Ausgerechnet dort, wo mein Regiokrimi spielt, nämlich im Salzkammergut wird ein Seeschreiber/eine Seeschreiberin gesucht! Für die Monate September, Oktober, November 2008. Geboten wird eine freie Unterkunft, sowie eine Zuwendung von 777 Euro pro Monat. Was soll ich nur machen, die holen sich die Konkurrenz ins Land! Vielleicht hilft es, wenn ich sage, dass es am See im November gar grauslig kalt und neblig ist. Gerade richtig für düstere Gedichte. Das beste für Lyrik. Also, alle LyrikerInnen des Landes, bewerbt Euch! Vielleicht wäre es auch etwas für thewritingfranz, der könnte doch ein paar Kilometer umziehn, er schreibt über →Griechenland und keine Regiokrimis. Allerdings erwarten die Leute dort, dass die Region “literarisch widergespiegelt” wird. Da kann der Fanz doch einfach für ein paar Monate “der See” statt “die See” schreiben, das fällt sicher nicht auf.
Gefunden bei →uschtrin.de.

Still und starr ruht der See im November. Von tiefhängenden Wolken und Nebel wird er beinahe unsichtbar gemacht. St. Wolfgangs Einwohner ziehen sich in ihre düsteren Häuser zurück. Kein Mensch ist mehr zu sehen auf den Straßen. Der Mann, der eine Figur vom Pacher-Altar stahl, wird von niemandem gesehen. Laut erklingt das Wolfsgeheul aus den Wäldern der schwarzen Berge. Ab und zu hört man das Schluchzen eines kleinen Kindes. Die alte Frau, die in der N.Strasse wohnt, nimmt eine Überdosis Schlaftabletten, ihr verstorbener Mann fehlt ihr zu sehr. Auf dem See treibt eine Leiche. Die Schriftstellerin aus Innsbuck schreibt einen lustigen Ärzteroman im Hotel Weisses Rössl.
Ohje, das klingt nach Regiokrimi. Oder zumindest nach einem halben Regiokrimi.
Meine Güte! Ich beschrieb die Stimmung, die im November am W-See herrscht. SIE aber schreibt lustige Geschichten. Das schafft nur eine Ärztin! Und Regio ist ein Kaffee!