12:29

    Aha. “Trialer” heißen die Trenzlatzerln auf Vorarlbergerisch. Aber die Windeln aus den Pampas dürften international sein. Die heißen auch in Vorarlberg so.

  24. 24 Reinhard Juni 7, 2008 um 18:42

    Ja hoi, die Gsi waren auch immer schon international, nicht nur technologisch vorn, wie wir wissen, seit der Bond von Graubünden schnell nach Feldkirch zum Telefon gefahren ist.

    Aber Trialer? Hat das was mit der angelsächsischen Rechtspflege zu tun? Weil die Richter dort auch sowas umhängen haben? Klingt so ähnlich. Blutdurst etwa? Unser Jurist müsste da doch helfen können?

  25. 25 Dr. med. Martin E. Waelsch Juni 20, 2008 um 12:20

    Hallo,

    vielen Dank für die freundliche Beschreibung. Zur Ergänzung der Informationen ein Hinweis auf
    http://www.mentalnet.org.
    Von dort sind auch alle anderen Websites und Blogs erreichbar.

    Herzliche Grüße

    Martin Waelsch

  26. 26 krimi.krimi Juni 20, 2008 um 15:46

    Sie meinen alle anderen Mentalnet-Blogs und Webseiten? Die habe ich in der Tat nicht alle gekannt. Danke für den Hinweis.

  27. 27 imedo August 13, 2008 um 18:54

    Das Gesundheitsportal imedo ruft derzeit die ersten Gesundheitsblog Awards ins Leben.

    Bis zum 14. August 2008 (optional auch der 17. August 2008…für Spätzügler) kann jeder Besucher auf der Seite

    http://blog.imedo.de/gesundheitsblog-award-2008/

    seine Favoriten eintragen. Eine namhafte Jury wird alle Vorschläge prüfen und bewerten, wodurch die Nominierten ermittelt werden.

    Nach einer öffentlichen Abstimmung stehen dann am 1. September 2008 die Sieger fest. Die Awards dienen dem Ziel, gute und verlässliche Informationsquellen mit Gesundheitsbezug herauszufinden und bekannt zu machen.

  28. 28 krimi0krimi August 13, 2008 um 19:17

    Ups. Eine tolle Sache, aber ein bisschen knapp.

  29. 29 krimi.krimi August 13, 2008 um 19:37

    Gut, schon nominiert. Wobei ich doch ein bisschen skeptisch bin, weil Blogs gesucht werden, die “gute und verlässliche Informationsquellen” darstellen. Ehrlich gesagt: Wenn ich verlässliche medizinische Informationen suche, schaue ich nicht in Blogs. Da bevorzuge ich doch die großen Portale mit redaktionellen Artikeln. Bezahlte Schreiberlinge, die Fachleute auf ihrem Gebiet sind, tun sich da doch leichter als ein einsamer Blogger oder eine einsame Bloggerin.

    Gut, ein paar Blogs gibt es, die seriöse Informationen bieten, das darf man nicht übersehen. Aber die meisten erzählen einfach Geschichten. Für mich macht das die Besonderheit der Medizinblogs aus: Dass hier Geschichten erzählt werden, die einem sonst nicht so leicht jemand erzählt. Wenn Medizinblogs auf jene mit “verlässlichen Informationen” reduziert werden, finde ich das schade. Eigentlich müsste man zwei Kategorien machen: “Die besten Informationen” und “die besten Geschichten.”


  1. 1 Doctors Blog » Blog Archive » Best Medical Blog Trackback zu Juni 5, 2008 um 22:23
  2. 2 . . : : skhor.de : : . . Trackback zu Juni 24, 2008 um 10:41
  3. 3 Doctors Blog » Blog Archive » Ärzteblogs - Eine Sammlung Trackback zu Juni 24, 2008 um 11:39
  4. 4 Medizinerblogs- die Vergessenen « krimi.krimi Trackback zu Juni 24, 2008 um 19:57
  5. 5 Pause von der Pause - Medicalblogs « krimi.krimi Trackback zu August 25, 2008 um 9:25
  6. 6 Top-Suchergebnisse, die die Welt nicht braucht « krimi.krimi Trackback zu August 30, 2008 um 18:34

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Juni 2008
M D M D F S S
« Mai   Jul »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Archiv

Im Schaufenster

Robert Pucher: Katerfrühstück, Prolibris 2006

→Journal of Medical Internet Research

→medicalblogs.de

→Alblog aus Zams


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: