Archiv für Januar 2008

Man soll nicht mit Hasen schießen

Über das Bestatterweblog bin ich auf die Zwiebelfischkolumne “Grüße aus dem Jenseits” gestoßen.

Dieser Artikel sei auch allen KrimischreiberInnen ans Herz gelegt, denn schnell ist auferstanden, wer beerdigt gehört oder getötet, wer leben soll. Ein falscher Relativsatz hier, ein flüchtiger Tippfehler dort, schon vermischen sich die Lebenden und die Toten auf gar unziemliche Weise.

Ein paar Beispiele ungewöhnlicher Todesfälle sind mir auch noch untergekommen:

Ein Krankenhausträger informiert:
Am Montag, 17. September, verstarb in der Wiener Krankenanstalt R… (Auslassung durch mich) eine 86-jährige Patientin an den Folgen einer Legionelleninfektion. Diese war bereits bei der Aufnahme der Patientin am 9. September diagnostiziert worden. Sie verstarb auf Grund eines Multiorganversagens im Beisein ihrer Angehörigen.

Gut, dass sie endlich tot ist, diese elendige Legionelleninfektion. Hoffentlich richten ihre Angehörigen keinen Schaden mehr an.

Gelesen bei der Initiative zur Abschaffung der Jagd:
Wie viele Haustiere jährlich vorsätzlich oder “aus Versehen” bei der Jagd umkommen ist unbekannt.

Aber, aber: Die Initiative zur Abschaffung der Jagd wird doch kein Mitleid mit all den jagenden Tieren haben, wenn sie bei ihrem unseeligen Treiben umkommen. Schon gar nicht, wenn sie “vorsätzlich” umkommen. Da sind sie doch wirklich selber schuld. Ebendort:

Am 7. November schoss ein Jäger einem anderen anstatt eines Hasen bei einer Treibjagd bei Melk, NÖ, aus 40 m Entfernung eine Schrotladung ins Gesicht.

Das will ich aber hoffen, dass er dem Mann anstatt eines Hasen eine Schrotlandung ins Gesicht geschossen hat. Als Tierliebhaberin bin ich strikt dagegen, dass mit Hasen geschossen wird.

Und zu guter Letzt ein schönes Wortspiel aus dem “Focus”
Der tragische Unfalltod des Hollywoodstars Grace Kelly machte sie unsterblich.

Das Kirchenschlafprojekt

Im inoffiziellen Blog-Wettstreit um die skurillste Ausschreibung hat derzeit wohl das Hinternet die Nase vorn. Das konnte ich nicht so einfach hinnehmen und ich habe gegoogelt bis die oo’s aus dem Google gesprungen sind. Dabei bin ich auf eine Ausschreibung gestoßen, die zwar nicht direkt KrimischreiberInnen anspricht, Krimis nach meiner Lesart aber wohl zulässt: Das Kirchenschlafprojekt.

http://www.kirchenschlaf.de/projekt.html

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal sucht in Zusammenarbeit mit dem Großsstadtpoeten nach künstlerischen Äußerungen (Kurzgeschichten, Fotos, Filme, Skulpturen…) zum Thema Kirchenschlaf. Erwünscht sind ausdrücklich auch provokative Beiträge (als Beispiel wird ein jungendfreies Aktfoto einer auf einer Kirchenbank schlafenden Person genannt).

Da sind doch auch Krimischreiber gefordert: Der Gottesdienst ist aus, einer bleibt schlafend in der Bank, der Priester will ihn wecken, der Mann ist tot. Der Tod ist ja bekanntlich Schlafes Bruder wie wir seit Robert Schneider wissen.

Oder: Ein junges Paar schießt in einer doch nicht so ganz unkonservativen Kirche irgendwo in einem Bergthal ein Nacktfoto für diesen Wettbewerb. Der Messner kommt betrunken vom Feuerwehrfest und verliert ob dieses Frevels die Contenance. Er wendet sich gegen den jungen Fotografen, der verliert das Gleichgewicht, stolpert und stürzt mit dem Kopf gegen die Kirchenbank wie man es in gepflegten Tatort-Kreisen sieht (dort stürzt dann der Hausherr gegen das Klavier). Die junge Frau ist Zeugin und muss auf irgend eine Art ruhig gestellt werden.

Je länger ich nachdenke, desto mehr komme ich zum Schluss, dass es sich doch um einen Krimiwettbewerb handelt.

Reinhard Haller - Die Seele des Verbrechers

Wenn man Krimis schreibt, schadet es auf keinen Fall, sich ein wenig mit der Psychologie des Verbrechens zu beschäftigen. Motive wie Neid, Habgier, Eifersucht sind uns allen aus der einschlägigen Literatur bekannt. Aber wir alle sind dann und wann neidisch, habgierig und eifersüchtig und bringen deshalb noch lange niemanden um. Zumindest nicht in der Wirklichkeit und Phantasien sind frei.

weiterlesen ‘Reinhard Haller - Die Seele des Verbrechers’

Tiere als Mordopfer

Ich bin mir ja besonders innovativ vorgekommen, als ich meinem aktuellen Krimi im Vogelfänger-Milieu des Salzkammerguts mit dem Mord an einer Kuh begonnen habe. Nicht, dass ich glaubte, dass es das noch nie gegeben hätte, ich glaube überhaupt nicht, dass ich in meinem Leben etwas schreibe, dass nicht in der einen oder anderen Form schon vorher da war. Aber außergewöhnlich, ja, das glaubte ich schon, dass es ein außergewöhnlicher Anfang ist. Eine menschliche Leiche - das gibt es in jedem Krimi, aber eine tote Kuh am Anfang, das ist doch interessant, so dachte ich.

Seither bekomme ich es als Krimileserin aber ständig mit ermordeten Tieren zu tun. Das mag an der erhöhten Aufmerksamkeit liegen, jede Tierleiche ist immerhin ein kleiner Beweis, dass ich doch nicht so einmalig kreativ bin wie ich dachte. Oder Tierleichen sind wirklich “in”. Wie auch immer.

Was ich in der letzten Zeit so zusammengelesen habe:

Dass in Wolf Haas’ “wie die Tiere” auch Tiere zu Tode kommen, hätte ich mir ja gleich denken können. Wenn die Tiere schon im Titel vorkommen, ist das nicht weiter verwunderlich. Ähnlich steht es mit “das Schweigen des Lemming” von Stefan Slupetzky. Allerdings kommen hier keine Lemminge ums Leben wie erwartet (Lemminge sollen ja schnell in den Suzizid zu treiben sein), sondern ein wirklich unschuldiger Pinguin. Kein Wunder, denke ich mir an dieser Stelle, wenn ich es immer mit toten Tieren zu tun bekomme, wenn ich mir schon die Bücher mit den Tiertiteln zulege. Aber gar so einfach ist es nicht. Henning Mankells “Vor dem Frost” trägt einen absolut unverdächtigen Titel, doch alsbald werden Schwäne und ein Kalb ermordet. Die Sache mit dem Kalb trifft mich natürlich schwer.

Krimiwettbewerbe

Literaturwettbewerbe gibt es wie Sand am Meer, immer wieder einmal sind auch Krimiwettbewerbe darunter. Aktuell ist gerade ein Schafskrimiwettbewerb ausgeschrieben. Veranstalter ist “der Kreisausschuss des Odenwaldkreises Abteilung Wirtschaftsplanung”, der Hauptpreis besteht aus der stolzen Summe von 2000 Euro. Es gibt eine Abteilung für Jugendliche und eine für Erwachsene, die besten Beträge werden in einer Anthologie veröffentlicht. Was mich an der Sache fasziniert: Ich vermute einmal, dass hier “Glennkill” von Leonie Swann Pate gestanden ist. Es handelt sich um einen Schafskrimi, deshalb steht auf den Buch auch “Schafskrimi”. Ich finde es nur bemerkenswert, dass aus der Bezeichnung eines einzelnen Buches gleich ein Genre wird. Wenn ich also jetzt einen Krimi über eine sprechende Milchflasche schreibe, etwa “Drinkill, ein Milchflaschenkrimi”, dann könnte es analog passieren, dass die Kreisstadt Bommelshausen demnächst einen Milchflaschenkrimiwettbewerb ausschreibt. Wenn ich nur erfolgreich genug bin. Ich freue mich schon auf Katzenkrimi-, Veilchenkrimi- und Volksmusikkrimiwettbewerbe.

Aber nun wieder zur Sache:

Die Raiffeisen-Landesbank Kärnten schreibt den Kärntner Krimipreis unter dem Motto “Money. Geschichten von schönen Scheinen” aus. Als Juroren fungieren unter anderem die Krimiautoren Stefan Slupetzky und Sabina Naber. Die Preisverleihung findet im Herbst 2008 im Rahmen einer Galaveranstaltung statt, die preisgekrönten Geschichten werden in einer Anthologie veröffentlicht, außerdem gibt es wertvolle Sachpreise zu gewinnen.

Ein Jugendschreibwettbewerb wird vom SYNDIKAT, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur in Zusammenarbeit mit EchoMedia veranstaltet. Die Siegertexte werden im Rahmen der Criminale 2008 im April in Wien vorgestellt, teilnehmen können junge Leute zwischen 10 und 14 Jahren.

Das Syndikat ist Veranstalter des renommierten Friedrich-Glauser-Preises (in den Sparten “Roman” und “Debut”) und des Hansjörg-Martin-Preises für den besten Kinder- und Jugendkrimi des Jahres. Teilnehmen können hier Krimis, die bereits veröffentlicht sind, die Ausschreibungen für 2009 (für Bücher, die 2008 veröffentlicht werden) sind schon online.

Noch mehr Psychiatriekrimis

Ergänzend zu meinem Psychiatriekrimiprojekt habe ich folgende Bücher gefunden:

Die Anstalt von John Katzenbach, Deutsch bei Droemer/Knaur 2006
Der Psychiater von Mark Fisher, Deutsch bei Goldmann 2002

Rätselhafter Tod in Zähringen von Hansruedi Gehring, Orte Verlag 2001

Wie gründe ich in Österreich einen Kleinverlag?

Seit letztem Jahr bin ich stolze Kleinverlegerin. Um Missverständnisse gleich auszuräumen: Nein, ich verlege mich nicht selber. Das macht man einfach nicht. Zumindest nicht, wenn es einem ernst ist mit dem Schreiben. Zumindest nicht, wenn es einem ernst ist mit dem Schreiben und man sich erst noch etablieren will. Wäre ich Frau Rowling, könnte ich wohl auch im Selbstverlag Kochrezepte herausgeben, aber ich bin nicht Frau Rowling.

Da Kleinverlage “in” sind, möchte ich hier eine Schritt für Schritt Anleitung geben, wie man zu seinem eigenen Verlag kommt. Meines Wissens stammen alle deutschsprachigen Online-Anleitungen aus Deutschland und da gibt es natürlich andere Behörden.

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Tatwaffen aus dem Internet

Gefunden auf thalex.wordpress.com:

“Staatsanwalt versteigert Tatwaffen im Internet”

Die Hamburger Staatsanwalt habe beschlagnahmte Tatwaffen im Internet über eine Seite des Zolls versteigert. Die Opposition spricht von einem “Gipfel der Absurdität”, wenn Waffen, die in nicht ungefährlichen Aktionen konfisziert wurden, auf diese Art wieder unters Volk gebracht werden. Hier der Link zum Originalartikel auf “Spiegel online”.

Über die Hintergründe kann unsereins nur spekulieren. Meine Ideen:

1. Die Staatsanwalt braucht Geld und die Tatwaffen sind eher verzichtbar als z.B. Aktenordner, Bürostühle und anderes Material, das man im Internet verscherbeln könnte. Es handelt sich also indirekt um einen Akt der Verbrechensbekämpfung, denn Verbrechensbekämpfung mit einer bankrotten Staatsanwaltschaft ist undenkbar.

2. Es gibt zu wenig Verbrechen in Deutschland und Staatsanwalt und Polizei sichern sich so ihre Arbeitsplätze.

3. Es gibt keine Möglichkeiten, die Tatwaffen umweltgerecht zu entsorgen. Es handelt sich um eine Art “Recycling” und damit um einen Beitrag zum Umweltschutz.

4. Es handelt sich um eine Art der Schadensminderung wie bei der Drogensubstitution nach dem Motto: Wenn man Drogensucht schon nicht verhindern kann, ist es besser, die Leute kriegen die Drogen legal und kontrolliert, als sie sich durch Kriminalität zu beschaffen. Umgedacht: Lieber legale Waffen als illegale, das mindert die Waffen-Beschaffungskriminalität.

5. Die Hamburger Staatsanwaltschaft wurde bereits von der Waffenlobby unterwandert.

6. Es stimmt gar nicht und ist eine Kampagne der Opposition.

7. Mehrere Punkte aus eins bis sechs treffen zu.

8. Nichts von alledem.

Mitraten ist erwünscht, Mitglieder der Hamburger Staatsanwaltschaft und der Opposition sind wegen Befangenheit von der Teilnahme ausgeschlossen.

Blogparade Bücher

Dany findet, dass in Blos zu wenig über Bücher und Autoren zu lesen ist und hat deshalb eine Blogparade gestartet. Sie stellt folgende Fragen:

Stell Dir also vor Du würdest von Elke Heidenreich in die Sendung “Lesen” eingeladen.

* Welche 5 Bücher würdest Du vorstellen?
* Welchen Autor, welche Autorin fändest Du erwähnenswert und warum?
* Welches Buch bringst Du mit Deiner Kindheit in Verbindung?
* Welches ist dein Lieblingsbuch?
* Und welches Buch findest Du absolut überschätzt?

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Innere Schönheit

Jeder kennt die vermummten Gestalten aus den diversen CSI-Serien, die Tatorte nach winzigsten DNA-Spuren absuchen. Gar nicht diskret sind dagegen die Spuren von dna11.com aus den USA: Die Firma erzeugt Bilder der eigenen DNA zum Aufhängen. Nach der Bestellung kommt ein DNA-Abnahme-Kit direkt per Post ins Wohnzimmer, Freund oder Freundin dürfen einmal CSI spielen und einen Abstrich der Wangenschleimhaut abnehmen. Dieser wird verpackt und zurückgesandt. Das ganze wandert ins Labor und ein Bild der eigenen DNA - wahlweise in schwarz-weiß oder in Farbe ziert bald die Wand. Schönheit kommt eben von innen. Das ganze gibt es ab 361 Dollar, gerahmte Finger- oder Lippenabdrücke sind schon billiger zu haben.

Man stelle sich einmal vor, ein Einbrecher knackt den Computer der Firma: Was man mit den Daten alle anfangen könnte? Daraus könnte man doch glatt einen Krimiplot basteln.

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