Archiv für April 2008

Wo ich jetzt gerne wäre

Der nächste Regio-Krimi, der ins Kino kommt, heißt “James Bond - Quantum of Solace” und wird gerade im schönen Vorarlberg gedreht. Das ist da, wo ich herkomme und aufgewachsen bin. Gestern haben sie sogar in Feldkirch gedreht, eine Verfolgungsjagd durch die Fußgängerzone. Das ist da, wo es in meiner Erinnerung Marktstandeln und Faschingsumzüge und Weinfeste gibt, natürlich nicht alles gleichzeitig. So eine Verfolgungsjagd ist schon etwas Besonderes, den die FeldkircherInnen sind ziemlich friedlich und machen so etwas sehr selten und wenn, dann sicher nicht in der Fußgängerzone. Deshalb haben die Anwohner Eintrittskarten für ihre eigenen Häuser bekommen, die sie nur in den Drehpausen betreten dürfen. Außerdem dürfen sie entweder - zitiert nach der Zeit im Bild - nicht am Fenster stehen oder sie müssen während der ganzen Dreharbeiten dort stehen bleiben. Für mich wäre die Entscheidung klar. Ich wollte immer schon ein unbeweglicher Schatten hinter dem Fenster in einem Bond-Film sein.

Mehr über die Dreharbeiten gibt es →hier.

Die Alchemie des Wortes

Die alten Alchemisten wollten ja immer Materie transformieren, am liebsten zu Gold. PsychotherapeutInnen sind momentan ganz entzückt, dass es gelungen ist, Sprache in Materie zu transformieren. Endlich. Denn vor nicht allzu langer Zeit wurden PsychotherapeutInnen noch als “unwissenschaftlich” belächelt und innerhalb der Medizin haben sie bisweilen immer noch den Ruf, dass sie ja nur herumreden, während die richtigen Doktorn eben richtige Medizin machen. Insofern ist es auch fast wie Gold, wenn man die Effekte des “Herumredens” jetzt endlich messen kann, abwiegen, darstellen, die ChirurgInnen könnten sogar hineinschneiden, aber das wäre nicht so gut für die PatientInnen. Es soll hier nur einmal gesagt werden, denn keiner käme wohl auf die Idee, etwas als Hirngespinst abzuqualifizieren, das man herausschneiden kann. Insofern ist das eine Art wissenschaftliches Kriterium: Was man herausschneiden kann, ist sicherlich echt und wahrhaftig.

weiterlesen ‘Die Alchemie des Wortes’

True Crime?

Wenn in nächster Nähe ein unfassbares Verbrechen geschieht, muss man sich dann als Krimibloggerin damit beschäftigen? Was haben echte Kriminalfälle mit Krimis zu tun? Sind derartige Verbrechen und Kriminalliteratur nicht zwei Paar Schuhe?

Interessante Diskussionen zum Verhältnis zwischen dem Verbrechen, das gerade in Amstetten aufgedeckt wurde und eventuell kommender, noch nicht geschriebener Kriminalliteratur gibt es jedenfalls bei →Bernd Kochanowski und →Watching the detectives.

“enterisch”

Ich war letzte Woche auf einem Psychiatriekongress und habe gelernt, dass es “enterisch” sei, wenn man als Frau in der Nacht allein in hässlichen psychiatrischen Altbauten unterwegs ist.

Nein, ich habe mich nicht mit →Gastroenterologen unterhalten, den Spezialisten für enterische Dinge. “Enterisch” kommt in diesem Fall von “entn” und das bedeutet in der regionalen Sprache “drüben”. “Enterisch” ist dann also “dem Drüben zugehörig”, jenseitig also. Das sagt viel über österreichische Spitalsbauten aus.

Gesucht und gefunden

Ich bin ja noch relativ neu in der Bloggerei und entsprechend leicht zu überraschen. Zum Beispiel durch Umstände und Zustände, die Leute so suchen auf meinem Blog. Die Suchwörter der letzten Tage:

“müll vor der wohnungstür”

Haben wir hier nicht. Einfach wegräumen würde ich sagen.

“Verbrechen in Deutschland ab 2008″

Wenn ich das wüsste, würde ich es kaum zugeben. Da wäre ich wohl hochverdächtig, wenn ich die Verbrechen ab 2008 voraussagen könnte.

“man stelle sich den jungen markus vor”

Ah, ja. Braucht man dazu ein Blog?

“wie endet therapie von fitzek”

Das gehört zu den bestgehüteten Geheimissen des Internets. Genauso könnte man googeln: “Wie lautet die Privatnummer von George W. Bush?” Der Herr Fitzek sollte uns wirklich dankbar sein.

“was ist kognitive repräsentanz”

Das ist das, was man von seiner Umgebung in sich abgespeichert hat. Wenn man sich also über Hugo ärgert und findet, er sei ein Krähbeutel, trägt man dann nicht “Hugo” als Person mit sich herum, sondern die kognitive Repräsentanz von “Hugo, dem Krähbeutel”.

“weiber fingern”

Ich mische mich ja grundsätzlich nicht in das Sexualleben meiner Blogleser ein, aber das ist hier kein lauschiges Plätzchen. Dafür gibt es bessere Orte im Internet.

Eva Rossmann - Freudsche Verbrechen

Das ist wieder einmal ein Buch, bei dem ich gar nicht sicher bin, ob es zu unserem Psychiatriekrimiprojekt passt. Wir erinnern uns an die Vorgaben: Krimi oder Thriller, Psychiater in einer tragenden Rolle und es muss vor dem Hintergrund einer modernen Psychiatrie spielen, also nach der letzten großen Psychiatriereform der 70er Jahre.

weiterlesen ‘Eva Rossmann - Freudsche Verbrechen’

Matt Ruff - Bad Monkeys

Jane Charlotte erzählt uns einen Thriller. Einen selbsterlebten Thriller, wohlgemerkt. Doch in diesem Thriller gibt es NT-Waffen, die einen “natürlichen Tod” durch Herzinfarkt oder Hirnschlag erzeugen, es gibt Pavianbomben und X-Drogen. Es gibt eine “böse Jane”, die sich dematerialisieren kann und es gibt “Grusel-Clowns”. Jane Charlotte gehört einer Organisation an, die Untereinheiten namens “Malefiz”, “Catering”, “Panoptikon” oder eben “Bad Monkeys” beschäftigt. Jane Charlotte gehört zu den Bad Monkeys, der “Einheit für die finale Ausschaltung nicht zu rettender Personen” Ziel der Einheit: Menschen zu töten, bei denen die Einheit “Kosten-Nutzen” zum Ergebnis kommt, dass sie mehr Schaden anrichten als nützen.

weiterlesen ‘Matt Ruff - Bad Monkeys’

Übersetzung

Beim dpr drüben wollten sie vor kurzem Bücher ins Amerikanische übersetzt haben. Ich will auch, dass mein Salzkammergut Regio-Krimi ins Amerikanische übersetzt wird. Weil es aber so wenige ÜbersetzerInnen gibt, die direkt vom Salzkammerguterischen ins Amerikanische übersetzen, habe ich selber einmal angefangen. Allerdings habe ich mir eine leichte Stelle ausgesucht, ich kann nämlich besser Vorarlbergerisch. Es handelt sich also um die Stelle, an der das Vorarlberger Ehepaar Erna und Heinzi urlaubend am Grunde eines Salzsees eine Leiche findet und dies dem einheimischen Polizisten (in der Folge nur noch “EP” genannt) meldet.

Erna zitternd: Und denn hat er uffagluagt mit großa Oga. - And then he looked up with big eyes.

EP: Ho. - What the fuck do they want? - There’s football on TV-Salzkammergut.

Heinzi zu Erna: Du muascht vo vorna afanga, sunscht verschtoht der di net. - You must begin in the beginning, othwerwise he don’t understand you.

EP: He (kratzt sich hinter dem Ohr). - I hope FC Bad Goisern will beat this loosers from Ebensee, where the hell is Ebensee?

Heinzi zu Erna: Und Du muasch dütsch reda, mir sind do net dahoam - And you must speak German, we are here not at home.

Erna (in ihrem besten Deusch): Herr Komissar, mir hond a Lich gfunda. - Agent Starling, we have found a dead body.

EP: Hmpf. - Superagent! Always these foreigners.

Heinzi (ergänzt übereifrig) - z’Znüne scho, aber der Appetit ist uns vergangen - At Nine-o-Clock-meal-time already, but appetite went from us.

EP: Ha! - I am already hungry. I will call my Olde to bring me some dumplings.

Heinzi (ebenfalls im besten Sonntagsdeutsch, sehr betont): Guat denn, Herr Wachtmeister, wenn Sie no eppas wissen müssen, denn rüafan Sie oafach a. - Well then, if you want to know anything more, then you just call on.

Heinzi und Erna gehen ab.

EP: Tor! - Well done, Guy, but you should have kicked at this dirty Ebenseer, when the referee looked in the other direction.

FC Criminale

Übermorgen spielt der →FC Criminale in Wien. Natürlich gibt es auch eine dazu passende →Anthologie.

Das Fußballmatch ist dem Landespolizeikommando Wien eine Meldung auf der Homepage wert. Die Polizei ist gewappnet, die Hooligans können kommen!

Eine Mücke als einzige Zeugin

In “CSI New York” haben sie gerade eine Mücke als einzige Zeugin auftreten lassen. Sie kennt die DNA des Täters! Sie hat sie geradezu in sich aufgesaugt.

Das kam mir doch wie gerufen. Ich wollte ein Plagiat anfertigen und die Geschichte beim →Tierkrimiwettbewerb einschicken. Aber dann haben diese amerikanischen Agents ihre einzige Zeugin umgebracht und obduziert. Ich glaube, das ist doch ein bisschen zu brutal für einen Charity-Wettbewerb zugunsten eines Tierparks. Schade.

Nächste Seite »


 

April 2008
M D M D F S S
« Mär   Mai »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

Archive